Preview: Von Engeln und Dämonen

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„AION" erscheint vorraussichtlich am 25.09.2009 für den PC. op-online.de war bereits für Sie in der geschlossenen Beta dabei.

Am 25. September 2009 öffnet die Welt des Onlinerollenspiels „AION“ seine Pforten. op-online.de war bereits bei den geschlossenen Beta-Tests für Sie dabei und hat sich angeschaut, ob das Spiel aus koreanischem Hause auch in Europa überzeugen kann, und was bis zum Release noch gemacht werden muss. Von Jan Schmitt

„AION“ ist ein Onlinerollenspiel. Sie erschaffen einen Charakter, betreten mit diesem eine riesige Onlinewelt und erleben mit anderen Spielern Abenteuer. Onlinerollenspiele fallen damit aus dem klassischen PC-Spielschema heraus, denn die Spielwelt wird regelmäßig erweitert, die Spieldauer ist unbegrenzt und zum einmaligen Einkaufspreis zahlen Sie noch eine monatliche Gebühr. Diese beläuft sich auf etwa 12-14 Euro im Monat. Während Koreaner schon seit über einem Jahr in die Welt „AION“s eintauchen können und Millionen von Asiaten das Spiel regelmäßig spielen, erscheint eine überarbeitete Version für Europa und Nordamerika erst am 25. September diesen Jahres. Momentan besteht die Möglichkeit per Vorbestellung an bestimmten Wochenenden in das Spiel hineinzuschnuppern.

Die Geschichte

Die Welt Atreias war einmal ein ganz schönes Fleckchen. Keine Kriege zerrütteten das Land, Naturkatastrophen waren die Seltenheit und die Bewohner des Planeten beteten ihren Gott Aion an. Aion jedoch erschuf das intelligente Volk der Balaur, damit diese über die restlichen Menschen herrschen und sie beschützen. Ein Fehler, wie sich herausstellte - die Balaur wurden machtbesessen und bedrohten den göttlichen Turm der Ewigkeit.

Aion sah, was er getan hatte und entsannte zehn mächtige Gebieter um dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Infolgedessen entbrannte ein Krieg und der Planet zerbrach in zwei Teile. Dadurch gelang es den Gebietern die Balaur zwischen beide Planetenhälften, in den sogenannten Abyss, zu verbannen und somit die Bevölkerung zu beschützen. Doch die Spaltung der Kugel hatte Folgen. Mehr als sieben Jahrhunderte wurde die untere Hälfte in gleissendes Licht getaucht und bekam den Namen „Elysea", während die obere Hälfte in Dunkelheit ausharrte und von nun an „Asmodea" genannt wurde. Während die Asmodier sich zu finsteren Geschöpfen mit Krallen und rot leuchtenden Augen entwickelten, gewannen die Elyos ein strahlendes Aussehen - kein Wunder, sie genossen ja auch wortwörtlich die Sonnenseite des Lebens. Doch die Veränderungen riefen Hass auf beiden Seiten hervor und somit entbrandte ein weiterer Krieg.

Bilder aus AION für den PC

„Aion“ ein koreanisches Onlinerollenspiel

Der Charaktereditor lässt kaum Wünsche offen. Neben Haut-, Lippen-, und Haarfarbe wählen Sie Frisuren und Gesichter.

Zu Spielbeginn wählen Sie zwischen Asmodiern und Elyos und einer von vier Klassen. Zur Wahl stehen Priester, Zauberer, Krieger und Kundschafter. Haben Sie Klasse und Geschlecht gewählt, geht es zum extrem ausführlichen Charaktereditor weiter. Eines von dutzenden vorgefertigten Gesichtern nehmen oder doch lieber alles selbst bestimmen? Alleine für die Frauen der Asmodier stehen 45 Frisuren bereit - außerdem wählen Sie die Haut-, Lippen- und Haarfarbe. Wer mit dem Gesicht oder dem restlichen Körper nicht zufrieden ist, darf sich allerdings auch als Schönheitschirurg versuchen. Per Schieberegler lassen sich Körpermaße, Körpergröße, Länge der Nase, Breite der Augen und noch vieles mehr bestimmen. Schlussendlich muss noch eine von vier vorgefertigten Stimmen ausgewählt und ein passender Name gefunden werden.

Nach einem gerenderten Intro stehen Sie auch schon im Spiel. Gesteuert wird mit einer Kombination aus Maus und Tastatur. Flugs werden die ersten klassischen Aufträge angenommen. Eine Botschaft soll überbracht und Monster beseitigt werden. Das ganze geht leicht von der Hand, Auftragsgeber sowie -empfänger werden mit türkisen Dreiecken auf deren Köpfen angezeigt und wer dennoch mal ein Gebiet, eine Person oder einen Gegner nicht findet, lässt sich einfach den Weg per Anzeige auf der Karte genau definieren - praktisch.

Der Erfolg von sammeln und herstellen von Waren wird über zwei Balken geregelt. Ist der "Failure"-Balken als erstes im Ziel, werden die Objekte zerstört.

Besiegte Gegner und erledigte Aufträge geben Ihnen Erfahrungspunkte. Je mehr Sie davon sammeln, desto weiter steigen Sie in der Stufe auf. Mit jedem Stufenaufstieg gewinnt Ihr Charakter neue Versionen der bisherigen Fertigkeiten (beispielsweise ein stärkerer Feuerball) sowie ein wenig mehr Lebensenergie. Doch selbst wer nicht auf Aufträge oder das Töten von Monstern steht, kann im Level voranschreiten. Das Sammeln von Rohstoffen, etwa Pflanzen und Erz, sowie das Herstellen von Gegenständen wirft eine geringe Menge von Erfahrung ab, die sich jedoch zunehmend summiert.

Aufträge sind generell unterteilt in Standartquests, sowie den Missionen. Letztere sind meistens mit kurzen Zwischensequenzen versehen und bringen Sie in der Geschichte weiter. So auch der Auftrag mit Stufe 9, der Sie sofort Stufe 10 werden lässt und vor gravierende Entscheidungen stellt. Zuerst werden Sie zum „Daeva", eine Art Halbgott. Dadurch ist dauerhaftes Sterben unmöglich und Sie erhalten Flügel. Flügel? Ja, statt auf Reittieren herum zu reiten, schwingen Sie sich in „AION“ einfach in die Luft und segeln davon oder liefern sich Luftkämpfe mit anderen Spielern. Die Flugzeit ist jedoch begrenzt und lässt sich erst spät im Spiel mit unterschiedlichen Gegenständen verlängern. Zudem können Sie nicht in jedem Gebiet fliegen, oftmals ist nur gleiten/segeln möglich. Dennoch entsteht durch die Flugkomponente ein taktisches Element in Spieler-versus-Spieler Kämpfen sowie bei Aufträgen.

Die zweite Neuerung mit Stufe 10 ist die Wahl ihrer Klasse. Aus den vier Grundklassen werden acht Unterklassen. So haben Sie die Wahl, ob sie als Zauberer eher zum Magier (schleudert Feuerzauber) oder zum Beschwörer (beschwört Elementargeister) werden wollen und als Kundschafter müssen Sie sich zwischen Assassinen und Ranger entscheiden. Während der Assassine bevorzugt aus dem Hinterhalt mit Dolchen und Schwertern angreift, benutzt der Ranger lieber seinen Bogen und tarnt sich als Busch oder Stein. Schlussendlich bietet „AION" demnach acht unterschiedliche Klassen.

Bei Gruppenaufträgen warten meistens besonders starke Gegner auf den Spieler. Teamwork ist gefragt.

Nach ihrer Wahl geht das Spiel wie gewohnt weiter, zieht jedoch im Schwierigkeitsgrad stark an. Als Magier liegt man dank Stoffrüstung recht schnell am Boden, da hilft auch alle Halbgöttlichkeit nichts. Gegner werden richtige Gegner und nicht wie in anderen Spielen reine Schießbudenfiguren. Ein Kampf gegen zwei feindseelige NPCs ist schon schwer zu meistern, während starke Elite-Gegner gar unmöglich alleine zu besiegen sind.

Sterben Sie einmal, so können Sie sich entweder von einem anderen Spieler beleben lassen oder landen an einem der seltenen Belebungsschreine, die meistens in Siedlungen zu finden sind. Dort müssen Sie sich zudem noch für einen kleinen Betrag Kinah (die Währung des Spiels) binden. Sich zeitgleich an mehrere Schreine binden geht allerdings nicht, im schlimmsten Fall laufen Sie also einige Minuten zu ihrem Ausgangspunkt. Noch dazu verlieren Sie mit jedem Tod ein wenig Erfahrung. Ein Teil davon lässt sich zwar zurück kaufen, der Rest geht jedoch für immer verloren. Ihre Rüstung bleibt immer unversehrt. Besser so, denn passende Ausrüstung finden Sie nur selten, den größten Teil bekommen Sie als Belohnung für gemeisterte Aufträge. Gefundenen Manasteine lassen sich in die Rüstungsteile einsetzen und somit deren Werte verbessern. Doch Vorsicht: Das Sockeln kann auch schiefgehen - in diesem Fall verlieren Sie alle Manasteine, die sich bisher im Rüstungsteil befunden haben. Das gleiche System kommt übrigens auch beim Sammeln und Herstellen von Gegenständen zum Zuge.

Ab der 10. Stufe können Sie sich mit den eigenen Flügeln in die Lüfte schwingen. In manchen Gebieten ist dies allerdings nicht möglich.

Die Grafik und die Performance sind erstklassig. Verwaschene Texturen schmälern das Bild zwar ein wenig, allerdings gab es in einem Online-Rollenspiel selten eine so schöne und rundum gelungene Welt. Während Elyos durch Wüsten schlendern, tropische Wälder erkunden und auf weißen Flügeln durch die fliegende Stadt "Sanctum" schweben, wandern Asmodier oftmals durch schneebedeckte, eher düstere Landschaften und haben dank Krallen, roter Augen, Schweif und schwarzer Flügel schon fast etwas dämonisches an sich. Alleine die Details einer jeden Spielfigur stellen die meisten Spiele in den Schatten. Ein müdes Gähnen, ein sanftes Lächeln, ein schwingender Rock und zahlreiche animierte Emotes lassen das Gefühl einer lebendigen Welt aufkommen - und das selbst, wenn dutzende von Spielern über die Plätze laufen mit hoher Bildwiederholungsrate. Selbst schwache Rechner gehen selten in die Knie und kommen ins Ruckeln. Auch der Sound sorgt für zufriedene Gesichter. Dynamisch wechselnde Musik sorgt für die richtige Stimmung und passende Effekte künden von Ereignissen, lassen sich jedoch abstellen, falls das Gestöhne und Gequietsche des kämpfenden Charakteres zu sehr stören sollte.

Aion

Erhältlich ab: 25.09.2009

Homepage

Nun, was muss bis zum Release noch gemacht werden? In der Beta konnte man bisher nur bis Stufe 30 (von 50) spielen. Was im Endgame los ist und wie das Spiel langfristig unterhalten kann, steht noch nicht fest. Informationen aus Korea sprechen jedoch von einem Spieler-gegen-Spieler-Rangsystem mit speziellen Fertigkeiten und großen, instanzierten Bereichen. Auch die deutsche Lokalisation ist noch nicht verfügbar. Auf Englisch wirken die Texte bis jetzt allerdings rundum gelungen. Für den europäischen Markt wird das Spiel mit zusätzlichen Aufträgen versehen. Insbesondere im Bereich von Stufe 20-30 wird sich einiges ändern, es müssen kaum noch zusätzliche Monster getötet werden. Ebenso werden wohl noch mehr Optionen für den Charaktereditor hinzugefügt. Dabei ist es schon möglich, Charaktere zu erstellen, die Berühmtheiten wie Barack Obama zum verwechseln ähnlich sehen. Fehler im Spiel oder Abstürze konnten wir keine entdecken, schon jetzt läuft das Spiel flüssiger als manche Konkurrenten es Wochen nach Erscheinungsdatum taten. Wie gut das Spiel allerdings später wirklich ist, wird erst die Zeit zeigen. Einen ausführlichen Test können Sie dann hier auf op-online.delesen.

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