Rasante Offroad-Action mit guter Grafik

+
Das Rennspiel „Colin McRae: Dirt 2" kommt mit neuer Aufmachung und fantastischer Grafik daher und schafft dadurch den Sprung aufs Genretreppchen.

Sand, Staub und röhrende Motoren - „Colin McRae: Dirt 2" erfindet das Rennspielgenre nicht neu, entwickelt die Serie jedoch weiter und sorgt für langanhaltenden Spielspaß. Von Jan Schmitt

Die Zeiten, in denen man in den Spielen der „Colin McRae“-Reihe als Rallyefahrer alleine über verwilderte Pisten auf der ganzen Welt gegen die Uhr fuhr, sind anscheinend vorbei. Auch die Zeiten der realistischen, simulationsartigen Steuerung gehören der Vergangenheit an. Mit „Dirt 2“ brachte Entwickler Codemasters den wohl schönsten Nachruf der Videospielgeschichte heraus. Denn als im Jahre 2007 Namensgeber McRae tödlich verunglückte, entschloss sich das Entwicklerteam, etwas besonderes auf die Beine zu stellen – und trotz aller Veränderungen gelang ihnen die Gratwanderung zwischen Simulation und Arcade.

Das Hauptmenü wurde in einen Wohnwagen platziert. Während die Weltkarte als Rennauswahl dient, stehen draussen die Fans und jubeln Ihnen zu.

Schon das Hauptmenü ist ein Paradebeispiel für innovatives Design. Der Spieler bewegt sich frei innerhalb eines dreidimensionalen Wohnwagens und findet die Multiplayeroptionen als Zettelchen an der Pinnwand oder die nächsten Rennturniere auf einer heruntergekommenen Landkarte, während vor der Tür der auf Hochglanz polierte Wagen zwischen gut animierten Fans steht. Wie schon im Vorgänger erleben Sie in der Kampagne den Aufstieg eines Rennfahrers. Durch gewonnene Rennen werden nach und nach neue Kurse auf der ganzen Welt - von den Vereinigten Staaten über Kroatien, Malaysia und Tokio - freigeschaltet. Während die Serpentinenstrecken Kroatiens dabei noch wirkliches Rallyefeeling aufkommen lassen, fühlt man sich bei nächtlichen Rennen im hell erleuchteten Tokio eher an einen Teil der „Need for Speed“- Serie erinnert. Auch die Rockmusik, die lässigen Sprüche der Kommentatoren und das Fehlen einer Weltmeisterschaft erinnern eher an ein Arcaderennspiel.

Die Rennen führen Sie quer über den Erdball. Hier befinden wir uns in Kroatien und fahren gegen die Zeit.

Doch spätestens nach den ersten Rennen ist das alte McRae-Gefühl wieder da. Anspruchsvolles und abwechslungsreiches Streckendesign, zeitversetzte Starts, eine aggressive künstliche Intelligenz und acht verschiedene Spielmodi sorgen für lang anhaltenden Spaß. Während bei den „Last Man Standing“-Rennen nach einigen Sekunden jeweils der letztplatzierte Fahrer aus dem Rennen ausscheidet und somit ein bedrängendes Wettkampfgefühl entsteht, meistern Sie bei „Trailblaizer“ lange Hochgeschwindigkeitsrennen, bei denen nicht selten die 200km/h-Marke geknackt wird. Während die Steuerung der Rennen insbesondere mit Gaspedal und Lenkrad leicht von der Hand geht und für ein besonders intensives Offroad-Gefühl sorgt, lässt die atemberaubende Grafik nahezu über alle Mängel hinwegblicken. Besonders auf dem PC lassen sich dank DirectX11 wunderschöne und fast fotorealistische Umgebungen und Fahrzeuge darstellen. Flatternde Fahnen, aufwirbelnder Staub und hochspritzendes Wasser, das gegen die Frontscheibe klatscht, sorgt besonders in der Cockpitperspektive für offene Münder. Schade nur, dass wieder einmal Wettereffekte fehlen und somit weder Rennen bei Regen, noch bei Schneefall möglich sind. Dennoch wirken sich die Bodenbeläge auf das Fahrverhalten der Wagen aus und so ist es schier unvermeidlich, dass der Wagen das eine oder andere Mal mit Streckenelementen oder anderen Boliden kollidiert.

Colin McRae: Dirt 2

Erhältlich für: PC, PS3, Xbox360

Freigegeben ab 6 Jahren

Homepage

Das Schadensmodell ist dabei voll ausgebaut und lässt Reifen kullern, Scheiben bersten, Metall zerkratzen und gar Motorhauben herumfliegen. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad lässt sich jedoch bis zu fünf Mal pro Rennen die Zeit zurückdrehen und somit der Frustfaktor senken. Wer das Optimum aus seinem Wagen holen möchte, der kann zudem Teile auswechseln und den Wagen so beispielsweise mehr Bodenhaftung verpassen.

Kommentare