Mirnes Mesic (31) ist mit acht Treffern der erfolgreichste Torschütze der Offenbacher Kickers

Dauerläufer und Torjäger

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Kaum zu stoppen. Mirnes Mesic (links) hat acht Tore erzielt und sechs Kickers-Treffer direkt vorbereitet. Eine ausgezeichnete Quote. Rechts Weigelt (Wehen-Wiesbaden).

Offenbach ‐ Er läuft und trifft, läuft und trifft. Acht Tore hat Mirnes Mesic diese Saison bereits für die Offenbacher Kickers in der 3. Liga erzielt - in nur 15 Spielen. Eine beachtliche Quote, die das Produkt harter Arbeit ist. Von Christian Düncher

Mesic steht nicht im gegnerischen Strafraum und wartet auf seine Chancen. Er kämpft um sie, geht weite Wege und setzt permanent nach. „Weißer Kenianer“ wird er aufgrund seines enormen Laufpensums von Fans genannt, was Wolfgang Wolf nachvollziehen kann. „Mirnes Mesic ist ein sehr drahtiger Spieler, unbequem zu verteidigen und mit einem hohen Laufvermögen ausgestattet“, sagt der OFC-Trainer.

Doch den 31-jährigen Stürmer zeichnet mehr aus als nur seine Ausdauer. „Er ist ein Arbeiter und ein Schlitzohr“, sagt Wolf. „Und er kann Tore schießen.“ Letzte Saison waren es nur fünf Tore in 29 Spielen, jetzt sind es schon acht in 15 Partien.

Mesic hat keine Erklärung dafür, warum es bei ihm so gut läuft. „Bei Stürmern ist das schwer zu sagen“, meint der 1,80 Meter große Angreifer. „Es liegt ja nicht alleine an mir. Wir spielen insgesamt gut nach vorne, machen über die rechte Seite mit Stefan Zinnow sehr viel Druck. Und auch über die linke Seite kommen inzwischen immer mehr gefährliche Aktionen.“

Wahrscheinlich würden für Mesic diese Saison noch einige Tore mehr zu Buche stehen, hätte er nicht wegen einer Rotsperre und einer Verletzung neun Spiele verpasst. „Mit Ausnahme eines Mittelfußbruches und einer Zehenverletzung war ich seit meinem Wechsel vor zwei Jahren nach Offenbach immer fit“, betont Mesic. „Die Rote Karte am ersten Spieltag war unnötig. Blöder geht's nicht.“ Selbst sagt der Angreifer über sich, dass er „ein bisschen ein Hitzkopf“ ist, betont jedoch zugleich: „Ich habe das etwas zurückgeschraubt. Der neue Trainer legt viel Wert auf Disziplin, da muss ich mich etwas zurückhalten.“ Vom neuen Trainer hält Mesic viel. „Disziplin steht bei ihm an erster Stelle. Sein ganzes Auftreten ist positiv, es ist eine gute Mischung zwischen Spaß und Ernst.“

Wolf schätzt an dem Stürmer zwar dessen Finesse, auch mal einen Freistoß herauszuholen, nennt seinem „Schlitzohr“ aber klare Grenzen. „Ich will nicht sehen, dass er permanent mit dem Schiedsrichter diskutiert“, stellt der Trainer klar. Zudem müsse sich Mesic „manchmal früher vom Ball trennen und sich noch etwas in das taktische System einfügen.“

Doch egal, ob das 4-4-2, 4-2-3-1 oder 4-1-3-2 heißt - Mesic hat in dieser Saison stets getroffen. „Mit einer zweiten Spitze neben sich hat man es ein bisschen einfacher“, sagt er. „Ich komme jedoch mit beiden Varianten klar. Als ich in Hoffenheim und Freiburg war, haben wir nur mit einer Spitze gespielt, bei den Stuttgarter Kickers mit zwei.“ Auch damals war der bald 32-Jährige erfolgreich, sogar Torschützenkönig in der Regionalliga.

Am Samstag (14 Uhr) steht bei Eintracht Braunschweig die nächste Prüfung an. Eine schwere, wie Mesic betont. „Braunschweig hat eine sehr, sehr gute Mannschaft und bei Heimspielen bis zu 13 000 Zuschauer im Rücken. Letzte Saison haben wir da 0:4 verloren“, erinnert sich Mesic. „Ein Vorteil könnte sein, dass Braunschweig in diesem Jahr noch nicht so viele Spiele gemacht hat. Wir wollen natürlich gewinnen.“ Durch ein Tor von Mesic? „Darüber mache ich mir keine Gedanken“, sagt der Stürmer. „Wenn ich am Ende der Saison 14 oder 15 habe, wäre das zwar super. Letztlich ist es aber egal, wer die Tore erzielt.“

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