Tapfere Videospielheldin aus neuer Perspektive

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Zusammen mit Aztekenkrieger Totec kämpft sich Lara Croft durch eine Horde Spinnen. Wer das ganze Potential des Titels entfalten möchte, der spielt mit Freunden.

Sie springt, sie klettert, sie forscht und kämpft und besonders Männer schauen ihr gerne dabei zu: Videospielikone Lara Croft. Mit „Guardian of Light“ erschien nun ein Titel, der die Britin einmal aus einer ganz anderen Perspektive zeigt - und das mit männlicher Begleitung. Von Jan Schmitt

Die Gefahren könnten unterschiedlicher nicht sein. Zahlreiche Fallen und Gegner begegnen den beiden Protagonisten auf ihrem Weg.

Denkt man an Spiele der „Tomb Raider“-Reihe, so hat man in der Regel die Rückseite von Frau Croft im Auge. Sieht man einmal von Handheld-Abenteuern ab, so erkundete man alte Ruinen, Tempelanlagen, Höhlen und Gemäuer immer aus der 3rd-Person-Ansicht. So baute sich schnell Atmosphäre auf, denn die hübschen Umgebungen, Kämpfe und Rätsel ließen sich von nahem betrachten und man wusste nie, was hinter der nächsten Ecke lauert. Mit dem neusten Abenteuer der Archäologin ändert sich das, denn die fest positionierte Kamera zeigt das Geschehen von schräg oben - quasi wie im Actionrollenspiel „Diablo“.

Skeptische Stimmen im Vorfeld groß

Doch kann das überhaupt klappen? Die skeptischen Stimmen im Vorfeld waren groß, insbesondere, da das Abenteuer nicht im regulären Handel zu erwerben ist, sondern nur als kleines Zwischendurchabenteuer zum Download für PC, PS3 und Xbox 360 bereitsteht. Und dann ist da noch die Sache mit dem Mehrspielerpart. Doch nach den ersten Minuten im Spiel zeigt sich schnell: Es mag vielleicht kein waschechtes „Tomb Raider“ sein, entwickelt aber den bekannten, kreativen Spielfluss und unterhält ebenso gut, wie ältere Abenteuer der weiblichen Version von Indiana Jones - nur eben auf einer anderen Ebene.

Schon der Start fällt actionreich aus. Ein Artefakt entfesselt seinen Fluch und verwandelt Menschen in Ungeheuer, die die Welt ins Chaos stürzen könnten.

Sucht Lara in der Regel nach einem oder mehreren Artefakten und hält dies kurz vor Spielende schließlich in Händen, so dreht sich hier der Spieß herum. Im Intro findet sie das begehrte Stück, wird von Gaunern überrumpelt und erlebt hautnah mit, wie diese sich durch einen Fluch in Monster verwandeln. Nun muss also die Bedrohung durch die Verfluchten abgehalten werden, da diese die Welt ins Chaos stürzen könnten. Zugegeben, die Geschichte könnte interessanter oder innovativer sein - aber wen interessiert bei einem Spiel der Marke Lara Croft denn auch schon die Story. Also werden die beiden Pistolen gehalftert, das Gehirn eingeschaltet und ab geht es in ein eigentlich recht klassisches Abenteuer.

Wie gelangt man zu den zahlreichen Extras?

Vor und nach jeder Mission blickt der Spieler auf eine Übersicht, die genau anzeigt, was es zu holen gibt. So lässt sich gezielter suchen.

Wie in den bisherigen Teilen, so schießt, knobelt und klettert sich Lara auch in „Guardian of Light“ durch riesige Tempelanlagen. Das klappt trotz der ungewohnten Perspektive erstaunlich gut und auch wenn man die zahlreichen Extras meistens im Vorfeld schon sieht, so stellt sich doch immer noch die Frage, wie man zu diesen gelangt. Und es gibt viele dieser Extras. Manche bringen klassische Erfolge, andere neue Waffen, Highscores, Werteveränderungen oder dauerhafte Boni. So finden wir in einem der Herausforderungs-Gräber beispielsweise ein Upgrade, dass unsere Lebensenergie dauerhaft steigert. Das Gleiche gibt es auch für Munition oder generelle Werte. Kleine Artefakte bringen etwa Vorteile und Abzüge in Kraft oder Verteidigung.

Zusammen hüpft und kämpft es sich am spaßigsten

Der größte Unterschied zu anderen Spielen der Gattung macht jedoch Aztekenkrieger Totec. Dieser besitzt einen Schild, der feindliche Geschosse reflektiert oder Lara als mobile Treppe dient, sowie einen Wurfspeer, den Frau Croft ebenso als Kletterhilfe nutzen kann. Sie wiederum kann Totec mit ihrem Greifhaken abseilen. Das besondere daran: Nur im Koop-Modus taucht Totec durchgehend auf. Während im Einzelspielermodus Lara alle Fertigkeiten selbst besitzt und die Aufgaben alleine lösen muss, so schlüpft Spieler 2 im Multiplayer in die Rolle des Kriegers und Teamfertigkeiten sind gefragt. Solo mit Totec auf Reisen gehen, geht dabei leider ebenso wenig, wie mit anderen Spielern über das Internet.

Lara Croft and the Guardian of Light

Erhältlich für: PC, PS3, Xbox360

Homepage

Zusammen hüpft und kämpft es sich am spaßigsten. Zwar zickt die Kamera ab und zu ein wenig herum und lässt Gegner ausserhalb des Sichtfeldes auf den Spieler schießen, allerdings entschädigen die zahlreichen Extras sowie einige Herausforderungen mit Belohnungen. Wer wirklich hundert Prozent des Spiels absolvieren möchte, kommt also nicht darum herum die einzelnen, insgesamt rund acht Stunden langen Abschnitte mehrmals zu absolvieren. Doch bei der guten Grafik, die auch auf älteren Rechnern noch gut läuft, der intuitiven Steuerung und dem guten Spielfluss ist auch das kein Problem. Für den guten Preis von knapp 15 Euro ist der Titel auf jeden Fall zu empfehlen.

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