Von Häusersprengungen und Nachteinsätzen

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Ob in der Luft, auf See oder auf festem Boden: In den Spielen der „Battlefield"-Reihe geht es überall heiss her. „Bad Company 2" ist da keine Ausnahme und so rummst es an jeder Ecke.

Offenbach - Wenn Häuser in sich zusammenfallen, Panzer sich ihren Weg über verlassene Autos bahnen, Helikopter über dem Geschehen kreisen und immer wieder einzelne Schüsse von den dicht bewachsenen Hängen hinab ins Dorf schallen, dann ist das ein Schlachtfeld. Ein „Battlefield“, um genauer zu sein. Von Jan Schmitt

Mit „Battlefield: Bad Company 2" schickt EA die Spieler nun auf ein ebensolches. Der Angriff kam zur Mittagsstunde. Mit Helikoptern und Booten fielen sie auf unserem Stützpunkt ein, schossen wild um sich und versuchten die zwei Funkstationen zu sprengen. Während drei Teams die Angreifer abwehrten, entschärfte das Alpha-Squad eine der Sprengladung.

Ich werde nie vergessen, wie das stetige Piepen über die Insel hallte. Funkstation B konnten wir jedoch nicht retten, eine Explosion schleuderte die Teile einige hundert Meter weit. Nun bricht bald die Dämmerung herein, die Sonne steht tief und es scheint fast, als würden sie das ausnutzen um noch einmal vorzustoßen und die letzte Station zu sprengen. Denn erst dann können sie gefahrlos weiter vordringen und unsere Hauptbasis attackieren.

Vor jedem Spieleinstieg wählt der Spieler seine Klasse und seine Ausrüstung. Nebelwerfer für den Panzer oder doch lieber die schnellere Nachladegeschwindigkeit?

Und tatsächlich. Ein Schuss hallt von den Bergen nieder und einige Meter neben mir bricht ein Mann zusammen. Armer Kerl. Einer der Sanitäter eilt herbei und versucht noch etwas zu retten. Das Fiepen des Defibrillators brennt sich in mein Gedächtnis, als sich meine Hände an das Präzisionsgewehr legen. Eine M24, dafür geschaffen einen Feind auf hunderte Meter Entfernung zu erledigen. Ich lege die Waffe an und ziele auf die Hügelkuppen des Festlands. Tief in den Büschen bewegt sich etwas, wohl der Schütze, der den Kerl aus dem Beta-Squad erschossen hat. Mein Finger legt sich um den Abzug, bereit abzudrücken, doch bevor ich das Leben des Typen zu beenden kann, erhebt sich am Horizont ein Transporthelikopter und steuert auf uns zu. Rund um mich herum bricht Panik aus. Männer stürmen an die stationären Geschütze, der Sanitäter wirft resignierend den Defibrillator hin und rennt panisch in eines der Gebäude in Deckung und Carl aus dem Delta-Squad greift zum Raketenwerfer, bereit den Heli vom Himmel zu holen.

Fallende Helis und folgenschwere Verluste

Wieder drückt sich der Gewehrkolben gegen meine Schulter. Den feindlichen Scharfschützen habe ich schon längst aus den Augen verloren. Mein Ziel ist der Helikopter. Es wäre sinnlos ihn mit Kugeln zu beharken und darauf zu hoffen, doch ein einziger, gezielter Schuss...PENG. Das Gewehr schlägt gegen meine Schulter, der Pilot bricht hinter dem Steuerknüppel zusammen und kurz darauf schlägt das Luftfahrzeug mit einem ohrenbetäubendem Krachen auf eines der Häuser, welches unter dem Gewicht förmlich in sich zusammenklappt und den Sanitäter unter sich begräbt. Armer Kerl. Erst jetzt bemerke ich das stetige, immer schneller werdende piepen unten an Funkstation A. Wenige Sekunden später ein weiterer lauter Knall. Elektronikteile rieseln vom Himmel herab und überall werden die „Rückzug"-Rufe laut...

Besonders die Scharfschützen werden in den Onlinegefechten gerne gespielt. Mit ihrer Blättertarnung und der Möglichkeit einen Gegner aus hunderten Metern Entfernung aufs Korn zu nehmen, sind sie nicht gerade leicht auszuschalten.

Szenen wie diese, erleben Spieler des Ego-Shooters „Battlefield: Bad Company 2" ständig. Bis zu 32 Spieler tummeln sich auf den Schlachtfeldern des Titels und streiten um strategisch wichtige Punkte oder versuchen die Basis des Gegners mit dem Sprengen von Funkstationen zu überrennen. Wie in der „Battlefield"-Reihe bekannt, hat der Spieler dabei die Wahl zwischen vier verschiedenen Klassen (Sturmsoldat, Pionier, Sanitäter, Aufklärer), mit denen er sich ins Gefecht stürzen kann. Neben den Infanteriekämpfen warten zudem zahlreiche Fahrzeuge (vom Quad über Panzer und Boote bis hin zum Helikopter) darauf gefahren zu werden. Jedes Fahrzeug besitzt dabei mehrere Plätze, nur wer andere Spieler mitnimmt - und somit beispielsweise die Geschütze besetzt - kann siegen.

Unterschiedliche Spielmodi bringen Abwechslung

Das Spielziel variiert je nach Spielmodus. Während im klassischen „Battlefield"-Modus „Eroberung" mehrere Punkte erobert und gehalten werden müssen, bis das Punktekonto des gegnerischen Teams auf 0 sinkt, geht es im „Squad-Deathmatch" nur um die meisten Abschüsse und im neuen Spielmodus „Rush" um das taktische Vordringen und Sprengen von Satellitenstationen. Besonders „Rush" ist in der Onlinegemeinde beliebt, denn nur wer wirklich als Team agiert, feiert Erfolge. Während das Angriffsteam - unterteilt in Squads mit vier Personen - zu Beginn 100 Tickets hat und mit jedem toten Soldaten eines abgezogen bekommt, dürfen die Verteidiger so oft sterben wie sie möchten. Gelingt es den Angreifern beide Funkstationen zu sprengen, so verschiebt sich das Schlachtfeld, die Angreifer bekommen neue Tickets und neue Fahrzeuge kommen ins Spiel. Landen die Tickets der Angreifer bei null oder sprengen sie alle Funkstationen des Schlachtfelds, so endet die Runde und die Seiten werden gewechselt. Insbesondere durch die Möglichkeit der zerstörbaren Objekte bieten alle Modi jedoch viel Abwechslung. Wände werden schlichtweg eingerissen, eigene Schießscharten in die Mauer geschlagen oder ganze Gebäude dem Erdboden plattgemacht.

Jede Waffe besitzt unterschiedliche Vor- und Nachteile. Sie unterscheiden sich in Schaden, Präzision und Feuerrate.

Für jeden Abschuss, jede eroberte Basis oder jede Feindessichtung, die in einem Abschuss endet, bekommt der Spieler Erfahrungspunkte, die sich nach der Runde in verschiedenen Kategorien summieren und somit beispielsweise bessere Waffen oder Extras freischalten. So bekommt der Scharfschütze beispielsweise Bewegungsmelder, der Soldat Munitionspakete, die er für andere Spieler aufstellen kann oder der Pionier sein Reparaturwerkzeug für beschädigte Fahrzeuge. Zudem ist es so möglich sein Fahrzeug mit verbesserter Nachladegeschwindigkeit oder seine Munitionsreserven aufzubessern. Das motiviert zum Weiterspielen und verleitet zu manch' waghalsigen Aktionen.

Wer sich nicht in die fulminanten Onlinegefechte stürzen möchte, dem bietet „Battlefield: Bad Company 2" auch eine längere Einzelspielerkampagne. Diese ist allerdings nur spielerisches Mittelmaß, wirkliche Innovation oder Spannung sollte man nicht erwarten. Zahlreiche Zwischensequenzen führen dabei die Geschichte um vier Kerle aus der „Bad Company" fort, die losziehen eine russische Superwaffe zu vernichten. Aber auch hier darf in Fahrzeuge gestiegen, Umgebungen zerstört oder einfach hemmungslos geschossen werden.

Als Panzerfahrer in der Normalperspektive ist das Sichtfeld oftmals ein wenig eingeschränkt. Wer einen anderen Blickwinkel haben möchte, muss jedoch ohne Zielhilfen auskommen.

Um über Grafik und Sound zu urteilen, benötigt es nur wenige Augenblicke, denn insbesondere auf dem PC brilliert der Titel mit wundervollen Effekten, hohen Details und einer schönen Weitsicht. Besonders Scharfschützen profitieren zudem von der dichten Vegetation an wichtigen Stellen. Die Soundeffekte stechen jedoch noch mehr hervor. Zwar sind die Dialoge im Einzelspieler nicht preiswürdig, allerdings ziehen die realistischen und klaren Soundeffekte den Spieler förmlich ins Geschehen.

Battlefield: Bad Company 2

Ab 18 Jahren

Erhältlich für: PC, PS3, Xbox360

Homepage

„Battlefield: Bad Company 2" richtet sich somit größtenteils an Spieler, die ihren Gefallen an Onlinepartien gefunden haben und sich nicht nur gerne in Infanterieduellen messen, sondern auch gerne in verschiedene Fahrzeuge schlüpfen. Egal ob als defibrillierender Sanitäter, sprengender Pionier, munitionskastenschleudernder Sturmsoldat oder kundschaftender Scharfschütze.

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