Begeistert von der Atmosphäre

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Mit der Spindel in der Hand lässt Helga Heubach (links) Luisa Wiest (rechts) und Mia Schürkamp (Mitte) das Weben testen.

Dreieichenhain - (es) Für den 13-jährigen Viktor Wiest scheint das nichts zu sein. „Wir waren gerade in der Zirkusvorstellung und auf dem Weg nach Hause haben wir gesehen, dass hier der Textilmarkt stattfindet“, erklärt Viktor.

Nun stehen seine Schwester Luisa (9) und ihre beiden Freundinnen Mia Schürkamp (10) und Alena Meisel im Erdgeschoss des Dreieich-Museums und bestaunen, wie Helga Heubach aus Frankfurt webt. Die Frankfurterin ist eine von etwa 50 Ausstellern beim 20. Textilmarkt, der am Wochenende im und vor dem Dreieich-Museum sowie im Burgkeller und im Runden Turm über die Bühne ging.

„Es sind im großen und ganzen die selben Aussteller wie im vergangenen Jahr, drei oder vier neue sind dabei. Oft handelt es sich aber auch um Aussteller, die früher schon einmal hier gewesen und nach einer Pause nun wieder dabei sind“, erklärt Museumsleiterin Ingeborg Dittler, die den Markt schon seit 20 Jahren organisiert.

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Sie zeigt sich mit dem Andrang zufrieden. Auch die Baustelle vor dem Museum stört sie nicht.

Zu sehen gab es für interessierte Besucherinnen wie Hella Niebergall und ihre Bekannte Ursula Seib, beide aus Rödermark, viel. Da waren handgewebte Stoffe, kreativ gestaltete Textilien, Perlenarbeiten, Hüte, Dinkelkissen, Wäsche, Kleidung aus Naturstoffen. Außerdem führten viele Aussteller auch ihre Kunst vor.

„Hutmacherin“ Birgit Wolf (links) aus Grünberg fachsimpelte mit den Besucherinnen Halla Niebergall und Ursula Seib (von links) aus Rödermark.

Die beiden Frauen sind begeisterte Handarbeiterinnen und nutzen den Textilmarkt beinah jährlich, um mit Gleichgesinnten Informationen und Erfahrungen auszutauschen und sich Anregungen zu holen.

Zu den Höhepunkten der 20. Textilmarkt-Ausgabe gehören auch Birgit Wolfs Exponate. Die Frau aus Grünberg, die ihre edlen Kopfbedeckungen im vergangenen Jahr erstmals in Dreieichenhain präsentierte, ist von Atmosphäre und Organisation der Veranstaltung begeistert. „Es sind das Ambiente, die Organisation und die Aussteller, die die Attraktivität des Marktes ausmachen“.

Begeistert ist auch Edmund Werz. Der 59-jährige „Spinner von der Schwäbischen Alb“ wie er sich selbst nennt, stellte vor acht Jahren zum ersten Mal aus. „Jedes Jahr im Februar juckt es mich wieder, nach Dreieichenhain zu kommen“, sagt der Ulmer Flachsspinner, der als Kind Schneider werden wollte, dann aber Steuerungstechniker und Kaufmann lernte.

„ Hier geht es nicht um Kommerz, sondern die Ausstellung ist mit Herz gemacht. Und das merken nicht nur wir Aussteller, sondern auch die Besucher.“

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