Vier gegen den Rest der Welt

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Tausende Zombies, vier Überlebende und jede Menge Action. „Left4Dead 2" ist ein kooperativer Shooter der Sonderklasse. Nur wer im Team arbeitet wird überleben.

Als vor etwa einem Jahr der Mehrspielershooter „Left4Dead" erschien, war die Aufregung groß. Die Möglichkeit, sich mit vier Spielern gleichzeitig durch die zombiefizierten USA zu kämpfen und dabei stets aufeinander angewiesen zu sein, schien nie langweilig zu werden. Nun erschien Teil 2 des Spiels. Von Jan Schmitt

Nick, Rochelle, Coach und Ellis stehen auf einem kleinen Spielplatz mitten in einem scheinbar verlassenen Dorf. Alle vier sind schwer bewaffnet und bereit, den Generator zu betanken, der neben ihnen steht. Doch die Benzinkanister sind über das ganze Dorf verteilt und ein Zeitlimit drängt zur Eile.

Nach einem kurzen Munitions-Check geht es auch schon los. Alle vier stürmen ein kleines, zweistöckiges Haus und hechten in den vierten Stock. Einzelne, schwache Zombies halten sie kaum auf, sterben sie doch nach einem Treffer erneut. Zwei der insgesamt 18 benötigten Benzinkanister stehen auf dem Balkon der Villa und scheinen schon so gut wie sicher, da ist auf einmal ein leises Kichern aus dem Bad zu vernehmen. Der junge Mechaniker Ellis schaut nach und keine zwei Sekunden später bricht Chaos aus.

In mehreren Spielmodi schlüpfen Sie in die Rolle eines besonders starken Infizierten und machen Ihren Mitspielern das Leben schwer. Der Hunter springt beispielsweise besonders weit und nagelt seine Opfer am Boden fest.

Als der Coach die Benzinkanister vom Balkon schmiss um unnötige Laufwege zu ersparen, brachen die besonderen Infizierten aus ihren Verstecken hervor. Der kichernde „Jockey" sprang auf den Rücken von Ellis und lenkte ihn dadurch aus dem Sichtfeld der anderen, während der „Boomer" sich anschlich und alle Überlebenden mit seiner übelriechenden und zombieanziehenden Gallenflüssigkeit vollspie. Noch dazu setzte der „Spitter" mit seinem Säureangriff die Benzinkanister in Brand und hindert die Überlebenden somit an der Flucht aus der Vordertür des Hauses. Rochelle springt allerdings vom Balkon und will sich im Nachbarhaus verschanzen, als mit einem lauten Kreischen der „Hunter" auf sie stürzt und seine Krallen in sie schlägt. Als schließlich dutzende von normalen Zombies die Villa stürmen geht die Runde zu Ende - alle Menschen wurden ausgeschaltet.

Während die Infizierten Zugriff auf jeweils zwei Fertigkeiten haben, stehen den Überlebenden zahlreiche Waffen zur Verfügung. Vom Sturmgewehr über Granaten bis hin zur Bratpfanne.

 Die oben beschriebene Szene spielt im „Scavenge-Modus" und ist in „Left4Dead 2" keine Seltenheit. Vier Spieler schlüpfen in die Rolle der Überlebenden und befüllen den Generator, während vier andere in die Rolle der Infizierten schlüpfen und versuchen müssen, die Überlebenden an ihrem Vorhaben zu hindern. Sind alle Kanister gesammelt oder alle Überlebenden ausgeschaltet, endet die Runde und die Teams wechseln die Rollen. Einzelgänger haben in „Left4Dead 2" keine Chance. Wird ein Überlebender von einem Hunter angefallen, so ist er solange hilflos den Klauen der Bestie ausgeliefert, bis ein Teamkollege ihn herabschießt. Fällt der Hunter einen Überlebenden jedoch inmitten der Gruppe an, so ist er schneller tot, als er Schaden anrichten kann. Nur Timing und Zusammenhalt führen somit zum Ziel.

Dabei ist der „Scavenge-Modus" nur eine Zugabe zum eigentlichen Spiel. Der eigentliche Hauptteil ist die Kampagne. Hier kämpfen sich die vier Überlebenden durch die Südstaaten der USA. Wie es zur Zombie-Apokalypse kam, wie der Virus aufzuhalten ist und warum gerade diese vier Personen überlebt haben, verschweigt das Spiel gekonnt. Eine Story ist sowieso nicht wirklich von Relevanz, denn „Left4Dead 2" beschränkt sich auf unkomplizierten Multiplayerspaß. Zusammen mit drei Freunden oder computergesteuerten Mitspielern gilt es, die Level möglichst unbeschadet zu durchlaufen. Hunderte schwache Zombies sowie die speziellen Infizierten stellen sich Ihnen in den Weg. So simpel das Spielgeschehen klingt, so unterhaltsam ist es mit menschlichen Mitspielern, wenn verzweifelt geschrien oder gut taktiert wird.

Left4Dead 2

Ab 18 Jahren

Erhältlich für: PC, Xbox360

Homepage

Im „Versus-Modus" macht das ganze dann nochmals einen Tick mehr Spaß, denn nun schlüpfen - ganz wie in „Scavenge" - andere Spieler in die Rollen der Infizierten. Während der Charger seine Gegner über den Haufen rennt, zieht der Smoker seine Opfer mit seiner meterlangen Zunge zu sich heran und behakt ihn mit seinen Klauen. Der selten auftauchende Tank wirft sogar mit Gesteinsbrocken oder reißt ganze Wände ein. Dabei bleibt das Spiel trotz der unterschiedlichen Fertigkeiten stets fair. Überlebende erreichen die rettenden Schutzräume nur, wenn Sie aufeinander aufpassen, während Infizierte kaum etwas aushalten und ihre Überfälle somit stets timen müssen.

Als Infizierter können Sie sich in der Regel aussuchen, an welchem Ort Sie wiederbelebt werden. Er darf nur nicht in Sichtlinie der Überlebenden sein.

Während die Infizierten stets nach einigen Sekunden Pause wieder an einem Ort erscheinen können, haben die Überlebenden schlechtere Karten. Sinkt die Lebensenergie auf null, so fällt der Getroffene zu Boden und kann sich mit verzweifelten Pistolenschüssen erwehren, bis er endgültig stirbt oder ein Mitspieler ihm auf die Beine hilft. Dank Heilungspaketen und größerer Lebensenergie fällt der Malus allerdings kaum auf. Die Grafik hinterlässt einen uneinheitlichen Eindruck: Einerseits wirken besonders die Innenräume sehr detailarm und karg, andererseits fällt dies im temporeichen Spielablauf nur selten wirklich auf. Die gelungenen Soundeffekte sorgen zudem für Atmosphäre. Dank der exzellenten Mehrspielerkomponente ist „Left4Dead 2" somit trotz der immer gleichen Aufgaben ein Winterhighlight.

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