Spezialeinsätze wie im Film

+
Egal ob Schnee oder karibische Inseln: In „Black Ops" geht es um den Globus. Durch die Verhör-Geschichte ist das auch durchaus logisch.

Die Shooter der Reihe „Call of Duty“ zeichnen sich durch Action am laufenden Band und eine filmreife Präsentation aus. Nach „Modern Warfare 2“ im vergangenen Jahr, versucht nun „Black Ops“ den Erfolg des Vorgängers zu toppen und dabei erstmals eine richtige Geschichte zu erzählen. Von Jan Schmitt

Sowohl alleine, als auch mit Mitspielern kracht es an allen Ecken. Raketen fliegen, Explosionen toben, Gewehrfeuer knattert.

Alex Mason hat Pech. Der US-Soldat hat im Laufe seines Lebens zahlreiche Stationen auf der ganzen Welt angesteuert, Geheimoperationen geführt, sogar politisch wichtige Attentate in die Wege geleitet. Und nun? Nun sitzt Mason gefesselt in einem Zimmer voller TV-Geräte und wird verhört. Aus Boxen dröhnen Fragen über Russen, Biowaffen, geheime Pläne und Stromstöße zwingen ihn zur Herausgabe seiner Informationen. Also beginnt er zu erzählen. Er erzählt von Kuba, von einem Angriff auf Castro, von Vietnam, von russischen Hochsicherheitsgefängnissen und Biowaffen. Wovon genau, das wollen wir nun nicht verraten, denn der stetige Wechsel von Orten und Geheimoperationen sorgt dafür, dass das Spiel über die komplette Länge fesselt und der Spieler nach neuen Informationen über Masons Leben und Entwicklung lechzt. Im Gegensatz zu den Vorgängern, sterben in „Black Ops“ die Protagonisten nicht im Stundentakt, fast ausnahmslos schlüpft der Spieler in den Körper des US-Soldaten. Zusammengehalten werden die Missionen dabei durch die Erzählungen beim Verhör.

Die Grafik des Titels ist auf gutem Niveau, bietet jedoch nichts neues. Wer den Titel spielen möchte, sollte aber einen halbwegs aktuellen Rechner besitzen - oder eben auf Konsole spielen.

Jeder der Abschnitte geht dabei genauso flüssig und actionreich über die Bühne, wie man das aus dem Vorgänger gewohnt ist. Überall kracht und rumst es, Feinde stürmen zu hunderten auf uns zu und die unterschiedlichen Einsatzgebiete, sowie die hübsche Grafik sorgen für Staunen vor dem Monitor. Schade nur, dass sich in den letzten Jahren bei der Intelligenz der Widersacher nicht viel getan hat und die Gegner somit in Massen auf den Spieler zustürmen, anstatt geschickt zu taktieren und in die Flanken zu fallen. Zudem enden manche Gegnerwellen erst, wenn man eine unsichtbare Grenze überschritten hat - wer sich also verschanzt hat keine Chance. Immerhin spielen viele der Missionen nicht mehr in streng linearen Schlauchlevels, fast immer gibt es Alternativrouten und somit Möglichkeit für verschiedene Taktiken. Bleihaltige Situationen wechseln sich zudem mit ruhigeren Passagen ab. Wer Spaß an den Scharfschützen-Missionen in den beiden „Modern Warfare“-Teilen hatte, kommt also auch auf seine Kosten - ebenso wie „Moorhuhn“-Fans, denn in manchen Situationen muss sich der Spieler auf simples Zielen und Schießen beschränken.

Schwierig ist es allemal

Dennoch ist der Titel nichts für Anfänger. Ein Tutorial gibt es nicht, ebenso wenig wie ein Training. Zwar ist die Steuerung nahezu perfekt und sowohl Bewegung, als auch Interaktion oder eben Schießen gehen leicht von der Hand, allerdings werden die Gegner im Laufe der Zeit immer stärker, kommen in größerer Zahl und durch hunderte von geskripteten Aktionen kann es passieren, dass die einst so sicher erscheinende Ecke plötzlich die reinste Hölle wird.

Taktik und intelligente Deckungswahl ist also gefragt, wenn man das rund sechs Stunden lange Abenteuer heil überstehen will. Das riesige Waffenarsenal sorgt immerhin für Abwechslung und lässt den Spieler immer mal wieder andere Schießprügel halten - egal ob Wurfmesser, Armbrust, Flammenwerfer oder eher herkömmliche Knarren wie Schrotflinten oder Maschinengewehre. Der Gewaltgrad ist dabei durchgehend hoch. Blut spritzt zwar relativ selten, dafür werden dem Spieler zumindest ansatzweise die Schrecken eines Krieges verdeutlicht. Egal ob Hinrichtung, Giftgasattacke oder Messerspielchen am Hals des Feindes.

Die einzelnen Mehrspielerkarten sind abwechslungsreich und schön gestaltet. Dennoch sind die meisten Spielmodi so schnell, dass man von der Optik kaum etwas mitbekommt.

Für mehr Spaß abseits der Kampagne sorgt der Überlebenskampf-Modus. Hier finden sich bis zu vier Spieler in einer Gruppe zusammen und müssen wellenweise zahlreiche Zombies abwehren. Starten die Spieler zu Beginn noch mit schwächlichen Pistolen und treffen auf langsam wankende Untote, so gewährt jeder Abschuss Punkte, die sich in neue Waffen oder das Öffnen von neuen Gebieten investieren lassen. Im Laufe der Zeit kommen schließlich immer stärkere Gegner (beispielsweise Höllenhunde) und die Spieler verteidigen sich mit größerem Bums. Der Spielmodus macht insbesondere mit Freunden einen Heidenspaß und sorgt so für einige unterhaltsame Stunden. Der herkömmliche Mehrspielerpart verändert sich kaum, wird jedoch erweitert. Noch immer treten die Spieler in zahlreichen Modi gegeneinander (oder gegen Computergegner) an, spielen neue Objekte, Waffen, Individualisierungsmöglichkeiten und noch viel viel mehr frei. Abschussserien sorgen zudem für die bekannten „Killstreaks“, die beispielsweise für Überwachungsdrohnen oder den eigenen Einsatz in Helikoptern sorgen.

Call of Duty: Black Ops

Ab 18 Jahren Erhältlich für: PC, PS3, 360

Homepage

Betrachtet man den Einzelspielermodus alleine, so gewinnt „Black Ops“ keine Preise, macht jedoch auch nichts falsch. Das Spiel ist schnell, das Spiel macht Spaß, liefert jedoch nichts Neues. Erst der Überlebens-Modus, sowie die zahlreichen Multiplayermodi machen den Titel zu einem Hit des Shooter-Genres. Selten konnte man in einem Spiel so viel freischalten, so unterschiedliche Multiplayermodi spielen, so viel Spaß haben. Wer ein wenig Gefallen an Shootern hat, der schaut sich den Titel am besten einmal an.

Kommentare