Gerissenes Actionfeuerwerk für die Playstation 3

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Die Helghast sind zurück - na gut, eigentlich waren sie nie weg. „Killzone 3“ setzt genau dort an, wo Teil 2 endete.

Besitzer der Sony Konsole wissen es bereits: „Killzone“ steht für Actionfeuerwerk allererster Güte. Als Gegenpart zu „Gears of War“ auf der Xbox360, sind die groß angelegten Bombastwerke rund um Helghast&Co. schon länger einer der PS3-Kaufgründe. Nun erschien Teil 3. Von Jan Schmitt

Ein bisschen seltsam wirkt es schon. Da gelten die Tage der Weltkrieg-Shooter als vorbei, die Spieleindustrie widmet sich neuen Schauplätzen und schlussendlich hat man doch wieder den typischen Verschnitt vor der Flinte. In „Killzone 3“ sind die Parallelen kaum zu übersehen. Zwar spielt die Reihe in einem anderen Zeitalter und auf einem anderen Planeten, doch sorgen Namen von Bösewichten wie Wissenschaftler Stahl oder der an Stalin erinnernde Orlock nicht gerade für positive Assoziationen. Gehüllt in Uniformen, Reden schwingend und mit einer Armee an kompromisslosen Helghast unter sich, stellen die beiden stereotype Antagonisten dar. Aber wen interessiert bei „Killzone“ auch schon die Story? Es ist immer noch Krieg, die Welt droht unterzugehen und in der Rolle des Soldaten Sevchenko versucht der Spieler irgendwie in die Geschehnisse einzugreifen. Heldenepos eben.

Menschen und Mechs kämpfen zusammen. Wer mit einem düsteren Zukunftsszenario nichts anfangen kann, ist mit diesem Titel falsch bedient.

Viel wichtiger ist die Inszenierung - und die glückte den Entwicklern von Guerilla Games wahrhaft. Wie in den „Call of Duty“-Teilen fliegt im Minutentakt irgendetwas in die Luft, die Hölle bricht los und den Spieler überkommt die Panik. Clever agierende Feinde rücken offensiv vor, nutzen Deckungen, werfen Granaten und können (je nach Schwierigkeitsgrad) schon in der Spielmitte eine echte Herausforderung darstellen. Fahrzeuge, Jetpacks und Geschütze sorgen für Extrawumms im Angesicht des Feindes, wenn die zahlreichen, realistisch anmutenden Waffen mal nicht reichen. Im Laufe der Kampagne geht es zudem über den kompletten Planeten, wodurch die Umgebung extrem abwechslungsreich daherkommt. Neben graubraunen Stadtlandschaften geht es auch mal in Wälder oder Schneeumgebungen.

Seite an Seite dem Feind entgegen

Doch was wäre ein Shooter, wenn er nur actionreiche Kost hätte? Wohl so etwas wie Segas „Vanquish“ das zwar durchaus auch Spaß macht, jedoch komplett an realistischer Komponente geizt. In „Killzone 3“ kommt es auch zu ruhigeren Passagen. Ein Schelm wer da an Scharfschützenmissionen eines „Call of Duty“ denkt. Die ruhigen Passagen wechseln sich stetig mit den Effektorgien ab und erlauben so auch mal ein Durchatmen. Wer zudem gerne zu zweit unterwegs ist, der kann die Kampagne per Splitscreen mit Partner von der Couch aus spielen. Praktisch und Spielspaß fördernd ist das allemal, selbst, wenn die Koop-Option online nicht verfügbar ist und der Bildschirm senkrecht geteilt wird - Übersicht ist etwas anderes.

Die Grafik des Titels ist bombastisch. Große Areale sorgen für tolle Aussichten und Lichteffekte.

Neben der rund acht Stunden langen Kampagne warten noch typische Mehrspielermodi auf den Spieler. Damit man, euphorisch vom Erfolg im Einzelspielermodus, nicht unüberlegt ins Kreuzfeuer springt, spendierte man dem Spiel einen Bot-Modus. Alle Mehrspielerkarten, -spielmodi und -optionen lassen sich somit auch alleine bewältigen und trainieren. Die Erfahrungspunkte, die jede Partie gegen menschliche Mitstreiter garantieren, gibt es zwar nicht - aber empfehlenswert ist die Übungsoption allemal. Zur Auswahl stehen fünf Klassen, die, jede mit ihren eigenen Eigenschaften und Vorteilen, nur im Team wirklich effektiv sind. Einzelgänger haben schwere Karten, werden wohl möglich nur über den Haufen geschossen und schalten keine neuen Ausrüstungsgegenstände (wie beispielsweise Überwachungsdrohnen) frei.

Spielerlebnis in 3D sorgt für dichte Atmosphäre

Killzone 3

Ab 18 Jahren

Erhältlich für: PS3

Homepage

Technisch ist „Killzone 3“ über alle Zweifel erhaben. Die Hardware der Playstation 3 wird durch zahlreiche Partikel, Effekte und die unglaubliche Dynamik im gesamten Bildaufbau ausgereizt. Die Möglichkeit das Spielerlebnis in 3D zu genießen, sorgt zudem für weitere Bildtiefe und eine dichtere Atmosphäre. Auch beim Sound gibt es kaum etwas zu bemängeln. Die Effekte wummern klar und realistisch aus den Boxen, die Stimmen passen und wurden an jeden Charakter angepasst. Englischkenner wechseln trotzdem auf die bessere englische Sprachausgabe. Die Steuerung des Vorgängers wurde ebenso den modernen Bedürfnissen angepasst. Aktionen werden ohne Verzögerung ausgeführt, das Waffenhandling wurde optimiert und einzig die Dreh-Aktionen durch Controllerdrehung nerven auf Dauer. Wer die Möglichkeit hat, spielt zudem per Move-Controller.

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