Dreifach verflucht, dank kleinem Preis

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Drei Adventures zum kleinen Preis. Die „Baphomets Fluch"-Reihe wurde neu aufgelegt und läuft nun auch auf aktuellen Systemen.

Die ersten Monate jedes Jahres sind in der Regel arm an Spielen. Das Weihnachtsgeschäft ist um und langsam aber sicher sind die Top-Titel durchgespielt. Warum dann also nicht mal etwas Altes spielen? Beispielsweise alle drei Teile der legendären Adventure-Reihe „Baphomets Fluch“? Von Jan Schmitt

Mit der „Adventure Collection 7“ kam nun heimlich, still und leise eine Spielesammlung auf den Markt, die, zumindest unter älteren Jahrgängen für Nostalgie sorgen könnte. Mit „Baphomets Fluch“, „Baphomets Fluch 2 - Der Spiegel der Finsternis“ und „Baphomets Fluch 3 - Der schlafende Drache“ sind spannende Rätselabende für die kommenden Wochen gesichert. Der 1996 erschienene erste Teil ist gar als Director‘s Cut dabei, wurde also grafisch aufgehübscht und mit neuen Storyelementen, Hintergründen und Rätseln versehen. Bisher war diese Version nur für die Wii erhältlich.

Alles startet in einem kleinen Cafe in Paris - zumindest im Original. Im Director's Cut ermittelt der Spieler erstmal in diversen Mordfällen.

Dreifach schlüpft der Spieler also in die Haut des Amerikaners George Stobbart und stößt auf Morde, Kulte, Orden und - wie in den Bestsellern von Dan Brown - auf weltweite Verschwörungen. Bereits Teil Eins startet mit einem großen Knall. Während im Original der Titel in einem französischen Café beginnt, ein Pantomime dieses kurzerhand in die Luft sprengt und der Spieler in die Rolle des amerikanischen Touristen George Stobbart schlüpft, startet der Director‘s Cut mit der heimlichen Ermordung von wichtigen Persönlichkeiten. Nicolle Collard, Journalistin in Paris, ist als erstes vor Ort und nimmt die Ermittlungen auf. Später kreuzen sich die Wege der beiden und so startet eine Geschichte, die schon 1996 Fans auf der ganzen Welt begeisterte. Irland, Spanien, Syrien und Schottland stehen auf der Reiseliste, wenn die beiden durch geschicktes Führen von Gesprächen, einem guten Auge für Details und cleveres Kombinieren, dem uralten Templer-Kult auf die Spur kommen.

Im zweiten Teil geht es nach Südamerika. Hier werden Maya-Geheimnisse aufgedeckt - und so manche bedrohliche Situation überstanden.

Teil 2 „Der Spiegel der Finsternis“ lässt erneut George und Nico aufeinandertreffen. Dieses Mal geht es jedoch nicht um den Templerorden, sondern um die Geheimnisse der Maya. Mehr durch Zufall stoßen die beiden auf ein Relikt und geraten ins Visier von allerlei zwielichtigen Gestalten. Die junge Journalistin wird schließlich entführt und George muss handeln. Im Gegensatz zum ersten Teil ist die Story hier jedoch eher seicht, zum Weiterspielen motivieren vielmehr die kniffligen, aber logischen Rätsel und Georges trockener Humor, der sich durch die ganze Serie zieht. Erneut geht es jedoch mehrfach um den Globus, beispielsweise nach London, Marseille, auf eine karibische Insel und nach Mittelamerika.

Teil Drei bricht mit den Serientraditionen und wechselt ans 3D-Ufer. Nicht gerade die beste Entscheidung, wie man nach den ersten Spielstunden merkt.

Mit „Der schlafende Drache“ wagt man schließlich den Sprung weg vom klassischen 2D-Point&Click-Adventure, hin zum modernen 3D-Spielplatz. Wenige Jahre nach den Ereignissen des zweiten Teils befindet sich George auf dem Weg zu einem Wissenschaftler im Kongo. Sein Flugzeug stürzt jedoch ab und bis er sich eigenhändig den Weg zum Zielort gebahnt hat, ist der gesuchte Herr tot. Nico findet ebenso abermals eine Leiche und gilt - erneut als erste am Tatort - als Hauptverdächtige. Wie die beiden Mordfälle zusammenhängen wird erst später klar. Die Entscheidung, das Spiel als 3D-Adventure zu entwickeln, stößt mit „Der schlafende Drache“ jedoch auf Hindernisse. Die Steuerung ist ungenau, das Ableben der Akteure vorprogrammiert. Die häufigen Quick-Time-Events lassen zudem kaum Zeit, die richtigen Tasten zu drücken. Auch die Rätsel können nicht mit den beiden grandiosen Vorgängern mithalten, da häufige Kistenschieberei ebenso vorhanden ist, wie Gegenstände, die nicht einmal wenige Minuten im Inventar verweilen, bis sie eingesetzt werden müssen - das nagt an der Atmosphäre.

Adventure Collection 7

Ab 12 Jahren

Erhältlich für: PC

Für den Preis von 15 bis 20 Euro kann man mit der „Adventure Collection 7“ eigentlich nichts falsch machen. Selbst wenn der dritte Teil ein wenig aus der Reihe tanzt und für Enttäuschung sorgt, so lassen die beiden Vorgänger genug Spielfreude aufkommen um darüber hinwegzutäuschen. Die Dialoge sind allesamt sehr gut synchronisiert, die Rätsel unterhaltsam, die Geschichte drängt zum Weiterspielen... Was will man also mehr?

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