Kontrollbesuch beim Lichkönig

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Vor einem Jahr erschien die zweite Erweiterung zu „World of Warcraft“. Was hat sich seitdem getan?

Gut ein Jahr ist es nun her, seit die „World of Warcraft"-Erweiterung „Wrath of the Lichking" erschien. op-online.de hat nun noch einmal die Reise nach Nordend auf sich genommen und geschaut, was sich seit dem letzten Besuch getan hat. Von Jan Schmitt

Überall stürmten Spieler in der Nacht zum 13. November 2008 die Elektrofachmärkte. Die neue World of Warcraft-Erweiterung „Wrath of the Lich King“ stand in den Läden und Tausende wollten sie haben. Auch op-online.de war dabei und filmte die Aktion (Video). Nun, ein Jahr später, ist viel passiert: Mehrere Millionen Spieler weltweit stürzten sich auf Schiffe und Zeppeline zum eisigen Kontinent Nordend, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, Erfolge zu erringen, Ruhm zu ernten und die Geschichte rund um den Lichkönig aufzudecken.

Im nächsten Patch soll der Lichkönig fallen. Ist damit das Addon zu Ende?

Zahlreiche neue Feinde gaben sich zu erkennen und stellten die Spieler vor immer neue Probleme, während einige bekannte Freunde sich entwickelten, Ziele erreichten oder starben. Nur wenige Tage nach Veröffentlichung des neuen Add-on hatten einzelne Spieler die neue Maximalstufe von 80 erreicht, alle neun neuen Gebiete erkundet oder die Berufe zur Perfektion getrieben. Erste Gruppen wagten sich in die normalen Dungeons und Instanzen, besiegten Gegner wie den - aus "Warcraft 3: The Frozen Throne" bekannten - Neruber-König Anub'arak oder den wikingerähnlichen Vrykulkönig Ymiron.

Auch die fordernden Gegner beschäftigten nicht lange

Die Herausforderung war eher gering, der Lohn dafür umso größer. Schnell trugen die erfahrensten Recken ihre ersten raren oder gar epischen Gegenstände und formierten Schlachtzüge, um sich den bis dato größten Herausforderungen zu stellen: der Geiselnekropole Naxxramas, dem Steinriesen Archavon, dem Schwarzdrachen Sartharion und dem Drachen und Magieaspekt Malygos. Doch auch dieser vermeintlich fordernden Gegner beschäftigten nicht lange. War die Nekropole Naxxramas bereits aus einem Patch des Hauptspiels bekannt und wurde nur leicht verändert, so boten die beiden Drachen Sartharion und Malygos zwar ein wenig Stoff zum knabbern, lagen aber dennoch recht schnell am Boden. Archavon dagegen lies sich sogar von uneingespielten Truppen schnell in die Schranken verweisen.

Die Anführer beider Fraktionen (hier: die Horde) beobachten gespannt die Kämpfe in der Arena.

Als Beschäftigung waren die sogenannten „Hardmode"-Versionen gedacht. So lies sich der Drache Sartharion zwar besiegen, wenn man erst seine drei Begleiter tötete, allerdings fehlten dann besonders gute Ausrüstungsgegenstände. Lies man alle drei Begleiter am Leben und besiegte die große Schuppenbestie, so war der Kampf zwar ungleich härter, garantierte aber bessere Ausrüstung und Gegenstände, wie zum Beispiel einen seltenen Reitdrachen. Dieses Schwierigkeitssystem setzte sich unter den Spielern zwar nicht vollkommen durch, wurde aber dennoch akzeptiert und von den Entwicklern in zukünftigen Schlachtzügen beibehalten.

Endlich steigt der Schwierigkeitsgrad

Mit der ersten großen Inhaltserweiterung des Add-ons (3.1) implentierte Entwickler Blizzard schließlich die uralte Titanenfeste Ulduar. 14 Bossgegner, vom mechanischen Konstrukt, über einen gigantischen Steinriesen, bis hin zum alten Gott Yogg-Saron warten auf eingespielte Heldentruppen - hier steigt endlich der Schwierigkeitsgrad und so manche Gruppe hat wortwörtlich zu kämpfen. Mit einer Begegnung in Belagerungsfahrzeugen, zahlreichen Gegnern, die ständige Vorsicht voraussetzten, sowie Bossen, die je nach Phase ihre Attacken ändern, wird zudem Abwechslung sichtbar. Wer dennoch schnell zum alten Gott Yogg-Saron vorstößt und diesen erledigt, kann sich in der härteren Version versuchen.

Für den Preis von 1000 Goldmünzen lässt sich nun eine zweite Talentspezialisierung erwerben.

Als besondere Belohnung für das komplette durchspielen der Instanz im schweren Modus, wartet schließlich der Beobachter Algalon im himmlischen Planetarium. Nicht umsonst wird der Widersacher selbst von den Entwicklern „der Raidzerstörer" genannt. Innerhalb von nur einer Stunde muss der himmlische Beobachter ins Gras beißen, ansonsten verschwindet er - und mit ihm die Beute. Doch auch abseits von Ulduar tat sich in Patch 3.1 einiges. So ist es nun für eine kleine Spende von 1000 Goldmünzen möglich auf Knopfdruck den Talentbaum zu wechseln. So wird bei Bedarf per Knopfdruck aus dem waffenschwingenden Krieger ein menschliches Schutzschild, dass sich Prügel einsteckend vor die Gruppe stellt.

Keine Ländermischung innerhalb der eigenen Fraktion

Spieler, die lieber gegen andere Spieler antreten, bekommen mit den sprachübergreifenden Realmpools eine erhöhte Gegnervielfalt. So ist es nun möglich, dass deutsche gegen spanische, französische oder englische Teams antreten. Innerhalb der eigenen Fraktion wird aus Kommunikationsgründen auf eine Ländermischung verzichtet. Mit erweiterten Interfaceoptionen, Dungeonkarten, Klassenänderungen und dem Argentumtunier vor den Toren der Eiskronenzitadelle warten zudem kleinere Verbesserungen und Aufträge auf den Spieler.

Riesige Gegner, unter anderem dieser Magnataur, stellen sich den Heldengruppen im neuen Kolloseum entgegen.

Als der zweite große Patch (3.2) angekündigt wurde, wurden empörte Stimmen innerhalb der Spielerschaft laut. Als große Schlachtzugsherausforderung wurde diesmal ein Kolosseum präsentiert. Statt hunderten von kleinen Feinden und einzelnen Bossgegnern, stellen sich hier den Helden nur die Bosse in den Weg. Kurz nachdem jeder Gegner freigeschaltet wurde, hatten viele Gilden und Schlachtzüge auch schon nichts mehr zu tun - die Gegner aller fünf Begegnungen lagen am Boden. Wieder einmal sorgen die härteren Varianten für stärkere Herausforderungen und bessere Ausrüstung - diesmal sogar je nach Fraktionszugehörigkeit mit anderem Aussehen. Auch die neue Fünf-Spieler-Instanz „Die Prüfung des Champions" weicht nicht von dieser Methode ab und bietet Bosskämpfe wie am Fließband, dafür umso stärkere Belohnungen. Mit einem neuen Schlachtfeld für 40 Spieler pro Fraktion, dem Erhalt von Erfahrung in Schlachtfeldern, sowie zahlreichen neuen täglichen Aufträgen des Argentumtuniers sorgt Patch 3.2 dennoch für Unterhaltung. Druiden freuen sich zudem an neuen Modellen für ihre Tierformen, die je nach gewählter Haarfarbe (Nachtelfen), beziehungsweise Fellfarbe (Tauren) verschieden aussehen.

Schwarzdrachenbrutmutter Onyxia ist wieder da

Mit der kleinen Inhaltserweiterung 3.2.2 wartet zudem eine alte Bekannte auf Helden früherer Tage. Schwarzdrachenbrutmutter Onyxia ist wieder da und erwartet die Spieler in ihrem Hort. Mit zehn oder 25 Recken lässt sich die alte Dame dennoch recht einfach in die Schranken weisen, ist die Taktik doch die gleiche geblieben. Als nostalgische Erinnerung lässt die Brutmutter einige Gegenstände fallen, die in ihrem Aussehen an epische Stufe 60 Items erinnern, sowie sehr selten ein Reittier in Form einer kleinen Onyxia.

World of Warcraft - Wrath of the Lich King

Ab 12 Jahren

Homepage

Aktuell befindet sich die dritte - und wohl letzte - große kostenlose Erweiterung von „Wrath of the Lich King" auf den Testservern. Endlich soll der Sturm auf die Eiskronenzitadelle beginnen und der Geißelkönig - und ehemalige Paladin Arthas - gestürzt werden. In Planung ist zudem eine in drei Teile gespaltene Fünf-Personen-Instanz, sowie ein neuer Angelwettbewerb, eine neue Arenasaison, neue Ausrüstungssets und vieles mehr. Viel hat sich getan in der „World of Warcraft" und noch viel mehr wird sich in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren tun, fest steht allerdings: Fans der Warcraft-Story dürfen gespannt sein.

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