Effektorgie im Prügelheldenparadies

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Zwei Entertainment-Giganten treten gegeneinander an. Comicverlag Marvel und Spielehersteller Capcom. Doch wer kann die Arena siegreich verlassen?

Der Kommentator brüllt hysterisch ins Mikrofon, die Musik treibt die Kämpfer voran, auf dem Bildschirm flammen die Farben in wildem Stakkato nacheinander auf, dann ist auch schon wieder alles vorbei. Spider- und Ironman freuen sich, Dämonenjäger Dante liegt am Boden. Von Jan Schmitt

Ein wenig absurd ist es schon. Da wirft man die ganze Marvel-Superheldenriege, von Hulk über Spiderman bis hin zu Magneto zusammen mit Spielehelden des Publishers Capcom in einen Topf, nennt das ganze „Marvel vs. Capcom 3“ und hebt den Deckel erst wieder an, wenn sich alle gegenseitig aufs Maul gehauen haben. Es ist ein Zusammenschluss zweier riesiger Marken, bekannt geworden durch Comics und Spiele, mit Fans überall auf dem Globus. Doch kann das Prügelspiel auch überzeugen?

Marvel-Held Spiderman schießt, wer hätte es erwartet, des Öfteren mit Spinnenweben um sich. Dadurch lassen sich geschickt Kombos miteinander verwebe.

Schon zu Spielstart stehen 32 unterschiedliche Charaktere zur Wahl, weitere vier lassen sich freispielen. Jeder der Charaktere hat unterschiedliche Fertigkeiten, Stärken und Schwächen. Ein Klotz der Marke Hulk agiert etwa langsamer, haut dafür aber stärker rein und behauptet sich nur im Nahkampf. Chris Redfield (aus den „Resident-Evil“-Teilen) kann dagegen auch auf Entfernung Schaden zufügen, Wirbelwind und Dämonenjäger Dante („Devil May Cry“) fegt dagegen elegant und in wahnsinnigem Tempo durch die Arena. Andere fliegen, schweben, verwandeln sich oder setzen die irrsinnigsten Attacken ein.

Ohne Taktiken sinkt der Energiebalken rasch

Damit der Prügelspaß nicht schnell schon zu eintönig wird, entschied man sich dafür die Kämpfe in der Regel mit drei Personen auf beiden Seiten ablaufen zu lassen. Gleichzeitig kämpfen diese zwar nur bei speziellen Kombos, allerdings sorgt der taktische Wechsel, sowie das Herbeirufen für spezielle Attacken für eine taktische Komponente. Wer nicht gerade den Einsteiger-Modus wählt, der ist ohne diese Taktiken sowieso aufgeschmissen. Ohne angelernte Spezialfertigkeiten und Kombos sind die Möglichkeiten im Kampf recht schnell aufgebraucht und der eigene Energiebalken sinkt rasch.

Viele Umgebungen und Effekte irritieren auf den ersten Blick. Der Comicstil sorgt schon genug für ein buntes Actionfeuerwerk. Doch nach einer Zeit findet man sich zurecht.

Bei all den Gefechten mit allerlei fiktiven Wesen dürfen die passenden Effekte natürlich auch nicht fehlen. Egal ob riesige Laserkanone, Spinnweben, Schlieren von Schwertern oder andere grafische Besonderheiten: Man blickt zu Beginn nicht durch. Wer an das Spiel herangeht und direkt seine taktischen Künste demonstrieren will, wird förmlich geblendet von Farben und Formen. Erst mit der Zeit findet man seine aktive Figur wieder und weiß, wie man auf die kurzen Hinweise zu reagieren hat um nicht frontal getroffen zu werden.

Marvel vs. Capcom 3

Ab 12 Jahren

Erhältlich für: PS3, 360

Homepage

Wer nicht gegen die Computergegner antreten will, der hat zudem die Möglichkeit sich vor dem heimischen Fernseher oder im Online-Duell zu messen. Je nach Charakter hat man dabei leichte Vorteile – zwar sind die Fertigkeiten nicht besonders übermächtig, doch lassen sich Kombos je nach Charakter unterschiedlich schwer ausführen. In jedem Fall sollte man jedoch mit der Comic-Grafik und dem Effektgewitter zurechtkommen.

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