Neonlichter, Rennen, Explosionen - „Blur“ im Test

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Egal ob Sportbolide oder Geländewagen, Lenkrakete oder Schutzschild: Blur weiß, wie man simple Rennen auffrischen kann.

Es war ein Rennpiel namens „Mario Kart 64", das vor einigen Jahren Spieler auf der ganzen Welt begeisterte und für packende Splitscreen-Rennen sorgte. Zahlreiche Nachahmer versuchten sich dem Hype anzuschließen, doch wirkliche Begeisterung blieb aus. Von Jan Schmitt

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Nun kam mit „Blur" ein Spiel in die Läden, das durchaus für Unterhaltung sorgt. Im Licht der untergehenden Sonne rasen zwanzig Fahrzeuge über Rundkurse, drängeln, überholen, versuchen ihre Gegner hinter sich zu lassen. Pfützen sorgen für Wasserschleier, die sich über die Wagen legen und durch Spiegelungen von den Kratzern ablenken, die die bisherigen zwei Runden forderten. Nun geht es erst richtig los, denn wer sich an die Spitze kämpft, der könnte in letzter Sekunde den Sieg erringen. Ja, wären da nicht die Power-Ups, so wäre „Blur" wohl ein herkömmliches Rennspiel. Denn kurz vor dem Ziel geht es noch einmal richtig zur Sache. Zielsuchende Energiekugeln brutzeln sich über die Fahrbahn und lassen Wagen explodieren, geschickt platzierte Minen machen aus Engstellen Fallen und Energiefelder bremsen die ersten Plätze aus. Wohl dem, der noch ein Schutzschild übrig hat, dass ihn sicher ins Ziel geleitet.

Überall auf der Strecke lassen sich Power-Ups finden und durch überfahren einsammeln. Diese entscheiden in der Regel über Sieg oder Niederlage.

„Blur" ist ein Rennspiel, das die Nerven fordert. Wenn man hilfesuchend nach einem Reperatur-Power-Up Ausschau hält, weil der eigene Wagen nicht mehr lange mitmacht oder man kurz vor dem Ziel von zielsuchenden Raketen getroffen wird, dann ist der Frust groß. Nicht zuletzt, weil die Computergegner nicht schlecht fahren und durchaus überraschen oder selbst geübten Fahrern die Plätze auf dem Treppchen wegnehmen. Das ist besonders frustrierend, da Rennen, bei denen nicht mindestens der dritte Platz erreicht wird, nicht zählen - aber immerhin jederzeit wiederholt werden können. Ziel eines jeden herkömmlichen Rennens ist es, die sogenannten „Lichter" zu sammeln. Das klingt ein wenig seltsam, macht aber durchaus Spaß, da nicht nur die ersten drei Plätze die begehrten Punkte sichern, sondern auch gewonnene Fans oder Herausforderungen.

Insgesamt lassen sich pro Rennen somit sieben Lichter verdienen. Fünf für den ersten Platz, eines für das Gewinnen von Fans und eines dafür, dass man 12 eng gesetzte Tore in schnellem Tempo durchfährt. Erringt man die zwei zusätzlichen Lichter, kommt jedoch nicht auf das Siegertreppchen, so gehen die begehrten Punkte allerdings wieder verloren. Doch neue Fans sind in jedem Fall wichtig, denn nur durch sie lassen sich die über 55 lizenzierten Fahrzeuge von BMW, Audi oder VW freischalten. Jedes der Autos lässt sich zudem farblich nach den eigenen Wünschen gestalten.

Dank dem großen Rückspiegel lassen sich Gefahren schnell wahrnehmen. Übersichtlich ist das ganze dennoch nicht - zuviele Effekte belasten die Rasereien.

Sind genügend Lichter gesammelt, so schaltet das Spiel automatisch die nächsten Rennen frei. Egal ob Strecken in New York, Barcelona oder Tokio: Jede hat ihre Besonderheiten und Tücken. Nur wer sein Gefährt an die Bodenbegebenheiten und Streckenführung anpasst, hat die Chance auf den Sieg. Doch auch Variationen können hilfreich sein. So sind schwere Geländewagen zwar langsamer, dafür jedoch stabiler und widerstandsfähiger gegen feindliche Attacken. Schnelle Sportwagen haben dagegen auf langen Geraden einen Geschwindigkeitsvorteil, driften geschickt um Kurven und sind dafür nach einigen Treffern schrottreif. Totalschäden kosten Zeit – und somit die Rennführung.

Mit gewonnenen Rennen und Herausforderungen sammelt man im Laufe des Spiels extra Boni, die beispielsweise erhöhte Feuerkraft versprechen.

Neben den herkömmlichen Rennen gibt es allerdings noch weitere Spielmodi. So sorgen Zeitfahrten mit Nitros und Stoppuhren für erhöhten Puls - und oftmals viel Frustration - und nur wer in den Rennen gewisse Erfolge erledigt, qualifiziert sich für die Boss-Herausforderung. Hier tritt der Spieler gegen einen einzelnen Gegner an und gewinnt - im Falle des Sieges - das Auto des Konkurrenten samt dessen Tuningextras. So lässt sich auch in ältere Wagen beispielsweise mehr Waffenpower einbauen. Zusätzlich freischaltbare Besonderheiten für das eigene Auto runden das Ergebnis ab.

BLUR

Ab 12 Jahren Erhältlich für: PC, PS3, Xbox360

Homepage

Trotz der Möglichkeit fast alle der acht verschiedenen Power-Ups auf zwei verschiedene Arten anzuwenden (Minen lassen sich zum Beispiel auch nach vorne schießen) werden die Einzelspielerrennen allerdings recht schnell langweilig. Abhilfe schafft da der große Multiplayer-Modus, der, ganz wie in Mario-Kart, besonders mit Freunden Spaß macht. Die gelungene Neon-Grafik, die eingängige Steuerung und die recht guten Soundeffekte tragen ihren Teil dazu bei und machen „Blur" somit zu einem durchaus empfehlenswerten Spiel.

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