Ärgernisse auf der Straße

Das nervt Autofahrer im Straßenverkehr am meisten

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Radfahrer und Mittelspurschleicher: Nicht nur davon sind Autofahrer im Straßenverkehr genervt.

Kaum sitzt der Mensch hinterm Steuer, hat die Autotür geschlossen und den Motor gestartet, scheint er alle gute Manieren vergessen zu haben.

Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr ist ein altes Problem. Nach dem Motto: Platz da, jetzt komme ich! Egoismus hat Vorfahrt, und wer zu wenig PS unter der Haube hat, bleibt auf der Stecke.

Ebenso nervt es Autofahrer, dass sie als Schuldige für viele Probleme gelten, an denen sie aber nur selten die Schuld tragen, jedoch nicht selten die Zeche bezahlen dürfen: Keine politische Unterstützung im Dieselskandal, überhöhte Bußgelder oder zu viele Steuern und Gebühren fallen da vielen sofort ein.

Umfrage zeigt: Straßenverkehr ist aggressiver geworden

Der Online-Reifenspezialist reifen.com hat eine Umfrage in Auftrag gegeben, bei der sich Autofahrer ihren Frust von der Seele reden konnten. Gefragt wurde nach den größten Ärgernissen im Straßenverkehr und nach den Ärgernissen, an denen der Staat oder die Politiker schuld sind. Darüber hinaus nach den Veränderungen der letzten Jahre.

Besorgniserregend ist vor allem dieser dritte Aspekt der Umfrage, bei dem abgefragt wurde, ob es im Straßenverkehr heute anders zugehe als noch vor zehn Jahren. Da waren sich mehr als drei Viertel (78 Prozent) einig, dass es auf unseren Straßen rauer, ruppiger und aggressiver zugeht als 2009. Nur fünf Prozent konnten keine Zunahme erkennen. Keine angenehmen Aussichten, denn Zukunftsstudien des Verkehrsministeriums besagen, dass in zehn Jahren der Personenverkehr mit Autos um rund zehn Prozent zunehmen wird. Und noch unerfreulicher ist, dass laut dieser Prognose der Güterverkehr mit Lkw bis zum Jahr 2030 um bis zu 39 Prozent steigen wird.

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Das ärgert Autofahrer im Straßenverkehr

Drängler, die viel zu dicht auffahren und womöglich noch im Dauerbetrieb die Lichthupe betätigen, sind für 71 Prozent der Befragten das größte Übel (Mehrfachnennungen waren möglich). Experten empfehlen, sich lieber deeskalierend zu verhalten – also auf der Autobahn möglichst bald die Spur freizugeben. Und wer sich tempomäßig nicht zügeln kann, sollte wissen, dass Drängeln als Nötigung gesehen werden kann. Dafür gibt’s hohe Geldstrafen oder gar eine Freiheitsstrafe. Vergleichsweise harmlos sind die Strafen für das zweitgrößte Ärgernis: 70 Prozent nervt es, wenn der Vordermann abrupt die Spur wechselt und dabei das Blinken vergisst. Das kostet laut Bußgeldkatalog mindestens 20 Euro, bei Gefährdung oder gar Unfall wird’s deutlich teurer.

Was am meisten im Straßenverkehr nervt, wollte reifen.com in einer aktuellen Umfrage erfahren.

Notorische Langsamfahrer gehen 60 Prozent auf den Geist. Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die mindestens 20 Euro kostet, falls man dabei erwischt wird. Bei einem Unfall trifft solche Sonntagsfahrer oft eine Mitschuld.

Radfahrer, die gängige Verkehrsregeln missachten, gaben 55 Prozent als Ärgernis an. Zwar ist diese Fortbewegung ökologisch und sportlich, aber im Zweifelsfall – sprich bei einem Unfall – zieht der Radler den Kürzeren.

Mit mindestens 90 Euro und einem Punkt in Flensburg muss rechnen, wer bei Rot über die Ampel fährt. Für 52 Prozent ist dieses Fehlverhalten ein Riesen-Ärgernis, das im Falle einer Gefährdung anderer auch noch 110 Euro Bußgeld und einen Punkt zusätzlich sowie ein einmonatiges Fahrverbot nach sich ziehen kann.

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Das nervt Autofahrer in der Politik

Obwohl Autofahrer mit Kfz- und Mineralölsteuer an den Staat pro Jahr rund 50 Milliarden Euro zahlen, haben viele das Gefühl, von der Politik nicht ausreichend Wertschätzung zu erfahren. Von dem Geld sollten beispielsweise Straßen ausgebessert werden – 68 Prozent bemängeln Buckel- und Schlaglochpisten als Hauptärgernis vonseiten der Politik.

Autofahrer nerven vor allem schlechte Straßen.

Überhaupt sollten sich Abgeordnete und Minister mehr um die Autofahrer kümmern, beispielsweise in der Diesel-Affäre, meinen 64 Prozent. Als zu hoch empfinden 48 Prozent eben jene Steuern und Gebühren sowie Bußgelder. Zu viele Verkehrsschilder monieren 47 Prozent als Hauptärgernis staatlicherseits. 36 Prozent nerven die autounfreundlich gestalteten Städte.

Was nervt Sie im Straßenverkehr?

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Volker Pfau

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