Actionreiche Kämpfe über den Wolken

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Schon im letzten Jahr krachte es richtig, als Teil 1 des Action-Flugspiels einschlug. Rasante Dogfights waren an der Tagesordnung - nur die Abwechslung fehlte. Nun erschien Teil 2 und bessert manche Vorgängerfehler aus.

Rasend schnell schießen die Jets über die Wolkendecke, zischen aneinander vorbei und stürzen fast senkrecht in Richtung Erdoberfläche, um sich nur wenige dutzend Meter über dem Boden wieder abzufangen und in neue Höhen zu steigen. „H.A.W.X 2" im Test. Von Jan Schmitt

Schaut man sich in Elektronikfachgeschäften um oder studiert Fachmagazine, so wird man eines höchst selten treffen: hochwertige Flugsimulationen. Seit Jahren kam kein Titel mehr auf den Markt, der wirklich begeistern könnte, und auch das Genre der actionreichen Luftkämpfe stagniert. 2009 warf Publisher Ubisoft zwar mit „Tom Clancys H.A.W.X" einen Titel auf den Markt, der durchaus innovativ und spielbar war, jedoch an einigen Stellen kränkelte. Der Erfolg blieb aus. Nun versucht der Nachfolger alles besser zu machen und erneut zischen die Düsenjets in den Himmel, bereit sich spannende Dogfights zu liefern.

Obwohl die Gebiete in Ubisofts neuem Flugspiel durchaus abwechslungsreich sind, wirken sie nur aus der Höhe schön. Im Tiefflug zerstört Detailarmut die Atmosphäre.

Wurde der Vorgänger komplett als Actionspiel ohne Realismuskomponente präsentiert, so versucht „H.A.W.X 2" nun ein Gleichgewicht zu finden. Zwar ist die Geschichte immer noch belanglos und kommt mit Clancy-typischem „Böse Russen, böse Waffenhändler und geklaute Atombomben"-Drama daher und noch immer lassen sich die engsten Schleifen und riskantesten Manöver ohne realistische Folgen fliegen, allerdings sind die Missionen nun an reale Flüge angelehnt und damit auch abwechslungsreicher. Musste man sich vor einem Jahr noch hauptsächlich Dogfights liefern oder bestimmte Stellungen unter Beschuss nehmen, so schlüpft man nun zusätzlich an das Steuer von Drohnen und riesigen AC 130-Bombern.

Neue Missionstypen sind schlichtweg nervig

In den Drohnen- oder AC130-Missionen steuert der Spieler in der Regel nur das Fadenkreuz und muss verschiedene Punkte unter sich anvisieren.

Man könnte nun meinen die unterschiedlichen Flugzeugtypen würden das durchaus passable Spiel in höhere Ligen treiben und Fans von Düsenjets in den siebten Himmel befördern, doch dem ist leider nicht so. Bestehen die Missionen an Bord herkömmlicher Flugzeuge noch immer hauptsächlich aus Dogfights, so sind die neuen Missionstypen schlichtweg nervig. Da muss mal ein Jeep beschützt, ein paar Bomben abgeworfen oder ein Aufklärungsflug gemacht werden - und das einzige, was der Spieler sieht, ist ein Fadenkreuz. Richtet man dieses auf die richtigen Punkte in der Landschaft, so tritt eine Automatik in Kraft, die selbstständig Bomben abwirft oder das Gebiet auskundschaftet. Spielerischer Anspruch fehlt komplett.

Actionfans freuen sich, Realismusbegeisterte wird es stören: Das Flugverhalten. Dieses unterscheidet sich zwischen den Flugzeugen nur marginal und besonders enge Kurven oder Schleifen sind leicht machbar.

Ähnlich sieht es bei den herkömmlichen Missionen aus. Statt intelligent agierender Feinde, regiert die Masse. Nicht selten kleben dem Spieler drei bis vier gegnerische Flieger am Heck und lassen sich nur durch irrsinniges Drehen, Schleudern und Schießen vom Himmel holen. Feindliche Raketen werden dabei fast automatisch abgeschüttelt. Nur durch taktisches Fliegen bekommt man die Blecheimer höchst selten vors Gewehr. Da bringen auch die Flügelmänner nichts, denen zwar Ziele zugewiesen werden können aber die auch nichts treffen. Ein Zeitlimit sowie die ständig vorrückenden eigenen Bodentruppen garantieren immerhin etwas Härte in die Missionen.

Was ist der Unterschied?

H.A.W.X 2

Erhältlich für: PS3, Xbox360, PC

Ab 16 Jahren

Homepage

Was unterscheidet Teil 1 nun also von Teil 2? Zum einen wären da ein paar neue Flugzeuge und die neuen Missionstypen, zum anderen die Starts und Landungen, die beispielsweise zum Aufstocken von Munition notwendig sind. Die Grafik hat sich nur leicht verbessert, noch immer sind die Bodentexturen schwach und erinnern an Großaufnahmen von „Google Earth", während Explosionen und Flugzeuge sich durchaus sehen lassen können. Auch ist der Multiplayer samt Koop-Missionen durchaus unterhaltsam, selbst, wenn man im Wirrwarr der Richtungen seinen Mitspieler höchst selten zu sehen bekommt. Zu empfehlen ist der Titel deswegen nur an Freunde der actionlastigen Luftkämpfe und für kurze Mehrspielerpartien an langweiligen Wochenenden.

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