Und er meuchelt schon wieder...

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Das neue Element der Bruderschaft macht das neue Abenteuer in Rom zum Highlight. Das, was im Vorgänger fehlte, ist nun endlich vorhanden.

Mit „Assassins Creed: Brotherhood“ geht die Serie rund um die heimlichen, geschickten Attentäter der Assassinen bereits in die dritte Runde. Erneut wird geklettert, gekämpft und erkundet. Doch reizt das Spielprinzip noch immer? Von Jan Schmitt

Wir blicken zurück: Nachdem der Spieler als Meuchelmörder Altair in „Assassins Creed“ durch Jerusalem, Damaskus und Akkon pilgerte, sein Nachfahre der Gegenwart, Desmond Miles, von einem ewigen Kampf zwischen Assassinen und Templerorden erfuhr schlüpfte der Spieler mit dem Dritten im Bunde - Ezio Auditore da Firenze, ein junger Italiener der Renaissance - in ein Abenteuer voller Artefakte, Visionen und dem Familienerbe des Charmeurs. Nun wäre es eigentlich erneut Zeit für einen neuen Helden, doch entschied sich Entwickler Ubisoft dafür, den offiziellen dritten Teil noch ein Jahr ruhen zu lassen und sich stattdessen nochmals in das Rom der Renaissance zu stürzen.

Die Aussicht, die Stadt und die Grafik machen erneut eine Menge her. Dank der zahlreichen Kletterpartien hat man auch genug Zeit um das zu genießen.

Wer Teil 2 der Serie nicht kennt, wird mit der Handlung in „Brotherhood“ erst einmal nichts anzufangen wissen. Anstatt erst einmal ruhig und erklärend zu starten, setzt der Titel direkt dort an, wo der Vorgänger endete: Im Gespräch mit Göttin Minerva. Ezio ist also erneut der Hauptcharakter und so geht es erneut springend, kletternd, kämpfend und meuchelnd durch Rom. Doch die Lage hat sich zugespitzt. Der legendäre Edenapfel ist nicht sicher und der eigens ermordete Papst irgendwie doch nicht so tot - zudem setzt in der Gegenwart der Templerorden dem Assassinenkult schwer zu und zwingt sie zur Flucht. Im Laufe der Story überschlagen sich dann förmlich die Geschehnisse und gipfeln in einem Finale das - nach langer Zeit in der Spielebranche - endlich einmal wieder befriedigt.

Der Assassine als Vermieter

Wer nur linear der Hauptkampagne folgt und sich nicht um zusätzliche, sekundäre Missionsziele kümmert, der verbringt mit „Brotherhood“ etwa 15 bis 17 Stunden Spielzeit. Neben den Hauptmissionen gibt es jedoch eine Menge mehr zu erkunden. in ganz Rom - egal ob Vatikan oder Armenviertel - finden sich Wachtürme, in deren Radius Ezio sofort attackiert wird. Brennt er die Türme jedoch nieder, so wird die Umgebung freundlich und neue Gebäude lassen sich kaufen. Diese wiederum lassen sich an verschiedene Gilden (Kurtisanen, Diebe, Söldner...) vermieten, die im näheren Umkreis unter die Arme greifen. Zusätzlich werden ab und an Zivilisten überfallen die, hilft man ihnen, zu Assassinen rekrutiert werden und per Knopfdruck zur Hilfe eilen. Zusätzlich lassen sie sich auf Aufträge schicken, steigen im Rang und rüsten sich so nach und nach besser aus.

Wer kämpft, der muss besonders auf sein Timing achten. Nur so lässt sich geschickt kontern und blocken.

Durch das Element der Bruderschaft wird das Spiel jedoch einen Tick zu leicht. Im Laufe der Zeit sammelt man genügend Mitglieder an, um jeder größeren Herausforderung mit einem zweiten Attentäter in der Hinterhand zu begegnen. Zwar reicht die Befehlsgewalt nicht über „Töte dieses Ziel“ hinaus, allerdings lassen sich so komplizierte taktische Manöver einleiten und beispielsweise für Ablenkung sorgen, die Feinde in die falsche Richtung locken oder in Kombination mit Söldnergruppen schlichtweg eine halbe Armee aufstellen. Die Kämpfe haben sich indes kaum verändert. Abermals lassen sich Feinde entwaffnen, kontern und blocken. Neu sind jedoch die Kombos, die - beweist der Spieler Timing - schnell riesige Gemetzel entscheiden können.

Im Mehrspielermodus ist man nie sicher. Auf der Suche nach seinem Opfer begegnet man zweifelsohne irgendwann seinem potentiellen Mörder - doch sieht einen dieser auch?

Die größte Neuerung des guten Titels ist der neu implementierte Mehrspielermodus. Hierbei schlüpft der Spieler in die Rolle eines Assassinen und erhält den Auftrag, seine Zielperson zu erledigen. Über die weiß man nichts, außer das ungefähre Aussehen und den ungefähren Aufenthaltsort. Der Clou: Die Zielperson ist ebenfalls ein menschlicher Mitspieler, ebenfalls Assassine und ebenfalls auf der Jagd nach seiner Zielperson. Noch dazu irren durch die Straßen zahlreiche computergesteuerte Figuren, die den Zielpersonen ähnlich sehen. Wer das falsche Ziel eliminiert, kassiert Minuspunkte; der, der sich allerdings unter die Passanten mischt, seine Zielperson stilvoll erledigt und weder gesehen, noch selbst getötet wird, der erhält Erfahrung, die den Spieler in Rängen aufsteigen und neue Waffen und Kostüme freischalten lassen.

Assassins Creed: Brotherhood Ab 18 Jahren Erhältlich für: PS3, Xbox360, bald PC

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Schlussendlich ist „Brotherhood“ das „Assassins Creed“ das Teil 2 hätte werden können. Die Umgebungen wirken atmosphärisch, die Straßen sind belebt, Rom sehr vielfältig, die Handlung bietet viele Facetten und Nebenaufgaben und der spannende, fast schon paranoid-machende Mehrspielermodus rundet das Top-Erlebnis ab. Konsolenspieler greifen zu - PC-Liebhaber warten noch, bis der Titel Anfang des Jahres auch für ihre Plattform erscheint.

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