Das jüngste Kind von Skoda

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Kontinuierlich und selbstbewusst baut Skoda sein Programm weiter aus. Die erst im Vorjahr als Stufenheck-Limousine gestartete Rapid erhält Mitte Oktober Verstärkung durch die während der Frankfurter IAA erstmals gezeigte Schrägheck-Version. Von Alexander Knoop

Der tschechische Autohersteller verpasste der Schrägheck-Version die Modellbezeichnung Spaceback, die naheliegende Charakterisierung als Kombi aber scheut Skoda wie der Teufel das Weihwasser. Die Tschechen wollen auch den Hinweis auf den VW Golf nicht hören, dem der von 14.990 Euro an erhältliche Spaceback mit dem um rund drei Tausender günstigeren Grundpreis durchaus Konkurrenz machen könnte. Allerdings hinkt der Vergleich, denn die zwischen den Skoda-Bestsellern Fabia und Octavia angesiedelte Rapid-Baureihe mit der Technik des aktuellen Polo und des Golf VI hat kein Parallelfabrikat aus Wolfsburg.

Wirkliche Wettbewerber sind eher die Erzeugnisse von Hyundai/Kia und Chevrolet. Denen gegenüber wartet der Spaceback dank des Radstands von 2,60 Metern mit Geräumigkeits-Bestwerten für fünf Insassen auf. Die Hinterbänkler finden fast sieben cm Bein- und 98 cm Kopffreiheit vor sowie ein 415 Liter großes Gepäckabteil mit nur 68 cm hoher Ladekante, das mit Umklappen der Rücksitze bis auf 1380 Liter erweitert werden kann. Das sind 35 bis 110 Liter mehr als im Golf. Darüber hinaus erleichtern, wie schon in anderen Skodas, nach dem hauseigenen Motto „Simply clever“ praktische Details das Alltagsleben, so der variable Ladeboden nach dem Vorbild des Octavia Combi, der Eiskratzer im Tankdeckel, das Fach für Warnwesten unter dem Fahrersitz, eine Abfalltüte in der Tür oder der Halter für Park- und sonstige Tickets.

Mit 4,30 Meter Außenlänge ist der Spaceback um 18 cm kürzer als der Stufenheck-Bruder, aber nur um 100 Euro weniger teuer als dessen jeweilige Ausführung. Es besteht die Wahl zwischen den drei Ausstattungsstufen Active, Ambition (plus 2260 Euro) und Elegance (nochmals 1740 Euro mehr). Sechs Airbags, der Schleuderschutz ESP, elektrische Fensterheber vorn, Zentralschloss, Längs- und Höhenverstellung für Lenkrad und Fahrersitz sowie die umlegbare Rücksitzlehne sind immer an Bord. Clou unter den Extras neben diversen Paketen ist das zwei Quadratmeter große Panorama-Glasdach, das von der Front- bis zur Heckscheibe reicht.

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Auf Wunsch – und gegen Entgelt, versteht sich – kann es sogar bis weit hinunter zur Heckklappe verlängert werden. Bei den Motoren durfte Skoda, wie üblich, in die Konzernregale greifen. Neben den zwei Benzinern mit 86 oder 105 PS aus 1,2 Litern Hubraum und 122 PS aus 1,6 Litern gehört ein 1,6-Liter-Turbodiesel zum Programm, der je nach Auslegung 105 oder erstmals 90 PS leistet. Alle Triebwerke können als besonders sparsame sogenannte Green-Tec-Version (Aufpreis 400 Euro) bestellt werden. Ihre Merkmale sind u.a. Stopp-Start-Funktion, Bremsenergie-Rückgewinnung und Reifen mit verbessertem Rollwiderstand. Damit sinkt der Normverbrauch für die beiden Selbstzünder von 4,4 auf 3,9 Liter Dieselöl pro 100 km, parallel dazu der CO2-Ausstoß von 114 auf 109 g/km. Die entsprechenden Daten für die Ottomotoren reichen von 5,1/4,9 bis 5,8/5,4 Liter Eurosuper und von 119/114 bis 134/125 g/km.

Der Rapid Spaceback ist bereits der fünfte neue Skoda in diesem Jahr und jüngstes Kind der größten Produktoffensive in der 118-jährigen Geschichte des Unternehmens. In den nächsten Jahren will die Marke mit dem gefiederten Pfeil im Emblem ihre gesamte Palette erneuern und weitere Baureihen einführen. Durchschnittlich alle sechs Monate soll ein neues oder überarbeitetes Fahrzeug auf den Markt kommen. Ziel dieser weltweiten Wachstumsstrategie bis 2018 sind mindestens 1,5 Millionen Neuwagenverkäufe pro annum.

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