Neue Betrugsmasche im Internet

Von „weiblichen Lockvögeln“ erpresst

+

Frankfurt - Die Polizei warnt vor Erpressung durch „weibliche Lockvögel“ in einschlägigen Internetportalen. Mit der Aussicht auf sexuelle Kontakte werden die Opfer geködert und anschließend ohne Zustimmung über die Webcam gefilmt. Mit dem Bildmaterial werden die Geschädigten daraufhin erpresst.

Bei der Frankfurter Polizei sind in diesem Jahr bereits sechs Fälle eingegangen, bei denen die männlichen Geschädigten zuvor in Internet-Communities Kontakt mit weiblichen "Lockvögeln" hatten, sich vor laufender Webcam auszogen und später mit eben diesen Aufnahmen erpresst wurden.

Der erste bekannte Fall ereignete sich am 22. Februar, der bislang letzte am 17. November. Die Vorgehensweise ist dabei weitgehend identisch: Als Mitglieder einschlägiger Internetportale bekommen die Opfer Kontakt zu weiblichen „Lockvögeln", die einen kostenfreien Sexualkontakt in Aussicht stellen. Entweder sollen die Opfer zunächst Nacktfotos versenden oder es kommt direkt zu einem Videochat, in dem sie sexuelle Handlungen an sich vornehmen.

Diese werden dann ohne ihre Zustimmung aufgezeichnet. Später erfolgt dann eine Mail, in der dazu aufgefordert wird, Beträge zwischen 300 und 1000 Euro per Western Union (Anbieter von weltweitem Bargeldtransfer) zu bezahlen, andernfalls würden die Fotos oder Videomitschnitte im Internet veröffentlicht. In den zur Anzeige gebrachen Fällen wurden keine Zahlungen geleistet. Laut Polizei ist es jedoch wahrscheinlich, dass es eine hohe Dunkelziffer von Fällen gibt, bei denen die Erpressten aus Angst vor Veröffentlichung der Bilder oder Aufzeichnungen bezahlt haben. Diese Vorgehensweise ist auch aus anderen Bundesländern bekannt. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Verhaltenshinweise für Betroffene:

  • Verständigen Sie in jedem Fall die Polizei. Die Ermittlung der Täter, die offensichtlich aus dem Ausland agieren ist schwierig, aber nicht aussichtslos.
  • Deaktivieren Sie die entsprechenden Accounts, aber löschen Sie diese nicht.
  • Fertigen Sie Screenshots oder kopieren Sie die Chatprotokolle.
  • Kommen Sie der Zahlungsaufforderung nicht nach.

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

ron

Kommentare