Fantastischer Strategie-Puzzlespiel im Manga-Gewand

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Spezial- und Heldeneinheiten verhelfen „Might & Magic – Clash of Heroes“ zum großen Taktiktitel. Simples taktieren war gestern. Wer hier gewinnen will, muss weit vorausdenken und eine Prise Glück haben.

Es ist bunt, es sieht simpel aus und die Figuren haben große Augen. „Might & Magic – Clash of Heroes“ wirkt einfach, fordert jedoch auch erfahrene Strategen. Was kann der Mix aus Puzzlespiel und Schachähnlichem Strategiespiel? Von Jan Schmitt

Eingewickelt in eine durchaus nette, wenn auch sehr vorhersehbare Story, rund um Konflikte zwischen Elfen, Menschen, Dämonen und allerlei anderen Völkern und Wesen, präsentiert sich „Might &Magic – Clash of Heroes“ ungewohnt bunt. Mit dem bekannten Namen „Might & Magic“ hat das Spiel jedoch relativ wenig zu tun. Das fängt bei Grafik an, die komplett im Anime-Stil gehalten wurde und geht bis tief hinein ins Herz des Programms: Den Gefechten.

Auch innerhalb der Kampagne treten die Völker teilweise gegeneinander an. Die Story hat zahlreiche Wendungen und es ist nicht immer gleich ersichtlich, wer Freund und wer Feind darstellt.

Kommt es zum Kampf, so wird der Bildschirm in zwei Hälften zerteilt und erinnert entfernt an ein Schachbrett. Während die eigenen Einheiten in der unteren Hälfte des Spielfeldes stehen, positioniert sich der Gegner in der Oberen. Ziel ist es nun drei Einheiten des selben Typs in den eigenen Reihen hintereinander zu positionieren um einen Angriff zu formen. Stellt man drei Einheiten des selben Typs direkt nebeneinander, baut sich ein Schutzwall auf, der gegnerische Einheiten zurückhält. Jede Einheitenbewegung in den eigenen Reihen verbraucht jedoch einen Zug – hat man keinen mehr, so ist der Gegner an der Reihe.

Somit teilen sich die Gefechte in Runden auf. Je nach gewählten Einheiten – drei verschiedene lassen sich in jedes Gefecht mitnehmen – dauert es eine bestimmte Anzahl an Runden, bis der geschaffene Angriff losgeht. Elfische Bogenschützen schießen schon eine Runde nach Formation, menschliche Ritter dagegen erst nach zwei oder drei Seitenwechseln. Geht es jedoch erst einmal los, so schlägt sich der Angriff durch die feindlichen Reihen und attackiert, ist er stark genug, den gegnerischen Lebensbalken. Verloren hat der, der die komplette Energie verliert.

Kombiniert man mehrere Angriffsgruppen, so werden Attacken weitaus effektiver. Glücklich ist der, der dann keine feindlichen Einheiten im Weg hat.

Um Abwechslung in die Gefechte zu bringen, lassen sich Angriffe jedoch formieren und mit Heldeneinheiten ergänzen. Letztere brauchen zwar mehr Platz auf dem eigenen Feld, sind jedoch, stellt man zwei gleichfarbige Einheiten hinter sie, deutlich stärker und nicht selten spielentscheidend. Kombiniert man sie mit weiteren Angriffen in derselben Runde, so entstehen zudem Ketten, die für Boni sorgen. Schutzwälle lassen sich zudem auch doppeln und fusionieren. Verbrauchte Einheiten können auf Knopfdruck zwar wieder aufs Spielfeld gerufen werden, dies verbraucht jedoch einen Zug und kann zu Unordnung führen.

Dieser geschickte Mix aus dem positionieren, löschen, formieren und koppeln von Einheiten sorgt dafür, dass das so simpel aussehende Spiel im Laufe der Zeit einen wahren Meister der Taktik erfordert. Zusätzliche Siegesbedingungen, wie zwei Schalter in den feindlichen Reihen, die gleichzeitig attackiert werden müssen oder Verbündete, die nicht getroffen werden dürfen, sich jedoch unvorhergesehen bewegen, sorgen für heikle Situationen. Nicht selten mussten wir die Partien neu beginnen, weil der Feind gerade in dem Moment unseren Angriff zerstörte, als wir diesen benötigt hätten. Eine gewisse Portion Glück ist somit immer vonnöten.

Might&Magic: Clash of Heroes

Erhältlich für: PS3, 360, DS

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Wer sich nicht im Laufe der Kampagne mit den fünf verschiedenen Völkern auseinandersetzen möchte, der kann auch mit Freunden am heimischen Fernseher oder online taktieren. Hier zählt dann besonders die Wahl des Volks, da jedes einen eigenen Helden mit Spezialfertigkeit, andere Einheiten und andere Stärken und Schwächen besitzt. Menschen besitzen beispielsweise die stärkere Verteidigung, während Untote schnell neue Einheiten aufbauen und positionieren. Für Fans von Taktikspielen lohnt sich der Kauf auf jeden Fall – insbesondere dank dem günstigen Preis im Playstation Network und dem Xbox-Marketplace.

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