Strategische Schlachten in Bonbonoptik

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„King's Bounty: Armored Princess" ist, trotz seiner bunten Grafik, ein durchaus interessantes und forderndes Spiel.

Es gibt Momente im Leben eines Spieletesters, da fragt man sich, ob sich die Entwickler beim Programmieren und designen ihres neusten Werkes lustige kleine Pillen eingeworfen haben. „King's Bounty - Armored Princess" ist so ein Fall, denn der Strategie-Rollenspiel-Mix kommt in knallbunter LSD-Optik daher. Von Jan Schmitt

So langsam müssten es die Bewohner der verschiedenen Fantasyreiche doch wissen: Dämonen sind böse, Erzdämonen noch böser und Städte halten nicht ewig dem Ansturm von tausenden von Monstern stand. Dennoch befreit irgendein Wahnsinniger immer und immer wieder das „uralte Böse" und nur der strahlende Held bzw. die strahlende Heldin (in der Regel vom Spieler gesteuert) kann den Untergang des Reiches abwenden. „King's Bounty - Armored Princess" macht da keine Ausnahme, denn nachdem Erzdämon Baal den König besiegt und die Hauptstadt belagert, liegt es an Prinzessin Amelie den Schrecken abzuwenden - wer hätte es gedacht.

Schlachten werden auf den Hex-Feldern geschlagen. Im Minutentakt fallen hier Drachen, Roboter und andere Fantasywesen.

Im neuesten Werk von Katauri Interactive schlüpft der Spieler also in die Haut der Prinzessin und reist mit dieser durch eine kunterbunte Fantasywelt voller böser Viecher. Wie in den Spielen der „Heroes of Might & Magic"-Reihe steuert der Spieler dabei Amelie durch Wälder, Dörfer und Städte, sammelt Gegenstände auf, spricht mit Auftragsgebern, heuert Söldner an und trifft auf feindliche Gesellen. Kommt es zum Kampf, so schaltet das Spiel in den rundenbasierten Modus, der sich auf einem bienenwabenartigen Schlachtfeld abspielt. Während die angeheuerten Söldner und Monster (vom Riesenwurm, über Ritter und Echsenwesen, bis hin zum Roboter) sich auf der einen Seite befinden, stehen die gegnerischen Einheiten auf der anderen Seite. Kleinere Umgebungsgegenstände, wie Baumstämme oder Felsen dienen als Deko und strategische Punkte.

Die zahlreichen Aufträge lassen sich annehmen oder ablehnen. Große spielerische Abwechslung fehlt jedoch. Oftmals muss nur ein bestimmter Gegner erledigt werden.

Nun lassen sich rundenweise die Einheiten aufeinander zuzubewegen und zum Kämpfen animieren. Jedes der unzähligen Wesen hat dabei eine ganz besondere Fertigkeit um den Gegner zu schwächen oder die eigenen Reihen zu stärken. Die einzelnen Einheiten aufeinander abzustimmen wird somit zur Pflicht, da sonst elementare Löcher in der Verteidigung klaffen könnten, wenn zum Beispiel die Fernkämpfer fehlen. Kommt es doch einmal zu brenzligen Situationen, so besteht die Möglichkeit, dass entweder die Prinzessin selbst oder ihr kleiner Drache eingreifen. Während Amelie dafür genug Mana braucht aber nicht unbedingt auf Entfernungen zum Gegner angewiesen ist, lässt sich der Drache nur einsetzen, falls sein Wutbalken gefüllt ist. Dies geschieht in der Regel allerdings recht schnell und die Attacken der Schuppenbestie drehen nicht selten den Spieß um und retten die verloren geglaubte Runde wieder.

Mit der Zeit kommt der Erfolg

Durch erledigte Aufträge und Kämpfe erhält der Spieler schließlich Erfahrungspunkte und Geld. Ersteres führt zu Stufenaufstiegen, die - genauso wie verbesserte Ausrüstung und neue Talente - die eigenen Einheiten verstärken, während das Geld sich in neue Söldnereinheiten investieren lässt. Dank der hohen Verluste in den Kämpfen und dem sowieso schon gehobenem Schwierigkeitsgrad ist es sowieso Pflicht für konstanten Einheitennachschub zu sorgen. Anfänger haben in „King's Bounty - Armored Princess" übrigens ihre Startschwierigkeiten, denn das spieleigene Tutorial erklärt nur die wichtigsten Grundzüge, lässt aber viele Details offen und sorgt somit für Verwirrung.

King's Bounty - Armored Princess

Ab 12 Jahren, Erhältlich für: PC Homepage

Schlussendlich ist der Titel ein Mekka für Strategen, überfordert Neulinge jedoch durch pure Gegenstands- und Monstermasse. Wer jedoch gerne die schönen 3D-Landschaften erkundet, dem atmosphärischen Soundtrack lauscht und sich an den vielen - wenn auch ähnlichen - Quests erfreuen kann, dem könnte „King's Bounty - Armored Princess" durchaus zusagen.

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