Das Ende rückt näher

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Mit großen Schritten nähert sich die Zerstörung der Welt von Warcraft. Zahlreiche kleine Änderungen verändern die Welt nach und nach ein wenig.

Lange hin ist es nicht mehr, bis die „World of Warcraft“ auseinanderbricht und ein uralter Schrecken sich über Azeroth erhebt. Bis es jedoch soweit kommt, verändert sich schrittweise eine ganze Menge. op-online.de warf einen Blick ins Online-Rollenspiel. Von Jan Schmitt

Es ist ein Wesen, das lange schlief. Verborgen vor den Blicken der Sterblichen, verhasst von denen, die über ihn lasen oder ihn gar noch erlebten: Todesschwinge der Zerstörer, einstiger Drachenaspekt und Führer des schwarzen Drachenschwarms. Spieler von „World of Warcraft“ entledigten sich bisher seiner beiden Kinder Onyxia und Nefarian, die als Endgegner in verschiedenen Instanzen für einige Stunden Unterhaltung und mit Beute reichlich gefüllten Taschen sorgten. Wenn der ehemalige Aspekt der Erde am 6. Dezember mit „World of Warcraft: Cataclysm“ eine neue Ära einleitet, wird fast nichts mehr so sein wie früher. Gebiete reißen auseinander und werden von Lavaströmen durchzogen, vorher unzugängliche Areale sind plötzlich erreichbar und ganze Städte fallen dem feurigen Atem, sowie der Macht der Elementare zum Opfer.

Welt im Gefüge halten

Zahlreiche Quests erlauben dem Spieler die Veränderung der Welt mitzubekommen. Hier verteidigen wir einen Boten gegen Elemente und einen Schwarzdrachenreiter.

Doch bereits in den letzten Monaten tat sich viel um das Unheil einzuläuten. Grundlegende Spielmechaniken wurden geändert, Pläne erschaffen und wieder verworfen und erste Vorzeichen künden von der wahnsinnig gewordenen Macht, die dort tief unter der Erde erneut aus ihren Träumen erwacht und droht an die Oberfläche aufzusteigen. Da wären zum einen die Erdbeben, die plötzlich in regelmäßigen Abständen die komplette Fantasywelt erschüttern und deren Führer dazu bringen über Veränderungen und böse Omen zu sprechen. Auch bilden sich überall auf den Kontinenten Risse im Gefüge zwischen Zeit und Raum, durch die feindselige Wasser-, Feuer-, Erd- und Luftelementare dringen. Es liegt an den Spielern diese Risse zu zerstören und die Welt im Gefüge zu halten. Der irdene Ring, eine schamanistische Vereinigung die sich mit dem Tun und Handeln der Elemente beschäftigt, zeigt sich besorgt und bezieht Posten in allen größeren Städten.

Weltuntergangs-Verkünder hetzen die Bürger auf

Mit der letzten Änderung zogen vier Eventbosse ins Spiel ein. Sie lassen hochstufige Belohnungen fallen und scheinen Angriffe der Elemente anzuordnen.

Zusätzlich verschwinden immer mehr und mehr Bürger aus den Städten und schließen sich einem Kult vor den Toren Sturmwinds und Orgrimmars an. Besorgte Bürger wenden sich an die Stadtwache, die den Spieler dazu auffordert, der Sache auf den Grund zu gehen. Schnell wird klar: Weltuntergangs-Verkünder hetzen die Bürger auf und bringen sie dazu, sich dem geheimen Kult anzuschließen, der ihnen für zweifelhafte Taten ewiges Leben verspricht. Der mächtige Ogermagier Cho'gall selbst scheint die Aktion ins Leben gerufen zu haben, die hunderte von Bürgern zum Schattenhammerkult konvertieren lässt. Das Ziel: Die ganze Macht der Elementare zu entfesseln, die Welt zu zerstören und nach einem neuen Plan wieder aufzubauen. Und das Unterfangen könnte gelingen.

Dank Blizzards Taktik das Event alle paar Tage weiter voranschreiten zu lassen, wirkt der Umschwung realistisch. Störten erst nur einige Erdbeben und Elementare, so erhöhte sich inzwischen die Anzahl der Elementarrisse, ein Kurier mit einer seltenen Steintafel wurde überfallen und die Zahl der Kultisten nahm in so großen Maße zu, dass jede Person beim Betreten der Städte nach verdächtigen Hinweisen gefilzt wird. Anhänger, die schon in den Städten sind, werden dagegen aufgespürt, verhaftet und verhört. Kriegshäuptling und Schamane Thrall reiste derweil in die Scherbenwelt, um selbst seinen Teil zur Lösung des Problems beizutragen.

Aufträge lassen den Spieler in die Geschichte eintauchen

Überall auf der Welt tauchen mysteriöse Geräte auf - scheinbar haben die Kultisten etwas damit zu tun.

Jeder Schritt, des großen, den „Cataclysm“ einleitenden Events wird dem Spieler durch Aufträge näher gebracht. So muss er selbst in die Höhle des Löwen und den Kult ausspionieren, für diesen Aufträge erledigen und mit genug Beweisen zur Wache zurückkehren. Auch filzt er Bürger, rettet den bereits angesprochenen Kurier oder spürt versteckte Kultisten auf um sie auszuliefern. Es ist ein Event, dass den Spieler stärker in die Geschichte - in die Verwandlung der Welt - einbezieht, als es die Aktionen vor den beiden bisherigen Zusatzpaketen taten. Zwar sorgte die Zombie-Invasion vor der Veröffentlichung von „Wrath of the Lichking“ für laute Proteste und viel Spaß bei den Spielern, konnte jedoch hinsichtlich der Geschichte nicht punkten. Bis am 6. Dezember 2010 schließlich „World of Warcraft: Cataclysm“ erscheint, wird noch viel passieren. Die Welt wird sich verändern, Instanzen wie Zul'Gurub werden endgültig verschwinden und tausende neue Aufträge für die Spieler werden erscheinen. In welchem Abstand die zukünftigen Änderungen über die Welt kommen, lässt sich jedoch nicht sagen.

Auf den Einsatz von Seelensplittern wird verzichtet

Die neuen Talentbäume lassen sich bis zum tiefsten 31er Talent ausbauen. Ab Stufe 10 wird eine Spezialisierung gewählt.

Abseits der neuen Aufträge und den geographischen Änderungen tat sich mit Patch 4.0 aber auch eine Menge. So wurden alle Klassen einer Änderung unterzogen und kommen nun oft mit komplett anderen Fertigkeiten daher. Am schwerwiegendsten traf es dabei wohl den Jäger, der künftig nicht mehr das magische Mana als Ressource nutzt, sondern, ähnlich wie Schurken, auf eine sich ständig regenerierende Energieleiste zurückgreift. Pfeile benutzt er ebenso nicht mehr - ähnlich, wie der Hexenmeister, der künftig auf den Einsatz von Seelensplittern verzichtet. Der Paladin gewinnt dagegen eine neue Ressource, die heilige Kraft. Die klassenspezifischen Aufträge wurden dagegen entfernt - die Reittiere des Hexenmeisters und des Paladins gibt es nun nur noch beim Lehrer. Zusätzlich wurde das Talentpunktsystem umgestellt. Ab Stufe zehn lässt sich nun eine Spezialisierung wählen, die direkt gewisse Boni und Attacken verleiht, den Waffenkrieger beispielsweise direkt den tödlichen Stoß erlernen lässt. Talentpunkte gibt es nun nur noch alle paar Stufen, dementsprechend wurden die Bäume um einige passive Möglichkeiten reduziert und ähneln mit ihrem Endtalent bei 31-Punkten den Bäumen aus dem ursprünglichen „World of Warcraft“. Erst wenn 31 Punkte in den gewählten Baum investiert wurden, lassen sich Punkte in die anderen beiden Spezialisierungen einteilen.

World of Warcraft

Ab 12 Jahren Erhältlich für: PC Homepage

Weiterhin wurden zahlreiche Fertigkeiten aus dem Spiel entfernt. Jäger besitzen auf Stufe 80 nur noch vier Aspekte und Waffenfertigkeiten fanden ebenso ihren Weg aus dem Programm. Dafür zogen ein paar neue Talente ein, das Glyphensystem wurde bearbeitet und Werte lassen sich nun teilweise zwischen Gegenständen übertragen, um die Rüstung besser an die eigenen Vorlieben anzupassen. Wer alle Änderungen des Spiels wahrnehmen möchte, der schaut am besten selbst einmal herein, denn aktuell lohnt es sich sowohl für Neueinsteiger, als auch für alte Hasen, mehr denn je.

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