Der Prinz ist da - mal wieder

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Der Mann, der seit Jahrzehnten hüpft, klettert und kämpft, kehrt ein weiteres Mal auf alle möglichen Plattformen zurück: Prince of Persia

Teil 1 von 1989 gilt noch heute als eines der schwersten Spiele aller Zeiten, mit Teil 3 von 1999 wurde der Sprung in 3D gewagt. Die „The Sands of Time"-Trilogie von 2003-2005 ließ den Prinzen zu neuen Höhepunkten emporsteigen, nur um mit Teil 7 von 2008 wieder zu fallen. Von Jan Schmitt

Ist der neue Teil des Prinzen von Persien also wieder ein Aufschwung? 

Im Kino macht Jake Gyllenhaal als Prinz Dastan eine gute Figur und rettet in klassischer Disney-Manier Prinzessin Tamina. Kein Wunder also, dass auch ein Spiel zum Film erscheint. Ein Spiel? Moment! Viele Spiele! Denn anstatt ein Spiel zu entwickeln und für verschiedene Plattformen zu konvertieren, entschloss man sich die Versionen an die Plattform anzupassen. Und so verwundert es kaum, dass die Version für Nintendos Wii ein komplett anderes Spiel ist, als für Sonys Playstation 3 oder Microsofts Xbox 360. Wir testeten die PS3 und Xbox360-Versionen.

Schon zu Beginn des Spiels geht es hoch her. Die Burg wird belagert und will verteidigt werden.

Während der Prinz im Film Intrigen aufdeckt und unabsichtlich seinen Ziehvater umbringt, erleben Spieler einen ganz anderen Helden. Mit dem Film haben die Spiele nichts zu tun, sieht man einmal von einem kletterbegeistertem Helden ab. Das Spielprinzip erinnert dabei wieder stark an die hochgelobten Zeiten der „The Sands of Time"-Trilogie. Wie in alten Tagen hüpft, klettert und kämpft sich der junge Mann durch Tempel, Paläste und Katakomben, weicht tödlichen Fallen aus und nutzt den magischen Sand um die Zeit zurückzuspulen oder anzuhalten. Die Story ist austauschbar: Der Palast wird belagert und um die feindlichen Truppen zurückzuschlagen greift der Bruder des Prinzen zu drastischen Mitteln. Eine sagenumwobene Armee aus Sandkriegern soll die Schlacht entscheiden. Doof nur, dass die Sandzombies sich gegen alles und jeden stellen und der Prinz die kommenden acht bis zehn Stunden mit der Rettung der Welt verbringt. Die Armee vor der Tür wird dabei ungeschickterweise vergessen.

Durch die neue Macht der Elemente lässt sich Wasser kurzzeitig einfrieren - und somit als Kletterelement nutzen.

Die wirklichen Neuerungen des Titels erlebt man in Form der Kontrolle über die Elemente und dem neuen Kampfsystem. Durch das recht schnelle Kampftempo und den feindlichen Schlägen, die durch Lichtblitze angekündigt werden, entsteht somit zwar ein flüssiges Kampfgeschehen, doch taktische Finesse findet man nie. Ein wenig Abwechslung bringen immerhin das Erfahrungssystem, dass Attacken verstärken oder Lebensenergie erhöhen lässt, und die Möglichkeit mit Elementzaubern anzugreifen. Aber egal ob Eisangriff oder Flammenwirbel: Wirklich nötig ist es selten.

Waren die Kämpfe im letzten Serienteil eher taktisch, so ist nun wilde Klopperei angesagt.

Viel mehr Probleme als mögliche Variationen im Kampf macht dabei die Kamera. Gerne einmal lassen sich die ersten zehn Teile einer Akrobatikpassage ohne Probleme meistern, nur damit kurz vor dem letzten Sprung die Kamera dreht und der Prinz somit in die falsche Richtung springt - und verschwindet. Nun ließe sich zwar die Zeit zurückdrehen und der Fehler korrigieren, viel sinnvoller ist es jedoch einfach zu sterben und die Kletterpassage noch einmal zu machen um sich den kostbaren Zeitsand aufheben zu können. Der Frustfaktor hält sich dabei noch in Grenzen, sind die Klettereien doch selten wirklich fordernd. Eine Ausnahme sind da die neuen Wasserpassagen. Per Knopfdruck werden Fontänen für kurze Zeit eingefroren und somit zu Kletterelementen. Oft kommt es auch vor, dass während einer Passage im Sekundentakt das Wasser eingefroren und wieder aufgetaut werden muss - um beispielsweise durch einen Wasserfall zu springen und dann eine Fontäne zu ergreifen.

Prince of Persia - Die vergessene Zeit

Ab 12 Jahren Erhältlich für: PC, PS3, Xbox360

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Schlussendlich ist „Prince of Persia - Die vergessene Zeit" ein Titel, der durchaus Potential hat und Spaß macht, jedoch an vielen Ecken schwächelt und somit den Gesamteindruck ein wenig herunterzieht. Grafik, Sound, Steuerung und Gameplay sind zwar von guter Qualität - Innovation oder wirklich herausragende Punkte fehlen jedoch. Fans der Serie oder des Kinofilms können sich an das Abenteuer aber heranwagen.

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