Falsche Microsoft-Mitarbeiter

„Trojanisches Pferd“ übers Telefon

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Darmstadt - Die Polizei warnt dieser Tage vor Trickbetrügern, die sich telefonisch als Microsoft-Mitarbeiter ausgeben und auf Systemprobleme des eigenen Rechners hinweisen. Statt Hilfe, wird der PC mit einem Trojaner verseucht. 

Die angeblichen Kundenberater fordern das Opfer per Telefon auf, ein vermeintliches Wartungsprogramm aus dem Internet zu laden und zu installieren. Dieses entpuppt sich als trojanisches Pferd. Das heißt, der Benutzer gibt durch die Installation des heruntergeladenen Programmes seinen Rechner für den ungewollten Zugriff frei. Es folgen unterschiedliche Fehlermeldungen auf dem PC, zum Beispiel das die Lizenz des Betriebssystems Windows abgelaufen sei.

In Folge werden Upgrade-Pakete angeboten, die über einen Finanzdienstleister abgerechnet werden sollen. Nach Aufruf der entsprechenden Website, wird das Opfer aufgefordert, seinen Namen und seine Zahlungsdaten einzugeben. Schöpft der Betroffene Verdacht und lehnt dies ab, verändert der Täter den Login-Screen und andere Startparameter, so dass der Nutzer denkt, er könne seinen Rechner nicht mehr nutzen. Bislang liegen der Polizei in Südhessen über 30 Strafanzeigen von betrogenen Nutzern vor.

So schützen Sie sich:

Mitarbeiter der Firma Microsoft rufen nie unaufgefordert persönlich an. Sollte dies der Fall ein, beenden Sie das Gespräch sofort, ohne weitere Diskussionen zu führen. Laden und/oder installieren Sie grundsätzlich niemals unbekannte Daten oder Programme auf Ihren Computer. Eine regelmäßige Sicherung aller Ihrer Daten (Backup) hilft.

Sollten Sie bereits das geschilderte Fernwartungstool installiert haben, sollten sie den Computer vom Internet trennen. Bei der auf dem PC installierten Software kann es sich um ein Trojanisches Pferd handeln, das den Nutzer ausspäht oder Dateien verändert. Weil einige Schadprogramme in der Lage sind, den Virenscanner und die Firewall zu deaktivieren, sollte der Computer einer ausführlicheren Kontrolle unterzogen werden. Wer allerdings ganz auf Nummer sicher gehen will, kann den Computer nach einer solchen schwerwiegenden Betrugs-Attacke auch von einem Experten untersuchen und komplett neu aufsetzen lassen.

Die Tricks der Daten-Hacker

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Was ist nach bereits geleisteter Zahlung zu tun? Stornieren Sie bei Ihrer Bank sofort die Überweisung. Wurde der Betrag mithilfe der dreistelligen Sicherheitszahl von der Kreditkarte abgebucht, sollte die Karte vorsichtshalber gesperrt werden. Im nächsten Schritt sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten. Nicht zuletzt, um den finanziellen Schaden gegenüber Bank oder Kreditkartengesellschaft festzuhalten.

ron

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