Konkurrenzlos billig

Korando: Voll-SUV für 30.000 Euro

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Ssang Yong Korando: Voll-SUV für 30.000

Ko – was? K.O! Ha, ha! Wie Korando! Und wie soll die Firma heißen? SsangYong mit zwei S – und das Ding soll fahren?! Wer mit einem Korando von SsangYong unterwegs ist, muss Spott aushalten können.

Aber mit der Zeit entwickelt man eine ausgefeilte Gegentaktik. Wissen Sie, wer das Auto designt hat? Schon mal was von Giugiaro gehört? Golf I, Scirocco, Passat – alles seine Ideen! Korando-Skeptiker sind mit diesem Aufwärtshaken bereits angeschlagen. Und der Einstiegspreis für den SUV aus Korea, der gegen Q3 & Co antritt? 19.990 Euro! K.O. für Korando-Spötter – und das schon in der zweiten Runde …

SsangYong Korando

Konkurrenzlos billig: SsangYong Korando

So weit die Nebensächlichkeiten und die reinen Äußerlichkeiten – aber wie sieht es innen aus? Zunächst einmal muss man feststellen: der SUV-Crossover, wie die vom indischen Großkonzern Mahindra beherrschten Koreaner ihr Fahrzeug offiziell bezeichnen, ist grundsolide.

Aufgeräumt aber langweilig: Das Cockpit des SsyanYong Korando hätte wie die Außenhaut ein flottes Design verdient.

Das fängt bei der Motorisierung an, die es in zwei Varianten gibt. Als 150-PS-Benziner (das ist in der Ausführung Chrystal auch das günstigste Einstiegsmodell) und als 175-PS-Zweiliter-Diesel-Triebwerk (ab 22.990 Euro). Wir fuhren den Selbstzünder, der nicht wie in früheren Zeiten von Mercedes Benz stammt sondern vom Grazer Antriebsentwickler AVL.

Mit seinen 360 Nm-Drehmoment ist der Korando ordentlich ausgerüstet, er zieht in annehmbaren zehn Sekunden von null auf 100. Nervig: der extrem kurze 1. Gang, der an die alten Lastwagen-Getriebeübersetzungen erinnert. Der Durst des österreichisch-koreanisch-indischen Motors soll bei 6,1 Litern liegen, wir brauchten etwa neun Liter.

Da passt was rein: Knapp 500 Liter fasst der Kofferraum des schicken Koreaners.

Die Ausstattung des 4,41 Meter langen Vehikels mit seinem 486 Liter großen Kofferraum (umgeklappt 1312 Liter) ist mehr als ordentlich – schon in der Basisversion: sechs Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags sowie ESP und ABS! Dazu kommen ein CD-Radio mit USB- und Bluetooth-Schnittstelle, Klimaanlage und ein Tempomat mit Eco-Funktion.

Die hochwertigeren Extra-Linien wie Quartz (dann mit Lederlenkrad und Sitzheizung zum Beispiel) kosten 24 490 Euro, Saphire (mit Leder und 18-Zoll-Felgen) kommt auf 25.990 Euro. Wer Vierrad- statt Frontantrieb haben will, muss jeweils 2000 dazurechnen, die Automatik ist 1500 Euro teuer. Mit Glashubdach und Metallic-Lackierung kostet das Spitzenmodell dann knapp über 30.000 Euro, mehr geht nicht mehr – hier beginnt etwa das Preisniveau des Audi Q 3.

Flotter Look: Der Wabengrill signalisiert Sportlichkeit.

Auch wenn der Vergleich jetzt naheliegt: Man sollte ihn nicht ziehen. Denn schließlich spielen diese beiden Autos dann doch in unterschiedlichen Ligen. Zwar bietet der indische Koreaner viel für sein Geld (auch die Fünf-Jahres-Garantie oder 100.000 Kilometer ist nicht ganz zu verachten). Was Verarbeitung angeht (viel billiges Plastik, durchschnittlich asiatisch), den Fahrkomfort (Heizung braucht viel zu lang, bis sie warm wird, Fahrwerk nicht mehr als Durchschnitt), Innenoptik (wo war Giugiaro hier?), dünnes Händlernetz und die Frage des Wiederverkaufswerts – da bremst die heimische Konkurrenz den Korando dann doch ein wenig aus.

RDF

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