Sicheres Surfen, Schreiben und Telefonieren

NSA-Affäre: So können Sie Ihre Daten schützen

+
Wirklich sicher fühlen kann sich niemand mehr. Das musste nun auch die Kanzlerin einsehen.

Offenbach - Die NSA-Affäre erregt auch fünf Monate nachdem Edward Snowden mit seinen brisanten Informationen an die Öffentlichkeit gegangen ist noch die Gemüter. Nicht einmal die Kanzlerin scheint sicher zu sein. Wir zeigen, wie Sie ihre Daten schützen können. Von Manuel Schubert

1. Firefox benutzen: Die Größen der IT-Branche stehen besonders im Blickpunkt der NSA. Daher empfiehlt sich Mozillas Browser als Alternative zu Googles Chrome, Microsofts Internet Explorer und Apples Safari.

2. Cookies von Drittanbietern blockieren: Ist diese Funktion beim Surfen deaktiviert, landen Ihre Daten nur bei der Webseite, die Sie tatsächlich gerade verwenden.

3. Im privaten Browsermodus surfen: Im Normalfall merkt sich der Browser, welche Seiten Sie besuchen. So nicht.

4. Trackingfunktion ausschalten: So verhindern Sie, dass Seiten Ihr Nutzungsverhalten langfristig analysieren und ein detailliertes Profil von Ihnen anlegen.

5. Anonym suchen: Eine Alternative zum Suchmaschinen-Primus Google ist die Seite duckduckgo.com, die mit einer komplett unpersonalisierten Suche wirbt.

6. Plugins installieren: Vor allem bei Firefox gibt es zahlreiche Erweiterungen für sicheres Surfen. Https Every-where sorgt etwa so oft es geht für eine verschlüsselte Verbindung. Ghostery und BetterPrivacy sind in der Lage, zumindest kleine Spionage-Programme außer gefecht zu setzen.

7. Ausloggen: Melden Sie sich bei Facebook oder beim Online-Banking nicht ab, lassen Sie die Tür für Hacker offen und bringen so Ihre persönlichsten Daten in Gefahr.

8. Links selbst eintippen: Spam-Mails verlinken oft auf täuschend echte Kopien von Webseiten, die wir täglich besuchen. Also: Seiten, bei denen eine Anmeldung erforderlich ist, nie über Links öffnen, sondern die URL immer manuell eingeben.

9. WLAN sichern: Wer keine ungebetenen Gäste im hauseigenen Drahtlos-Netz haben möchte, sollte es mit einem Passwort verschlüsseln. Wer das nicht tut, kann sich sogar strafbar machen, wenn sich jemand anderes in das WLAN einwählt und Illegales tut.

10. Nie „mit Facebook anmelden“: Immer mehr Seiten bieten diese Option. Doch wer sie nutzt, bündelt all seine Daten unter einem Account.

11. Emails verschlüsseln: Auch beim elektronischen Brief-Verkehr liest die NSA bei den größten Dienste besonders gerne gerne mit, etwa bei Outlook oder Googlemail. Deutsche Email-Provider kann sie jedoch nicht so leicht anzapfen. Wirklich sicher ist eine Mail aber nur, wenn sowohl Sender als auch Empfänger das Verschlüsselungsprogramm PGP installiert haben.

12. Betriebssystem wechseln: Sicherer als Microsofts Windows oder Apples iOS sind etwa die Betriebssysteme Ubuntu oder Linux Mint. Allerdings auch deutlich weniger beliebt: Greifen Sie auf eine der Alternativen zurück, müssen Sie sich gegebenenfalls mit weniger Funktionen und kompatiblen Programmen begnügen.

13. Klassische Adressbücher verwenden: Wer das Adressbuch seines Email-Anbieters nutzt, gefährdet nicht nur seine eigenen Daten, sondern auch die seiner Freunde. Die sicherste Alternative bleibt das gute alte Adressbuch aus Papier.

14. Passwörter mit Bedacht wählen: Am sichersten ist eine wahllose Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Zeichen. Wer überall dasselbe Passwort verwendet, legt quasi einen Generalschlüssel für Hacker an. Deshalb: immer variieren, zumindest leicht. Vermeiden Sie außerdem sinnvolle Wörter (Name, Wohnort) und gängige Zahlenfolgen (1234, 0815).

15. Passwörter aufschreiben: Wer eine Liste mit all seinen Passwörtern auf dem Computer hat, muss damit rechnen, dass sie auch gefunden wird. Daher: verschlüsseln. Noch besser: auf einen Zettel schreiben.

16. Dropbox vermeiden: Die praktische Anwendung pfeift auf Verschlüsselung. Das Programm Boxcryptor kann diese Aufgabe übernehmen, wenn Sie Dropbox trotzdem nicht missen wollen.

17. Daten verschlüsseln: Ordner, externe Speicher wie USB-Sticks oder ganze Festplatten kann das Programm TrueCrypt verschlüsseln. Danach sind sie nur noch mit Passwort einsehbar.

18. Handy schützen: Fast unmöglich. Um Ihr Mobiltelefon abhörsicher zu machen, bräuchten Sie eine Speicherkarte mit Sicherheits-Software, die rund 2500 Euro kostet. Und dann funktioniert das Ganze nur, wenn beide Gesprächspartner ihr Handy auf diese Weise aufrüsten. Gegen Hacker helfen - wie am PC - Antivirenprogramme.

19. Anonym mit dem Handy surfen: Smartphones sind eigentlich kleine Computer. Mit Apps wie beispielsweise Orbot (Android) oder Onion Browser (iOS) können Sie die IP-Adresse ihres Mobiltelefons verschleiern.

20. Mitdenken: Das Internet vergisst ja bekanntlich nie. Bevor Sie dort Ihre Spuren hinterlassen, sollten Sie deshalb immer überlegen: Wie viel gebe ich von mir preis? Wer kann das sehen? Wer bei Facebook etwa in eine öffentliche Gruppe schreibt, sollte sich bewusst sein, dass jeder Facebook-Nutzer den Eintrag lesen kann. Wer einmal was ins Netz stellt, hat keine Kontrolle mehr darüber, wer Kopien davon anfertigt, Screenshots macht oder es herunterlädt.

Demonstration gegen NSA-Horchposten

Demonstration gegen NSA-Horchposten

Kommentare