Daddy Cool: Die KTM 125 Duke

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auch junggebliebene Motorradliebhaber finden die KTM 125 Duke "cool".

München - „Ready to Race“: Mit diesem Spruch im Display des Cockpits begrüßt die KTM 125 Duke ihren Fahrer – tja, und dann geht’s ab. Ein Motorradspaß nicht nur für Einsteiger.

Ein Wort ist immer wieder zu hören. „Cool“, sagt der achtjährige Sohn, als sein Daddy zum ersten Mal mit der kleinen Duke auf den Hof rollt. „Cool“, sagt der Kollege, der kürzlich seine Liebe zu den Achtelliter- Motorrädern entdeckt hat, da er diese mit seinem Auto-Führerschein auch fahren darf. „Cool“, sagt der Enduro fahrende Nachbar, für den die Marke KTM primär als Hersteller für extreme Geländemotorräder steht. Wer mit der neuen KTM 125 Duke unterwegs ist, erfährt viele positive Reaktionen, die fast nie ohne das Wörtchen „cool“ auskommen.

In der Tat sieht die kleine Österreicherin auch für ältere Augen durchaus flott aus. Sie wirkt keineswegs wie ein Einsteigermotorrad, auf dem man sich als gesetzterer Biker nur lächerlich machen kann. Nein, auch mit mehreren Lebensjahrzehnten auf dem Buckel kann man getrost auf der KTM Platz nehmen, denn sie wurde quasi als Fahrzeug für Vater und Sohn konzipiert. Wir waren mit der ungedrosselten Version unterwegs, die über 15 PS (11 kW) Maximalleistung verfügt und bis zu 115 km/h schnell fährt.

Gleich nach Drehen des Zündschlüssels erscheint im Cockpit in LED-Zeichen das vielversprechende KTM-Motto „Ready to Race“. Auch der Sound, der dem Auspuff entweicht, klingt recht sportlich. Um halbwegs zügig voranzukommen, muss der flüssigkeitsgekühlte Einzylindermotor mit 125 ccm Hubraum dann aber ordentlich gedreht und die sechs Gänge zügig durchgeschaltet werden. Beides klappt jedoch bestens, und vor allem im Stadtverkehr schwimmt man mit der kleinen KTM zügig mit.

Außerorts geht der Duke an Steigungen schon mal ein bisserl die Luft aus, aber weil sich die Gänge butterweich schalten lassen, ist man selten als Verkehrshindernis unterwegs. Zum Sicherheitsgefühl tragen auch

noch die vibrationsfreien Rückspiegel und die sauber zupackenden Bremsen bei. Die nach vorne orientierte Sitzposition sowie der kurze Radstand sorgen dafür, dass auf dem Vorderrad viel Druck lastet, was vor allem in Kurven die Sicherheit erhöht. Nicht zuletzt dank des geringen Gewichts von 132 Kilogramm und der ganz exakt ansprechenden Lenkung lässt sich die kleine Österreicherin fast spielerisch bewegen und sauber um Kurven zirkeln.

Den Eindruck, hier mit einem vollwertigen Motorrad unterwegs zu sein, unterstützen das coole Design, die saubere Verarbeitung sowie die hochwertige Ausstattung, bei der vor allem das informative Cockpit hervorzuheben ist (dessen Zahlen teilweise aber selbst von Alterskurzsichtigen nur schwer abzulesen sind). Mit 1,80 Metern Größe gelingt der Knieschluss am Kunststofftank gerade noch, die straffe Polsterung des Fahrersitzes stört dagegen auch nach längerer Fahrt nicht. Kleiner, exklusiver Gag: Die beleuchteten Schalter für Licht, Hupe und Blinker haben wir so noch bei keinem anderen Motorrad gesehen.

KTM erhofft sich mit der erstenStraßen-125ernicht nur Sympathien (und natürlich Käufer) unter älteren Semestern, sondern will auch denjenigen Nachwuchs an die sportliche Marke binden, der sein Glück nicht nur im Gelände findet. Der Verbrauch von 3,0 Litern auf 100 Kilometern ist in Anbetracht der Fahrleistungen durchaus taschengeldfreundlich, der Kaufpreis von 3995 Euro dürfte jedoch bei den meisten JugendlicheneinenordentlichenZuschuss erfordern – Daddy wird sich dann schon ab und zu mal den Schlüssel ausleihen. Weil’s so cool ist.

Volker Pfau

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