Wenn ein uralter Schrecken eine Welt ins Chaos stürzt...

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Lava kocht im ganzen Land an die Oberfläche, der Himmel nimmt bedrohliche Farben an und Wirbelstürme ziehen über das Land. In der Welt von Warcraft ist nichts mehr so, wie es einmal war.

Die Erde bricht auf, Vulkane verschießen glühende Lava, Dörfer und Städte werden zerstört, Strände überflutet und einst karge Landstriche erblühen in neuer Pracht. Ein Blick in ein anderes Universum. Von Jan Schmitt

Was zuerst wie Folgen der vieldiskutierten Klimaerwärmung klingt, ist in Wahrheit die Rache des Schwarzdrachen Todesschwinge, der im neuesten Zusatzpaket zum Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ Azeroth ins Chaos stürzt und ein komplett neues Spielerlebnis ermöglicht. Denn anders als in den bisherigen zwei Addons „The Burning Crusade“ und „Wrath of the Lich King“ wird den Spielern keine neue Welt eröffnet, sondern die alte einer gravierenden Umgestaltung unterzogen. op-online.de hat in die Beta von „World of Warcraft: Catalysm“ geschaut.

Nachtelfen, die an ihrem Hafenstädtchen Auberdine hingen, haben nun Schwierigkeiten. Der Ort wurde von der Landkarte getilgt.

Konnten Spieler in den vergangenen fünf Jahren in aller Ruhe neue Charaktere kreieren und mit diesen durch eine recht statische Welt ziehen, so hat sich nun endlich etwas verändert. Jahrelang wurden immer wieder dieselben Aufträge erledigt, jahrelang Gnolle getötet, Städte von der Geißel befreit und prinzipiell so gut wie jedem geholfen. Mit „Cataclysm" sind nun endlich die Auswirkungen dieser Taten zu spüren. Alte Aufträge entfallen zu großen Teilen und werden durch aktualisierte Varianten ersetzt. So half man auf Seiten der Allianz einem Bauernehepaar, das von Kriminellen von seiner Farm gejagt wurde. Der Spieler musste nun beispielsweise Hafersäcke einsammeln, um das Pferd des Pärchens zu versorgen. Im neuen Addon entfällt dieser Auftrag, da die gesamte Familie ermordet wurde und an der gleichen Stelle nun Polizisten und Mordermittler das Gebiet absuchen - samt Anspielungen auf die US-Serie „CSI Miami“.

Das Brachland in der Mitte von Kalimdor zerbrach durch die Erdbeben in zwei Hälften und bietet nun auch höherstufigen Charakteren Platz und Aufgaben.

Doch auch andernorts hat sich viel getan. Gebäude, die seit Jahren im Bau waren, sind nun endlich fertig gestellt, während überall ganze Stadtteile dem Erdboden gleich gemacht wurden. Wer den Park in Sturmwind sucht, wird genauso enttäuscht sein, wie Nachtelfen, die ab Stufe 10 nach Auberdine segeln - denn beides gibt es nicht mehr. Wurde Auberdine von einem mysteriösen Kult samt Elementarfürsten verwüstet, so zog in Sturmwind der Schrecken selbst eine Spur der Verwüstung hinter sich her. Die Hauptstadt der Horde - Orgrimmar - erlebt ebenso einen radikalen Wandel und interne Zwiste. Statt friedlichen Diplomatieangeboten durch die Hand der lebenden Legende „Thrall“ herrscht nun die harte Hand „Garroshs“, der sofort damit beginnt die Stadt zu einer einzigen Festung aufzurüsten.

Zu Beginn des Worgen-Daseins spielt der Spieler noch einen Menschen und verteidigt das Reich gegen die Feinde - bis er gebissen wird.

Das graue Desolace erblüht in frischer Schönheit, durch die Wälder ziehen erstmals Füchse, die Schwarzfelsorks überrennen allmählich das Rotkammgebirge, die Geißel wird aus den westlichen Pestländern vertrieben und die Gnome erobern ihre mechanische Stadt zurück, während die Trolle wieder die karibischen Echo-Inseln für sich beanspruchen. Schlussendlich hat sich an jeder Ecke der ursprünglichen Welt etwas getan. Egal ob nur Kleinigkeiten wie ein paar neue Aufträge oder die komplette Umstrukturierung eines ganzen Gebietes, wie beispielsweise das Brachland, dass nun zwiegespalten sowohl ganz jungen, als auch sehr erfahrenen Helden etwas zu tun bietet. Die Fertigkeit nun überall zu fliegen rundet das Erkundungspaket ab.

Die Bewohner Gilneas' wurden von einer Seuche zum Teil zu den wolfsähnlichen Worgen. Auch Spieler können nun in die Rolle des neuen Volks schlüpfen.

Doch auch abseits der Weltumgestaltung bietet das Addon schon jetzt einiges. So treten die Worgen aus dem alten Menschenreich Gilneas der Allianz bei, während eine Goblinfraktion sich der Horde anschließt. Beide Rassen bieten dabei jetzt schon viel Abwechslung und fügen sich hervorragend in die restliche Welt ein. Ist Gilneas mit seinen wolfsähnlichen Bewohnern sehr ernst, düster und erinnert an ein altertümliches London, so sorgen die Goblins mit ihrer gewohnt frechen Art, den kuriosen Erfindungen und dem sonnigen Karibikflair für eine eher humorvolle, fast freundliche Atmosphäre. Die alten Völker bekommen zudem die Möglichkeit nun weitere Klassen auszuwählen, wodurch Menschen-Jäger, Zwergen-Schamanen und Tauren-Paladine nun zwar möglich sind, von der Community jedoch eher skeptisch aufgefasst wurden.

Der geschichtsträchtige Berg Hyjal sorgt mit seinem unterschiedlichen Ambiente und Herausforderungen für viel Spaß in höheren Stufenregionen.

Wie in den vorherigen beiden Zusatzpaketen, so wird auch mit „Cataclysm“ erneut das Stufenmaximum angehoben. Statt in Schritten von zehn Stufen wie bisher, geht es dieses Mal jedoch nur von 80 bis 85. Jede Stufe soll dabei schwerer zu erreichen sein und ein intensiviertes Erlebnis bieten. Dadurch kommt es jedoch zu einem härteren „Item-Reset“ als bisher. Ausrüstung, die bis zum Erscheinen des Addons als absolute Spitzenklasse galt, ist innerhalb der ersten zwei Stufen schon so gut wie nichts mehr wert. Einige neue Gebiete, wie beispielsweise der legendäre Berg Hyjal werden zudem freigeschaltet und locken mit neuen Inhalten und Instanzen.

Wurden die männlichen Charaktermodelle der Goblins nur leicht verändert, so erkennt man die weiblichen kaum wieder.

Der Trend zur einfacheren Spielgestaltung bleibt hingegen erhalten. So fallen zahlreiche Werte weg und werden in Grundattribute umgerechnet. Angriffskraft gibt es keine mehr, Manaregeneration im Fünf-Sekunden-Takt fällt ebenso flach. Dadurch fällt das Vergleichen von Rüstungen und Waffen leichter. Aber auch die Talentbäume werden reduziert. So wählt der Spieler nun eine Spezialisierung ab Stufe 10, in der er mindestens 31 von 41 Punkten investieren muss, bevor er in die anderen beiden Bäume investieren kann. Spieler befürchten, dass dies zu einer Vereinheitlichung der Spielfiguren führen könnte.

World of Warcraft: Cataclysm

Bald erhältlich für: PC Homepage

Schlussendlich setzt Blizzard mit dem neuesten „World of Warcraft“-Addon eine Menge Neuerungen durch, die zwiespältig von der Community betrachtet werden. Das Spielprinzip wird kaum verändert und auch technisch stagniert der Titel, sieht man einmal von neuer Musik und einer leicht verbesserten Grafik ab. Ob das Addon also der erhoffte Kracher ist, erfahren Sie nach Erscheinen in unserem Test.

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