Motorrad-Fahrbericht

Reduziert aufs Wesentliche: Erfahrungen mit dem modernen Klassiker Triumph Speed Twin

Triumph Speed Twin
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Triumph Speed Twin - rein optisch könnte man meinen, das Motorrad stammt aus den 1970ern.

Triumph setzt optisch auf klassische Karosserien - und das kommt bei Motorrad-Enthusiasten äußerst gut an. Auch die Triumph Speed Twin hat das Zeug zum modernen Klassiker.

  • Mit seinen modernen Klassikern hat Triumph* offenbar den Nerv der Zeit getroffen.
  • Sie sehen aus wie die Motorradträume unserer Jugend, haben aber selbstverständlich modernste Technik und die aktuelle Sicherheitsausstattung an Bord.
  • Mit der neuen Speed Twin listet der englische Hersteller aktuell neun Modelle auf – wir haben die junge Alte ausgiebig getestet.

Triumph Speed Twin: Start frei zur Klassik-Tour

Rein optisch könnte man das Baujahr beim ersten Blick locker in die 1970er-Jahre rückdatieren. Tatsächlich lief die Speed Twin aber erst vor wenigen Monaten vom Band (das übrigens in Chonburi in Thailand steht). Gestartet wird ganz konventionell mit Schlüssel und nicht keyless – übertreiben wollen es die Engländer mit der Modernität doch nicht. Dann aber erwachten die beiden Rundinstrumente im Cockpit zum Leben und informieren umfassend. Drei Fahrprogramme (Regen, Road und Sport) sind wählbar, mehr muss nicht eingestellt werden. Der Zweizylinder mit 1197 Kubikzentimetern brummelt sonor, ersten Gang einlegen und mit etwas Ruckeln geht’s voran.

Die drei Rundinstrumente im Cockpit der Triumph Speed Twin.

Triumph Speed Twin: Viel Leistung bei kleinen Drehzahlen

Das maximale Drehmoment von 112 Nm ist bereits bei 4.950 U/min erreicht, die Topleistung von 97 PS bei 6.750 U/min. Das bedeutet viel Leistung schon bei niedrigeren Drehzahlen. Da die Speed Twin nur 214 Kilogramm wiegt, ist man mit ordentlichem Durchzug unterwegs. Interessehalber probierten wir auch das Leistungsvermögen auf der Autobahn aus. Und siehe da: Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h ist erreich- und fahrbar. Dies mehr als einmal zu machen, ist dagegen sinnbefreit.

Das ist das Revier der Triumph Speed Twin

Denn die Speed Twin gehört auf die kleinen Straßen, wo es tendenziell gemütlich, schaltfaul und bei Bedarf durchzugsstark vorwärts geht. Lenkung, Fahrwerk und Bremsen ermöglichen ein durchaus zügiges Tempo und flottes Kurvenwedeln. Die Triumph macht viel mit, bis sie sich ihren Grenzen nähert. Da nimmt viel früher der Fahrer die Gashand zurück.

So viel Durst hat die Triumph

Triumph Speed Twin - in der Stadt zuhause.

Aber auch in der Stadt ist man souverän unterwegs und kann wunderbar auf dem Boulevard Schaulaufen oder vor der Eisdiele parken und Eindruck schinden. Wer weniger narzisstisch veranlagt ist, steigt aber lieber nicht von der einteiligen Sitzbank, sondern sucht die nächste Route. Bis dann die nächste Zapfsäule angefahren werden muss, vergeht einige Zeit: 5,1 Liter notierten wir als Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer, bis der 14,5 Liter fassende Tank wieder befüllt werden muss, vergeht einige Zeit.

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Triumph Speed Twin: Der Preis fürs Retro-Vergnügen

Ab 11.950 Euro kostet die Speed Twin. Triumph hat damit ein Bike im Angebot, das zwar in Retro-Optik daherkommt, die aber an keinem Punkt übertrieben wurde, sondern auf eine sehr wohltuende Art aufs Wesentliche reduziert ist. (Volker Pfau) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital Redaktionsnetzwerkes.

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