Es wird wieder gezergt

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Drohnen sammeln, Larven schlüpfen, riesige Maschinen stapfen durch die Gegend: Mit Starcraft 2 erscheint bald ein Titel, der schon jetzt vergöttert wird.

Liest man Berichte über E-Sport, dann taucht ein Spiel mit Sicherheit auf: „Starcraft“. Das Echtzeitstrategiespiel rund um Protoss, Terraner und Zerg sorgte, dank seiner ausgefeilten Einheitenbalance, von Beginn an für Begeisterung. Mit Teil 2 versucht Entwickler Blizzard nun an den Erfolg anzuknüpfen. op-online.de hat zahlreiche Stunden in der Beta-Version des vermeintlichen Toptitels verbracht. Von Jan Schmitt

Lässt man einem Terraner-Spieler zuviel Zeit bei seiner Entwicklung, so kann es vorkommen, dass er einen mit einem Heer an schweren Kreuzern und Space Marines überrennt - so, wie es uns hier passiert ist.

Kein Spiel weltweit sorgt auch noch zwölf Jahre nach seinem Erscheinen für solche Reaktionen, wie „Starcraft“. Sind Computerspiele hierzulande in der Regel mit einem eher negativen Eindruck belegt, so erklärte Südkorea das Echtzeitstrategiespiel gar zum Volkssport. Mehrere TV-Sender übertragen live die Top-Partien und die besten Spieler sind so bekannt und bejubelt, wie die neusten Teenie-Bands in deutschen Gefilden. Zahlreiche Turniere samt Sponsoren und Managern, sowie stundenlanges Training, sorgen zudem dafür, dass die talentiertesten „Starcraftler“ spielerisch ihr Leben finanzieren. Es ist also ein schwieriges Erbe, dass „Starcraft 2“ nun anzutreten versucht. Das Spiel erscheint zwar erst am 27. Juli, doch die laufende Beta-Version sorgt für erste Eindrücke und zahlreiche Online-Schlachten über alle Landesgrenzen hinweg.

Wirkliche Innovation findet man keine

„Wir versuchen, keine Veränderungen einzubauen, nur damit wir Veränderungen haben. Wir versuchen, Spiele mit hoher Qualität zu machen und wir fanden einige Teile des vorherigen Spiels hatten bereits hohe Qualität bewiesen. Trotzdem waren wir mit anderen Elementen nicht zufrieden und machen es jetzt besser“, meint Blizzard-Designer Dustin Browder. Wirkliche Innovation sollte man also nicht erwarten, wenn man wieder einmal mit den drei Völkern in die Schlacht zieht. Sowohl die Erdenbewohner - Terraner genannt -, als auch die hochintelligenten und technologisch begabten Protoss, sowie die insektenartigen Zerg sind spielbar und sorgen für actionreiche Echtzeitstrategiekämpfe.

Zu Beginn jeder Partie besitzt jeder Spieler nur ein paar Arbeiter und eine Basis. Diese werden auf die wertvollen Kristelle gehetzt um damit neue Einheiten und Bauten anfordern zu können.

Zu Beginn einer Partie besitzt jeder Spieler eine eigene Basis, sowie eine Hand voll Arbeiter. Mithilfe dieser lassen sich Gebäude hochziehen, sowie Kristalle und Gas abbauen. Schnell werden also die eigenen Arbeiter auf die Kristalle gehetzt und mit den gewonnenen Rohstoffen neue Arbeiter und schließlich die ersten Gebäude gebaut. Vom Gasextraktor (für die zweite Ressource) und Versorgungsdepots, über Kasernen, bis hin zu Raumhäfen oder Abwehrtürmen. Name und Aussehen der Bauten variieren je nach Volk, besitzen aber fast immer die gleichen Fertigkeiten. Nur wer schnell und taktisch baut, hat eine Chance. Terraner pflanzen die Zugänge zu ihrer Basis mit schützenden Versorgungsdepots zu, Protoss bauen Abwehrkanonen und Zerg expandieren in rasend schnellem Tempo und gewinnen mit jedem neuen Schwarmgebäude weiter an Tempo.

Ist ein Match zuende, so zeigen Statistiken die Leistungen der Spieler an.

Ziel jeder Partie ist - ganz simpel - die Vernichtung des Gegners. Passt sich der Spieler nicht an sein Volk oder seinen Gegner an, so verliert er. Die Zerg müssen sich schnell ausbreiten, da sich neue Einheiten nur an jedem Schwarmstock in Form von Larven rekrutieren lassen. Durch die rasante Expansion, sowie den geringen Einheitenkosten entstehen so schnell ganze Armeen, die den Gegner schlichtweg überrollen – „niederzergen“ genannt. Die Protoss sind das genaue Gegenteil. Zwar profitieren auch sie von Expansionen, allerdings sind viele ihrer Einheiten kostspielig und stark. Die unsichtbaren „Dunklen Templer“ zerlegen beispielsweise innerhalb von Minuten eine ganze Basis, falls der Gegner keine Detektor-Einheiten zum Aufdecken hat. Die Terraner setzen schlussendlich auf Defensive und Forschung. Gebäude lassen sich aufrüsten, Einheiten verstärken und Sensor- sowie Abwehrtürme bauen. Dadurch werden die Erdenbewohner zum idealen Volk gegen Massen von Zerg.

Besonders in Kämpfen mit mehreren Spielern geht schnell die Übersicht flöten. Zahlreiche Einheiten bevölkern den Bildschirm und gleiten ineinander.

Dadurch, dass jede Einheit ihre Kontereinheit hat, sollten schnell taktische Gefechte entstehen. Das passiert jedoch recht selten, denn in der Regel entscheidet die anfängliche Wahl der produzierten Einheit über Sieg oder Niederlage. Oftmals greift ein Gegner in den ersten Spielminuten mit billigen Einheiten die gegnerische - meistens noch recht schutzlose - Basis an. Selbst bei einem gescheiterten Angriff verliert der Angegriffene dabei in der Regel einen Großteil seiner Arbeiter und kommt somit nur schleppend voran. Fast ausnahmslos ist es auch sinnvoller, eine Masse an billigen Einheiten zu produzieren und mit diesen einfach den Gegner zu überrollen - die mächtigen, schweren Einheiten benötigen zu viel Zeit und Ressourcen in der Entwicklung.

Starcraft 2

Ab 12 Jahren

Erscheint am 27. Juli für PC

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Für große Gefechte fehlt es in dieser Version also noch ein wenig an Ausgeglichenheit, die ausbalancierten Karten, sowie die Spielereinteilung in verschiedene Ligen (samt Übungsgefechten ohne Wertung) lassen jedoch Hoffnung aufkommen. Auch Grafik und Sound sind auf einem guten Niveau bei niedrigen Rechneranforderungen. Und selbst auf Spielverzögerungen oder Abstürze sind wir in über 30 Stunden Onlinegefechten kaum gestoßen. Ob „Starcraft 2“ das Zeug zum Hit hat, wird sich zeigen, wenn sowohl die Einzelspielerkampagne eingeführt, als auch die Gefechte gegen den Computer verbessert werden. Aktuell ist es nur möglich, auf dem Schwierigkeitsgrad „Sehr leicht“ zu spielen, auf dem die KI der Feinde jedoch praktisch nicht vorhanden ist. Einen guten Eindruck macht das Spiel aber allemal.

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