Eine Legende wird fortgesetzt

+
Im ersten Teil der Kampagne zu „Starcraft 2" schlüpft der Spieler in die Rolle Jim Raynors, der sich einer übermächtigen Bedrohung gegenübersteht.

Vor nunmehr zwölf Jahren erschien das Strategiespiel „Starcraft“ und bezauberte mit seiner packenden Story und dem großen Mehrspielermodus Millionen Spieler weltweit. Nun wird mit Teil 2 des Strategiespiels die Geschichte um Jim Raynor, Kerrigan und die mysteriösen Protoss fortgesetzt. Von Jan Schmitt

op-online.de verlost zahlreiche Preise zu „Starcraft 2". Hier gehts zur Verlosung!

Und hier zum Mehrspielertest!

Jim Raynor war ein Marshal, ein Space Marine, ein Terraner. Ein Mann, der ganze Zergschwärme zurücktrieb und dabei seine Kampfgefährtin Sarah Kerrigan verlor. Ein Mann, der sich mit den hochtechnologischen Protoss verbündete, um der Katastrophe zu entgehen. Ein Kämpfer, der als Teil einer Einsatztruppe gar das Hirn des Zerg-Schwarms, den so genannten „Overmind“, zerstörte und im Laufe der Zeit bemerkte, dass der Anführer der terranischen Liga - namentlich Arcturus Mengsk - über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen. Doch das war alles vor Jahren. Inzwischen ist Jim Raynor ein Trinker und hat sich einen Ruf als Rebell gemacht, der gegen die terranische Liga in den Kampf zieht und sich für die Bevölkerung einsetzt.

In einer Mission müssen wir insgesamt 8000 Mineralien besitzen. Die ständig anrückenden Feinde und die steigende Lava machen das aber nicht leichter.

Die komplette Vorgeschichte von „Starcraft 2“ hier zu erläutern würde den Rahmen sprengen, denn im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Spielen ist das Starcraft-Universum ziemlich komplex, reich an Verschwörungen, Intrigen, Charakteren und besitzt eine Zeitlinie, die mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit reicht. Das schlägt sich in der Atmosphäre nieder, auch wenn Spieler, die den ersten Teil des Strategiehits nie gespielt haben, die ersten Minuten erst einmal relativ ratlos drein blicken und nicht wissen, wer oder was nun vorgefallen ist. Warum ist die ehemalige Kampfgefährtin Raynors plötzlich die Königin der Zerg? Warum scheint es innerhalb der Protoss verschiedene Lager zu geben? Wir empfehlen die Lektüre der offiziellen Bücher.

Ganz im Gegensatz zum Vorgänger samt dessen Addon beherbergt „Starcraft 2“ nicht für jedes der drei Völker eine eigene Kampagne. Stattdessen entschied man sich dafür, ein intensiviertes Spielerlebnis zu schaffen und das Spiel in drei Teilen zu veröffentlichen. Ist es aktuell nur möglich, die Kampagne der Terraner zu spielen („Wings of Liberty“), so erscheinen die beiden Fortsetzungen für die Zerg („Heart of Swarm“) und den Protoss („Legend of the Void“) erst in den kommenden Jahren und kosten extra. „Abzocke!“ werden die einen da rufen, allerdings liefert Blizzard mit dem ersten Teil der Trilogie schon einmal ein absolutes Spitzenklassewerk ab.

Mit gewonnenen Credits lassen sich Einheiten verbessern - hier bekommt dieser Feuerfresser einen größeren Angriffsradius.

Zu Beginn der Kampagne sitzt Jim Raynor in einer Bar in der Kolonie Mar Sera, trinkt und wird von einem alten Freund überrascht. Tychus Finlay ist ein ehemaliger Sträfling, der in seinem Kampfanzug eingeschweißt wurde und Raynor dazu bringt, wieder gegen die terranische Liga anzutreten. Das lässt sich der Held des kleinen Mannes natürlich nicht zweimal sagen und zieht mit seiner Truppe und dem eigenen Raumschiff los. Kämpft der Spieler zu Beginn also hauptsächlich mit dem Volk der Terraner gegen andere Terraner, so werden schon in den ersten Spielminuten auch wieder Zerg und Protoss auf dem Schlachtfeld begrüßt. Der Einstieg geht dabei sehr leicht von der Hand und lässt sich auch auf den höheren der vier Schwierigkeitsgrade ohne größere Probleme bewältigen, da komplizierter Basenbau oder Micromanagement fehlt.

In einer Mission müssen wir eine Tempeltür mit einem Laser zerstören. Die gegnerischen Vorstöße werden dabei immer intensiver und lassen sich nur mit Mühe abwehren.

Also schickt der Spieler ein paar Einheiten über die Karte, schießt ein paar andere Einheiten über den Haufen, erfreut sich an der guten Synchronisierung, den doch recht ansehnlichen Zwischensequenzen und der einfachen Handhabung. Nach den ersten Aufträgen wird das ganze dann allerdings schon komplizierter und umfangreicher. Blizzard hat es sich zum Ziel gemacht, jede der über 20 Missionen abwechslungsreich zu gestalten. Keiner soll der anderen gleichen. Also wird mal eine Basis 20 Minuten lang gehalten, dann ein Konvoi mit Flüchtlingen beschützt, dann wiederum im Tag-Nacht-Wechsel angegriffen und verteidigt oder - dank fliegender Gebäude - vor der aufsteigenden Lava geflüchtet. Langweilig wird es in der Tat nie. Insbesondere, da sich der Schwierigkeitsgrad vor jeder Mission anpassen lässt und es zahlreiche Erfolge mit individuellen Belohnungen gibt.

Durch erreichte Einsatzziele und erledigte Missionen wandern Credits auf das Konto des Spielers, die, zurück auf dem Raumschiff Raynors, in Weiterentwicklungen investiert werden können. So brauchen Sanitäter einen kürzeren Zeitraum beim Heilen von Wunden, Bunker fassen mehr Soldaten oder Space-Marines bekommen einen schützenden Schild spendiert, der ihre Lebenspunkte erhöht. Zudem lassen sich regelmäßig eine extra starke Variante der normalen Einheiten rekrutieren. Wer Spaß am Entdecken hat, der nutzt das Schiff noch dazu als Informationsquelle, interagiert mit den verschiedenen Crewmitgliedern und betrachtet Bilder oder Trophäen.

In den Szenarios lernt der Spieler die wichtigsten Fertigkeiten für die Mehrspielerpartien. Hier beispielsweise das richtige Zusammenstellen von Einheitentruppen-

Abseits der unterhaltsamen Kampagne warten noch neun Szenarien auf den Spieler. Hier wird das trainiert, was für den Multiplayer-Teil des Spiels von elementarer Bedeutung ist. So sollen mal Kontereinheiten richtig platziert, unter Zeitdruck die richtigen Fertigkeiten genutzt oder ein Schutz gegen frühe Angriffe gebaut werden. Gehen die ersten drei der Szenarien noch sehr leicht von der Hand, so wird es spätestens knifflig, wenn unter Zeitdruck mit einer kleinen Spezialeinheit eine ganze Armee aufgerieben werden soll - und somit taktisches Vorgehen wichtig ist. Um seine neu gewonnenen Fertigkeiten zu testen, lassen sich schlussendlich noch Gefechte gegen den Computer auf den herkömmlichen Karten spielen. Prinzipiell sehr praktisch, insbesondere, da man sich nach vollendeter Arbeit die Wiederholung ansehen kann, allerdings schummelt der Computer auf höheren Schwierigkeitsstufen und schustert sich durchgehend mehr Rohstoffe aufs eigene Konto, als es normal möglich ist.

Starcraft 2

Ab 12 Jahren

Erhältlich für: PC

Schlussendlich sind die Einzelspieleroptionen von „Starcraft 2“ enorm umfangreich und unterhalten eine Weile. Die Steuerung geht leicht von der Hand, Hotkeys für jede Einheit und jede Fertigkeit lassen sich für schnellere Aktionen ebenso erlernen. Der Soundtrack ist - wie nicht anders gewohnt - absolute Spitzenklasse und liegt der Collectors Edition sogar in CD-Form bei, während die Grafik sich in beide Richtungen weit schrauben lässt und somit sowohl aktuelle Rechner fordert, als auch ältere Maschinen noch gut bedient. Wem die normalen Karten zu langweilig sind, der findet nach der Installation zudem einen komplexen Karteneditor auf seinem Rechner - vorbildlich.

Kommentare