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Brot richtig aufbewahren: Diese Fehler macht jeder

Brot trocknet nach dem Kauf schnell aus. Das kann an der falschen Lagerung der Backware liegen. Doch wie lässt sich das vermeiden?

  • Brot ist eine beliebte Backware in Deutschland.
  • Diese häufigsten Fehler bei der Lagerung von Brot machen viele.
  • Wir haben Tipps zur richtigen Lagerung von Brot.

Offenbach - Eine knusprige Kruste und lockerer Teig machen ein gutes Brot aus. Für den Großteil der Deutschen ist ein Stück frisches Brot Teil vieler Mahlzeiten. Das Abendbrot ist eben typisch Deutsch. Aber auch zum Frühstück ist die Backware in jeglicher Form zu finden. Ein Vorteil: Es ist ein schnelles und einfach zubereitetes Essen. Und dazu einfach lecker!

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichten, dass der Verzehr von Brot auch für die Gesundheit eine wichtige Rolle spielt. Zum einen liegt das an dem hohen Ballaststoffgehalt, denn Ballaststoffe verringern beispielsweise das Herzinfarkt- und Darmkrebsrisiko. Zudem liefert Brot wichtige Vitamine, Mineralstoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Brot ist eine beliebte Backware der Deutschen – sie kaufen es tonnenweise

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kauften die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2019 rund 1.610.926 Tonnen Brot. Auf Platz eins der Lieblingsbrotsorten der Deutschen steht das Mischbrot, dicht gefolgt vom Toastbrot. Das Mischbrot besteht aus einer Basis von Weizen- und Roggenmehl. Anschließend folgen Brote mit Körnen und Saaten, Vollkornbrote, Weizenbrote und Roggenbrote. Das Deutsche Brotinstitut e.V. berichtet, dass es derzeit über 3000 verschiedene Brotspezialitäten auf dem Markt gibt, Tendenz steigend.

Brotkorb der Deutschen 2019

Aufbewahrung von Brot – warum wird es so schnell schlecht?

Oftmals hat man allerdings das Problem, dass ein frisch gekauftes Brot vom Bäcker oder Supermarkt nach nur wenigen Tagen vertrocknet oder gar verschimmelt ist. Woran kann das liegen? Die Antwort ist ganz simpel. Die Lagerung der Teigware spielt hierbei die zentrale Rolle. Insgesamt landen in Deutschland 12 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll, davon sind 14 Prozent Backwaren.

Bei der Aufbewahrung von Brot sollte man auf ein paar Dinge achten. Brot altert nämlich durch Retrogradation, berichtet das Deutsche Brotinstitut e.V. Das bedeutet, dass die Stärke das beim Backen gebundene Wasser wieder abgibt, welches dann an der Oberfläche der Backware verdunstet. Durch die falsche Lagerung wird das Brot somit schlecht oder vertrocknet schneller.

Fehler bei der Aufbewahrung von Brot

Eine schlechte Lagerung führt meist zur Austrocknung oder zu Schimmel. Hier sollte man sein Brot nicht aufbewahren:

  • Im Kühlschrank
  • In Plasiktüten oder -dosen
  • In zu warmen Räumen

Falsche Aufbewahrung – das sind Ursachen für trockenes Brot

Generell bleiben Lebensmittel im Kühlschrank länger frisch. Gilt das auch für Brot? Nein, denn im Kühlschrank findet die Retrogradation in der Regel schneller statt. Somit wird das Brot dort schneller schlecht und trocknet aus. Anstatt es in den Kühlschrank zu packen, sollte man sein übrig gebliebenes Brot lieber scheibenweise einfrieren. Tiefgekühlt können die Scheiben bis zu sechs Monate halten.

Auch beim Aufbewahren in Räumen mit Zimmertemperatur sollte man vorsichtig sein. Oftmals unterscheidet sich die Raumtemperatur bei verschiedenen Haushalten deutlich. Während eine kühle Küche im Erdgeschoss ein guter Platz wäre, ist ein Dachgeschosszimmer gerade im Sommer keine gute Wahl. Hitze ist allgemein nicht gut für Brot, da es dort Feuchtigkeit bildet und schneller schimmelt.

Falsche Aufbewahrung von Brot – Plastiktüten sind ungeeignet

Bewahrt man das Brot nach dem Kauf in Plastiktüten oder -dosen auf, so wird dieses schnell weich. Die Tüten sind nicht atmungsaktiv und somit kann die Luft nicht zirkulieren. Auch das führt dazu, dass das Brot schnell schimmeln kann. Die beschichteten Bäckertüten eignen sich hierfür schon etwas besser. Allerdings sollte man das Brot dort trotzdem nicht tagelang aufbewahren und so schnell wie möglich umpacken. Statt das Brot in Folie zu verpacken, kann man Wachspapier oder Baumwolltücher verwenden.

Ein weiterer Grund für die schnelle Austrocknung von Broten ist das Mehl. Es gibt einige Brotsorten, die schneller schimmeln als andere. Dazu zählt unter anderem das Weißmehl, das in Baguettes oder Kastenbroten verwendet wird. Vollkornbrot ist demnach nicht nur gesünder, sondern hält sich auch länger. Beispielsweise in Roggenbroten hält sich die Feuchtigkeit länger als in Weißbroten.

Brot richtig aufbewahren: Diese Fehler macht jeder

Richtige Lagerung der Backwaren – Was muss man beachten?

Der beste Aufbewahrungsort für Brot ist der Brotkasten oder Brottopf. Diese gibt es in unterschiedlichen Formen und Materialien, angefangen bei Ton und Stein bis hin zu Holz. Tontöpfe beispielsweise nehmen das Wasser vom Brot auf und speichert dieses.

Der Kasten sollte immer geschlossen sein und Luftlöcher oder Schlitze haben, sodass die Luft besser zirkulieren kann. Ein weiterer Tipp: Das Brot auf die Schnittkante stellen. So vertrocknet die angeschnittene Stelle nicht und das Brot bleibt länger frisch.

Des Weiteren ist es wichtig, den Brotkasten immer mal wieder mit Essigwasser zu reinigen. Dieses ist ein typisches Hausmittel gegen Schimmelbildung. Auch die Krümmel sollten entfernt werden, da sie den Schimmel fördern können.

Richtige Aufbewahrung von Brot: Schnell aus der Originalverpackung nehmen

Nach dem Kauf eines frischen Laibes sollte man ihn also so schnell wie möglich aus der Originalverpackung nehmen. Eine Kombination aus einem Tuch und dem Brotkasten eignen sich demnach perfekt, um das Brot lange frisch und knusprig zu halten. Ein weiterer Hinweis wäre, dass man das Brot nicht direkt beim Bäcker schneiden lässt, sondern den ganzen Laib kauft und sich erst zuhause seine Scheiben abschneidet.

Lebensmittel richtig aufbewahren – Tipps für ältere Brote

Wenn es mal passieren sollte, dass einem das Brot vertrocknet, sollte man es nicht direkt wegschmeißen. Zum einen kann man so etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun, zum anderen aber auch sein Essen aufwerten. Unter anderem lassen sich aus alten Brötchen oder Broten Semmelbrösel herstellen oder auch Croutons. Auch die Brötchen vom Vortag lassen sich am nächsten Tag nochmal aufbacken. Dazu einfach die Kruste mit etwas Wasser bestreichen und in den Ofen legen.

Nicht nur beim Brot kommen immer wieder Fragen zur Aufbewahrung auf. Auch bei beispielsweise Tomaten oder Gurken ist oft nicht richtig klar, wie man diese Lebensmittel lagern sollte. (Von Sarah Winter)

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen / dpa

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