Feuriges Rollenspiel

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"Divinity 2 - Ego Draconis" ist der bereits dritte Teil der "Divinity"-Saga und ein klassisches Rollenspiel.

Ein Fantasy-Rollenspiel mit Zaubern, Goblins und Drachen klingt erst einmal ziemlich langweilig, gab es doch in den letzten Jahren einige Spiele in diesem Szenario. „Divinity 2 - Ego Draconis" dreht den Spieß jedoch herum und verbindet ein klassisches Rollenspiel mit Flugeinlagen in der Haut eines Drachen. Von Jan Schmitt

Das Land Rivellon ist in Aufruhr. Früher beherrschten sogenannte Drachenritter die Lüfte - Menschen, die sich bei Bedarf in feuerspeiende Drachen verwandeln konnten. Nachdem einer dieser Drachenritter jedoch den Helden des Landes, der Göttliche genannt, hinterrücks ermorderte, formierte sich eine neue Gruppierung und trug fortan den Namen „Drachentöter“.

„Divinity 2“ ein klassisches Rollenspiel

Zu Spielbeginn sind wir einer dieser Drachentöter. Denn obwohl inzwischen fast alle Schuppenbestien ausgerottet sind, werden immernoch unzählige Männer und Frauen ausgebildet. Nach einem kurzen Besuch im Ausbildungsdorf der Drachentöter trifft eine Meldung ein. Angeblich sahen einige Bewohner eines naheliegenden Dorfes eines der fliegenden Ungetümer. Da wir jedoch noch zu schwach sind und unsere Gedanken durch ein Ritual in Mitleidenschaft gezogen wurden, geht es für uns noch nicht auf die Drachenjagd. Vielmehr sollen wir ins Dorf gehen und uns umhören, was die einzelnen Personen genau gesehen haben. Wie das in einem klassischen Rollenspiel so ist, verrät uns natürlich nicht die erste Person alle Details. Vielmehr fragen wir uns durch Gasthäuser, Mühlen, Bauernhöfe und Türme und bekommen immer nur bruchstückhafte Informationen. Manche Bürger rücken auch erst mit der Sprache heraus, wenn wir ihnen einen Gefallen getan haben. Also rennen wir unzählige Male durch das Dorf, schüchtern Leute ein, besorgen Gegenstände oder überbringen Botschaften.

Im übersichtlichem Inventar ordnen Sie Gegenstände oder vergleichen Sie mit Ihrer aktuellen Ausrüstung.

So gut wie jeder Auftrag in „Divinity 2" stellt verschiedene Lösungswege bereit. So hat es sich das Dorf Hohenzollern mit einem wirren Magier verscherzt und muss nun Angriffswellen von Trollen zurückschlagen. Als wir jedoch bei dem Magier eintreffen, erzählt uns dieser, dass sich die Bewohner entweder entschuldigen oder wir ihm eine Rune für die Beschwörung von Nahrung bringen sollen. Alternativ können wir ihn samt Trolldienern auch einfach umhauen. Da wir von op-online.de jedoch immer friedlich und harmlos vorgehen, geben wir dem Magier eine (zufällig ein paar Stunden zuvor gefundene) Hühnchenrune. Seitdem ploppt alle paar Sekunden ein gackerndes Federvieh aus dem Beschwörungsportal des glücklichen Magiers und das Dorf hat wieder seine Ruhe.

Kämpfe gegen einzelne Gegner sind die Seltenheit. Oftmals müssen Sie gegen eine Übermacht bestehen. Dadurch wird das Spiel besonders am Anfang recht knackig.

Als Drachentöter sind wir jedoch nicht nur in der Lage übermenschlich stark zu werden, nein, auch besitzen wir die Gabe des Gedankenlesens. Per simplem Klick während eines Gesprächs opfern wir ein wenig Erfahrung und bekommen die Gedanken des Gesprächspartners zu lesen. Dadurch eröffnen sich zusätzliche Lösungswege, Rabatte bei Händlern, man erfährt Passwörter oder den Aufenthaltsort von Schatztruhen, Schlüsseln und Personen. Jedoch sollte man vorsichtig sein. Je nach geistiger Stärke des Gegenübers kostet das Lesen einen unterschiedlichen Erfahrungspunktewert. Während der Schweinezüchter beispielsweise keine Herausforderung darstellt, tut es der Geist einer Insel umso mehr. Dafür bekommen Sie für das Lesen der Gedanken der Wächterinsel allerdings auch einen Stufenaufstieg spendiert.

Erfahrung und Stufenaufstiege bekommen Sie durch vielerlei Dinge. Einerseits durch gelöste Aufträge, andererseits aber auch durch erledigte Gegner. Steigen Sie eine Stufe auf, so lassen sich fünf Punkte auf Werte wie Stärke und Gewandheit verteilen, sowie eine Fähigkeit ausbauen. Insbesondere durch den knackigen Schwierigkeitsgrad zu Beginn des Spiels sollten die Fähigkeiten gut gewählt sein. Je nach persönlichem Spielstil können Sie zwischen Nahkampfattacken, magischen Fertigkeiten (wie etwa einem Heilzauber) oder neuen Fernkampfschüssen entscheiden.

Nach einigen Stunden Spielzeit erobern Sie den Drachenturm und können sich fortan in eine der Echsen verwandeln. Nur dank der Formwandlung können Sie schließlich gegen Damian ins Feld ziehen.

Nach mehreren Spielstunden stoßen Sie schließlich auf den gesuchten Drachen, den die Dorfbewohner sichteten. Dieser ist jedoch schwer verletzt und attackiert Ihren - sowieso schon geschwächten - Geist. Dadurch dringt der Geist des Drachens in Sie ein und Sie werden vom Jäger zum Gejagten. Durch die Drachenpräsenz sind Ihre ehemaligen Verbündeten Ihnen nun feindlich gesinnt und sehen Sie als Drachenritter an. Erobern Sie nun allerdings auch noch den Drachenturm, so können Sie sich in eine der Schuppenbestien verwandeln und feuerspeiend die Lüfte unsicher machen.

Mit der Verwandlung in die Drachenform ändert sich das Spielgefühl jedoch schlagartig. Als Drache können Sie keine Gegenstände aufnehmen, keine Personen auf dem Boden sehen und somit auch keine Gespräche führen. Vielmehr nutzen Sie die Drachenform als schnelle Reisemöglichkeit und um feindliche Balisten, Angriffsflieger oder Türme zu zerstören. Das ganze erinnert dadurch ein wenig an ein Flug-Actionspiel. Dennoch eröffnet die Fluggestalt auch neue Möglichkeiten. Nun lassen sich unzählige Ebenen erkunden, feindliche Basen systematisch durch Feuerballbeschuss zerlegen und unzählige Kleinigkeiten entdecken. Von Teleportern, über Zeltlager, bis hin zu Schiffswracks oder kleinen Dörfern - es lohnt sich Rivellon auszukundschaften.

Erzbösewicht Damian muss gestürzt werden. Das stellt sich allerdings als gar nicht so leicht heraus.

Viel Zeit bleibt Ihnen dazu nicht, denn Oberbösewicht Damian versucht das Land zu erobern um Tod und Verderben zu streuen. An zahlreichen Orten taucht der Glatzkopf jedoch auf, redet auf unseren Helden ein und schickt Ihnen in bester Bond-Manier seine Schergen auf den Hals. Ein wirkliches Gefühl der Bedrohung kommt dadurch nicht auf.
Etwas nervig sind dagegen die unzähligen Behälter mit teilweise nutzlosen Gegenständen, die sich an jeder Ecke befinden. Viel Geklicke ist somit nicht zu vermeiden. Auch fasst das Inventar nur 100 Gegenstände und sollte somit ordentlich geführt werden. Wer nur Blumen für eigene Tränke, Erze für eigene Verbesserungen oder Leichenteile (ja, Leichenteile!) sammelt, der macht weder das große Geld, noch hat er Platz für wichtige Ausrüstungsteile wie Waffen und Rüstungen. Die Leichenteile brauchen Sie im übrigen für Ihren eigenen Nekromanten, der einen kleinen Helfer bastelt, der tatkräftig im Kampf mithilft.

Divinity 2 - Ego Draconis Freigegeben ab 12 Jahren Erhältlich für: PC und Xbox360

Homepage 

Trotz kleiner Mängel wie der etwas veralteten Grafik, den teils unübersichtlichen Kämpfen gegen ganze Gegnerhorden oder dem mühsamen Durchsuchen von Behältern ist das Spiel doch eines der Rollenspielhighlights des Jahres. Wer nichts gegen Charakterausbau, Item-Sammeltrieb und interessante Aufträge hat, der schlägt zu oder macht einfach bei unserem GEWINNSPIEL mit.

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