Am Ende regiert das Chaos...

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Der Spartaner und neuer Kriegsgott Kratos sehnt sich nach Rache. Doch wird er diese in Teil 3 des mythologischen Schnetzelspiels erhalten?

Hätte der Spartaner und „God of War 3“ Protagonist „Kratos“ damals im Actionspektakel „300“ mitgespielt, so wäre die Story wohl eine ganz andere. Nicht nur, dass der muskelbepackte Glatzkopf es alleine mit halben Armeen aufnimmt, nein, im Laufe der Trilogie eignet er sich Fertigkeiten zahlreicher griechischer Götter an, wird zum neuen Kriegsgott und schwört sogar, Zeus zu töten. Von Jan Schmitt

Der Olymp ist in Gefahr. Die turmhohen Titanen wollen Rache an den Göttern nehmen und erklimmen langsam den Berg Zeus'. Auf dem Rücken von Titanin Gaia sitzt ER, der, der den Kriegsgott Ares tötete und somit selbst zum Kriegsgott wurde, er, der die Büchse der Pandora öffnete: Kratos. Der blutrünstige Spartaner schwört Rache und nahm sich zum Ziel, den Olympianer zu töten. Kein Wunder also, dass die Götter etwas gegen den Aufstieg der Titanen haben und zur Verteidigung ansetzen. Nun liegt es am Spieler, die Gefahr abzuwenden und nach den zwei hervorragenden Vorgängern in „God of War 3“ endlich Rache zu nehmen.

Zu Beginn des Spiels klettert Kratos schon an Titanin Gaia empor, während diese den Olymp stürmt und vom Meeresgott Poseidon angegriffen wird.

Schon der Spieleinstieg fällt wahrhaft episch aus. Auf dem Rücken von Gaia kletternd wehrt der Spieler als Kratos die ersten herkömmlichen Gegner ab, lernt nebenbei die Steuerung und stellt sich schließlich dem Meeresgott Poseidon, der es sich zur Aufgabe machte, Gaia vom Olymp zu schleudern. Grundsätzlich bleibt sich das Action-Adventure also treu: Kratos schwingt seine Klingen, schnetzelt sich galant und zeitgleich brachial durch Unmengen von Gegnern, liefert sich taktische Bosskämpfe und löst in ruhigeren Phasen Rätsel. So langweilig sich das Spielprinzip anhört, so süchtig machend entpuppt es sich nach wenigen Minuten.

Die spektakuläre Grafik und der leichte Verwischeffekt sorgen für offene Münder. Die brutalen Tötungsszenen sind dagegen eher Geschmackssache.

Das liegt hauptsächlich an der fantastischen Grafik, die große Areale erlaubt und auch bei den flüssig animierten Kämpfen nicht ins Stocken gerät. Die beiden Chaosklingen flirren orange glühend durch die Luft, gehen von Angriff zu Angriff über und bewegen sich schlichtweg realistisch, während Kratos Muskelpartien zwar immer angespannt scheinen, sich allerdings gut im hervorragenden Licht- und Schattenspiel machen. So wird die Sicht beispielsweise kurz schlechter, wenn der Spartaner von einem hell erleuchteten Raum ins Dunkle tritt. Erst nach einigen Sekunden hellt das Bild auf - das sorgt für eine realistische Optik. Die einfache und einprägsame Steuerung sorgt zudem dafür, dass auch Anfänger sich schnell zurecht finden und wohl-choreographierte Aktionen flüssig ineinander übergehen.

Schnelle Reaktionen sind gefragt

Nehmen die - durchaus knackigen, aber nachvollziehbaren Rätsel - eher einen kleinen Teil des Spiels ein und beschränken sich auf das richtige Verwenden von Objekten in eher kleineren Gegenden, so nehmen die Kämpfe gegen Wesen der griechischen Mythologie die meiste Spielzeit in Anspruch. Da werden mit Komboangriffen Harpyien vom Himmel geholt, Skelette als lebende Schutzschilde missbraucht und durch die Gegend geworfen oder der schlangenartigen Medusa der Kopf abgerissen. Ja, „God of War 3“ geizt nicht mit Brutalität und ist definitiv kein Spiel für Kinder. Hat Kratos lange genug auf einen besonderen Gegner eingedroschen, so ploppt ein Zeichen über dessen Kopf auf. Geht man nun nahe heran und drückt die entsprechende Taste, so beginnt ein Quick-Time-Event. In recht kurzen Zeiträumen muss der Spieler nun die passende Taste drücken, dann wird der Gegner wortwörtlich auseinandergenommen.

In Kämpfen gegen Standardgegner ist kein besonderes können gefragt. In der Regel reicht draufkloppen und ausweichen.

Diese Quick-Time-Events kommen insbesondere bei den groß angelegten und taktischen Bosskämpfen häufig vor. So müssen wir beispielsweise den Gott der Unterwelt Hades erst eine Weile mit Schlägen traktieren, bis dieser kurz in die Knie bricht. Per QTE wird nun ein Teil seiner Rüstung herausgerissen, dann geht der Kampf in die nächste Runde - mit neuen Attacken und weiteren Quick-Time-Events. Spieler, die also blind auf die Controllerknöpfe drücken, haben keinen Erfolg. Sind die Kämpfe gegen normale mythische Wesen noch relativ leicht, so treiben die Kämpfe gegen die Götter einen fast in den Wahnsinn. Soviel ist zu beachten, so taktisch vorzugehen. Eine kleine Erleichterung bringen da die verschiedenen Waffen. Neben den herkömmlichen Chaosklingen beispielsweise ein Flammenbogen und Panzerhandschuhe.

God of War 3

Ab 18 Jahren

Erhältlich für: PS3

Homepage

Spieler, die gerne durch eine abwechslungsreiche und toll designte Welt klettern, rätseln und kämpfen, erleben mit „God of War 3" also einen zweiten Frühling. Zwar mag das Spiel teilweise ziemlich blutig sein, beispielsweise, wenn Kratos Poseidon verdrischt und man das Ganze aus der Sicht des Olympianers wahrnimmt (samt knochenknacken), allerdings macht die generell gelungene Inszenierung diese kleine Übertreibung wieder wett. Ähnliche Spiele wie beispielsweise „Dantes Inferno" können also einpacken

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