Schnelles Geschrammel zu Metalklängen

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Wenn mehrere Spieler mit Plastikgitarren vor dem Fernseher stehen und wie wild auf bunte Knöpfe drücken, dann ist es wieder Zeit für „Guitar Hero“.

Die Ära der Musikspiele ist vorbei. Zwar finden Titel wie „Singstar“, „Rockband“ und „Just Dance“ durchaus noch Abnehmer, die Zeiten großen Glanzes haben jedoch ein Ende gefunden. Mit „Guitar Hero: Warriors of Rock“ erleben Fans nun noch einmal ein Highlight des Genres. Von Jan Schmitt

„Guitar Hero: Warriors of Rock“ wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches „Guitar Hero“. Während im Hintergrund Songs von verschiedenen Bands der Rock-Sparte ablaufen, steht der Spieler mit einer Plastikgitarre vor dem Fernseher, drückt die richtigen Tasten und schlägt - im Idealfall - zum richtigen Zeitpunkt die Saiten an. Wann genau welche Taste gedrückt und wann angeschlagen werden muss, das symbolisieren von oben herabfahrende Tastensymbole. Je nach gewähltem Song und Schwierigkeitsgrad erscheinen die zu drückenden Tasten in unterschiedlichem Tempo und Rhythmus. Zusätzliche Anweisungen, wie das Drücken und Halten mehrerer Tasten zur selben Zeit, erschweren das Spielprinzip und sorgen für Abwechslung.

Story im Spielgeschehen

Jeder Song unterscheidet sich in Schwierigkeit, Tempo, Rhythmus und Länge. Nur wer seine Starpower im richtigen Moment einsetzt und alle Töne trifft, kommt an die ganz hohen Wertungen heran.

Am Fundament ist der neuste „Guitar Hero“-Teil also gleichbleibend mit seinen Vorgängern. Das darauf aufgebaute Grundgerüst veränderte sich jedoch. Da wäre als größte Neuerung wohl der „Quest-Modus“, der endlich so etwas wie eine Story in das Spielgeschehen bringt. Ein Monster, zusammengesetzt aus Bühnen- und zahlreichen Schrottteilen, sorgt für Unheil und kann nur mit einer legendären Gitarre aufgehalten werden. Unglücklicherweise ist diese jedoch nicht auffindbar und muss erst wieder gefunden werden. Da dies jedoch alleine ein wenig schwer wäre, braucht der Spieler Gefährten. Also klampft er sich in den kommenden Stunden durch zahlreiche Songs und wirbt dabei bis zu acht neue Bandmitglieder an.

Boni durch neue Bandmitglieder

Jedes Bandmitglied unterscheidet sich dabei durch den Musikstil. Bevorzugt Iro-Träger Johnny Napalm Songs aus der Punk-Ecke, so bereichert Höllenlady Pandora den Goth-Bereich und Axel Steel den klassischen Metal. Jedes Bandmitglied hat zudem einige Boni, die das Spielen zu einem Erlebnis machen. Das sind mal Punktmultiplikatoren, ein besser gelauntes Publikum oder mehr Starpower. Starpower? Die Energie, die sich durch längere, treffend gespielte Notenkombinationen langsam auflädt, kann per Knopfdruck mitten im Song aktiviert werden und verdoppelt den aktuellen Punktemultiplikator. Glücklich ist der, der es in notenreichen Songpassagen so auf ein „x8" schafft.

Wurden genug Sterne für die Bandmitglieder gesammelt, so verwandeln sie sich und bieten fortan stärkere Boni und ein neues Aussehen. So kommt es vor, dass auf der Bühne Teufelsfrauen, Eber oder Cyberwesen herumlaufen.

Mit genügend Punkten oder herausragenden Spielleistungen bekommt der Spieler nach und nach Sterne, die, in der Summe das gewählte Bandmitglied zur Verwandlung treiben. So wird aus der simplen Rockgöre ein Teufelsweib oder aus der Erfinderin ein strahlendes Metallwesen. Eine Zugabe erlaubt zudem direkt den neuen Charakter in Aktion zu erleben und von den erweiterten Boni zu kosten. Seltsam nur, dass die Zugaben zu den leichteren Kalibern des durchaus schweren Spiels gehören. Um als absoluter Anfänger an der Plastikgitarre Erfolge erzielen zu können, bedarf es einiger Einarbeitung, einem niedrig gewählten Schwierigkeitsgrad und einer guten Konzentrationsfähigkeit. Profis toben sich derweil bei Songs von Dragonforce oder Megadeth aus.

Gut 93 Titel von dutzenden Künstlern bieten genug Abwechslung

Guitar Hero: Warriors of Rock

Ohne Altersbeschränkung Erhältlich für: 360, PS3, Wii Homepage

Neben dem neuen Modus bleibt jedoch alles beim Alten. Erneut lassen sich eigene Charaktere im Editor erstellen, einzelne Songs auswählen und Spielen (egal mit welchem Instrument) und mit Freunden vor der Konsole ein Band-Ambiente schaffen. Mit der Zeit werden so neue Bühnen, Charaktere, Instrumente und vieles mehr freigeschaltet - und wem das nicht genug ist, der kann sich (teils kostenpflichtig) neue und alte Songs herunterladen. Die gut 93 Titel von dutzenden Künstlern bieten aber auch so genug Abwechslung für einige Abende. Egal ob mit bekannten Titeln wie „Uprising“ von Muse, „Bleed it out“ von Linkin Park, „Love Gun“ von KISS und „Chemical Warfare“ von Slayer oder mit eher unbekannten Interpreten wie Flyleaf und Dethklok - jeder findet irgendetwas für sich.

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