Baukasten der Kreativen

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Putzige Charaktere, zahlreiche Gestaltungsoptionen, ein eigener Levelbaukasten und noch viel viel mehr machen „Little Big Planet 2“ zum Spiel für die ganze Familie.

Wenige Monate ist es nun her, dass der interaktive Spielebaukasten „Little Big Planet 2" für die Playstation 3 erschien. Das Jump&Run mit den herzzerreißenden Sack-Boys hat sich seitdem beständig weiterentwickelt - einzig und alleine durch die Kreationen der Spieler. Von Jan Schmitt

Als Einzelspieler ist „Little Big Planet 2“ vor allem eines: herkömmlich. In der Rolle eines kleinen, gestrickten Sack-Boys mit aufgenähten Augen hüpft, klettert, schiebt und rennt man durch allerlei unterschiedliche Welten, weicht Fallen aus und besiegt ab und an auch mal Gegner. Könnte ein modernes „Mario“ sein, ist jedoch viel mehr. Denn anstatt den Titel in einer statischen Welt spielen zu lassen, kann der kleine Stoffprotagonist allerlei verändern. Da werden physikalische Rätsel gelöst, Kisten gestapelt, sich überall festgehalten und Schwung genutzt um über Gefahren zu fliegen. Fällt man doch einmal in die Flammen oder kommt mit Strom in Berührung, sorgen zahlreiche Rücksetzpunkte für ein frustfreies Spielvergnügen.

Besonders im Koop-Modus sorgen die zahlreichen Kostüme für Laune. Wählbare Mimik unterstützt die fabelhafte Animation.

Die Geschichte ist dabei ebenso belanglos, wie kleinere Zwischenaufträge. Was zählt ist der Spaß, die Atmosphäre. Durch die teils quietschbunten Welten, der Möglichkeit auf verschiedenen Ebenen zu laufen (also auch mal weiter in den Bildschirm hineinzugehen, um Hindernisse zu umschiffen) und der eigenen Individualisierung der Welt und des Charakters, klappt das wunderbar. An jeder Ecke können neue Extras gefunden werden. Manchmal sind die Sticker, Accessoires und Gegenstände verborgen, manchmal liegen sie offen herum. Sticker lassen sich überall in der Welt platzieren - und damit vielleicht neue Geheimnisse ergründen. Accessoires passen den Sack-Boy den Vorlieben an und machen einen stilisierten Löwen, ein Zebra, eine Fee (samt Flügelchen), eine wandelnde Geburtstagstorte aus ihm. Die Möglichkeiten sind fast grenzenlos.

Kleine Gemeinheiten unter Freunden

Jedes Level lässt sich zudem kooperativ spielen. Insbesondere zu zweit vor der Konsole macht es eine Menge Spaß durch die vorgefertigten Levels zu ziehen, sich ständig neu zu verkleiden, sich aneinander festzuhalten und spezielle Zwei-Spieler-Passagen zu ergründen. Eine gewisse Schadensfreude ist dabei nicht auszuschließen, wenn man den Freund durch geschickte Physikaktionen in den Tod rennen lässt oder ein kleines Tänzchen veranstaltet, während der andere an Sprungpassagen scheitert. „Little Big Planet 2“ bietet selbst im Offline-Modus ein solches Vergnügen mit mehreren Spielern, gleich welchen Alters, dass ein Kauf sich lohnen könnte.

Per Editor und Baukasten lässt sich quasi alles erschaffen. Engelsflügel sind ebenso kein Problem wie abstrakte Versionen von realen Persönlichkeiten oder kleine Detailspielereien.

Doch das Spiel wurde bereits Ende Januar veröffentlicht und der beigefügte Editor erlaubt es jedem beinahe kinderleicht eigene Level und Spiele zu erstellen. Schon im Vorgänger diente das Internet als schier unendliche Quelle an neuen Herausforderungen, neuen Rätseln, neuen Ideen. Das hat sich in Teil 2 nicht geändert. Tausende von qualitativ hochwertigen Leveln und Spielvarianten fanden ihren Weg ins Netz und lassen sich dort innerhalb von wenigen Minuten abrufen und spielen. Eine Bewertungs- und Kennzeichnungsfunktion sorgt zudem dafür, dass sich die Masse an Möglichkeiten komfortabel filtern lässt. Lieber ein klassischer „Plattformer“, so wie es das Hauptspiel ist? Lieber etwas sportliches? Etwas zum Gruseln? Ein Rennspiel? Oder doch etwas ganz anderes?

Wer sich nicht im Takt der Musik bewegt, lebt gefährlich

Die Level sind teilweise so seltsam aufgebaut, dass man Wege gar nicht als solche erkennt. Bis zu drei Ebenen sorgen zudem für reichlich Möglichkeiten Geheimnisse zu verstecken.

Die Möglichkeiten - und auch der Spielspaß - sind grenzenlos. Findige Spieler erstellten mit „Stereo/mono 2“ ein Level, dass in komplette Dunkelheit gehüllt ist und nur aufleuchtet, wenn der Basspegel in die Höhe schnellt. Wer sich hier nicht im Takt der Musik bewegt, lebt gefährlich. In den zahlreichen „Basketball“-Varianten geht es da schon ruhiger zu. Geschaffen für zwei Spieler ist es das Ziel jeder Runde eine bestimmte Anzahl an Punkten durch Korbwürfe zu erzielen. Bei verringerter Schwerkraft und Trampolinplatten im Boden eine ziemlich luftige Angelegenheit, insbesondere, wenn der Gegner sich dann noch entschließt einfach den kompletten Sackboy herum zu werfen, anstatt sich nur auf den Ball zu konzentrieren.

Wer mit dem Grundprinzip von „Little Big Planet“ nicht viel anfangen kann, der kann sich auch an Remakes von Klassikern orientieren. Spiele wie das Spielhallen „Donkey Kong“ sind ebenso online zu finden, wie auch einzelne Level von „Zelda“-Spielen oder „Asteroids“. Fans von Filmen tauchen in den Welten von „Star Wars“ ab, Musikfans spielen per Fahrzeugfahrt ihre Lieblingssongs nach oder schnappen sich das Jetpack und fliegen Hochhäuser per Rammattacke um. So kurios die Möglichkeiten auch sind: Ausgereift sind nicht alle.

Mit Freunden entfaltet sich ganzes Potential

Little Big Planet 2

Ab 6 Jahren

Erhältlich für: PS3

Homepage

Schlussendlich ist „Little Big Planet 2“ ein Titel, der für eine Menge Spaß sorgen kann, wenn man sich auf die zahlreichen Onlineabenteuer einlässt und öfters mal Freunde vor der heimischen Konsole beherbergt. Alleine kann der Titel zwar auch eine Weile unterhalten, entfaltet jedoch nicht sein ganzes Potential. Die familienfreundliche Präsentation, die gute Sprachausgabe und die Möglichkeiten auch dem eigenen Kreativitätsdrang nachgeben zu können machen den Titel somit zum großen Kauftipp.

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