Winterreifen

Weiches Gummi für mehr Sicherheit

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Offenbach - Im Grunde sind Autofahrer nicht verpflichtet, im Winter entsprechende Reifen aufsetzen zu lassen. Der Gesetzgeber sagt allerdings, dass in Deutschland ein Fahrzeug den Wetterverhältnissen angepasst werden muss. Von Domenico Sciurti

Bei Regen, Eis und Matsch müssen also Reifen genutzt werden, die während des Fahrens eine höhere Sicherheit garantieren. „Es ist stark zu empfehlen, Winterreifen zu nutzen“, sagt dazu Ibrahim Zarifoglu, Marktleiter vom „Netto – Reifen-Räder-Discount“ in Offenbach.

Ist ein Auto nicht der Witterung angepasst, kann es ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro geben, erklärt Peter Weigand, Leiter des Offenbacher Ordnungsamtes. Punkte in Flensburg oder gar Führerscheinabnahme seien aber nicht zu befürchten. Gezielt auf Reifenjagd gehen die Mitarbeiter Weigands dennoch nicht, das Risiko, dass das Ordnungsamt selbst zum Unfallversucher wird, wenn die Beamten bei Eisesglätte ein Auto an den Straßenrand winken, sei zu groß.

Ein Bußgeld über 40 Euro

Ein Bußgeld über 40 Euro wäre sicherlich für die meisten Fahrzeughalter noch zu verkraften. Teuer könnte es im Ernstfall trotzdem werden. Stellt sich nämlich nach einem Unfall heraus, dass das Fahrzeug falsche Reifen montiert hatte, kann die Versicherung dem Halter eine Teilschuld geben und Schadensersatzzahlungen verweigern.

Dann also lieber Vorsorge leisten: Wer sich nicht sicher ist, wann genau die richtige Zeit gekommen ist, um auf Winterreifen umzurüsten, der kann sich an die Faustregel „Von O. bis O.“ halten – von Oktober bis Ostern. Genauer sagt es Ahmet Karakus von der Reifen-Service Karakus GmbH: „Sobald die Temperaturen unter sieben Grad rutschen.“ Denn dann verhärtet die Gummimischung der Sommerräder, sodass sie nicht mehr so gut auf der Straße haften und längere Bremswege entstehen. Das Gummi der Winterreifen sei weicher, liege besser auf der Fahrbahn; auch bei Regen, Glatteis und Matsch. Die Profiltiefe des Reifens solle mindestens zwischen drei bis vier Millimeter betragen. Neue Reifen seien nach vier bis fünf Jahren fällig, da sich mit der Zeit das Gummi verhärte.

Orientierung für einen guten Reifen

Orientierung für einen guten Reifen bietet der kürzlich veröffentliche ADAC-Winterreifentest. Dabei wird die Reaktion diverser Räder bei trockenem und nassem Untergrund und bei Schnee und Matsch geprüft. Auch Geräuscheproduktion, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß messen die Tester. „Nur eine Orientierung!“, betont Ibrahim Zarifoglu, denn die Wahl des optimalen Reifens hänge von mehreren Faktoren ab: Größe und Häufigkeit der Nutzung des Autos beispielsweise. „Was nutzt es, einen teuren Reifen zu kaufen, wenn das Fahrzeug nur 3000 Kilometer im Jahr fährt?“

ADAC-Winterreifentest:

www.adac.de/infotestrat/tests/reifen

Günstige Alternativen gebe es sicherlich. Vor „No- Name“-Produkten warnen aber Zarifoglu und Karakus – gerade bei Internetkäufen. „60 Prozent der Kunden, die sich markenlose Reifen aus dem Netz haben aufsetzen lassen, kommen zu mir zurück, um sie auszuwechseln“, so Zarifoglu. Die individuelle Beratung beim Händler vor Ort erspare Kosten und Mühen. Wenn sich die Reifen nicht als ideal herausstellen, müsse der Internetkäufer die Kosten für’s Abmontieren und Zurückschicken oft selbst tragen. Ist sicher, dass vor Ort nicht die richtigen Reifen verkauft wurden, wechselt der Profi sie kostenlos aus, so Zarifoglu.

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