Wilde Zombiesafari in Afrika

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Ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem Konsolenbesitzer auf Zombiejagd in „Resident Evil 5" gehen konnten. Nun erschien die PC-Version und lockt mit einigen Neuerungen.

Schweinegrippe, Vogelgrippe, BSE oder SARS - während wir uns eher mit harmlosen Seuchen herumschlagen, haben die Menschen in den „Resident Evil"-Teilen mit weitaus gefährlicheren Viren zu kämpfen. Befallene werden zu aggressiven Zombies oder Mutanten und attackieren die Bevölkerung. Von Jan Schmitt

Der ehemalige US-Airforce Pilot Chris Redfield schlittert von einer Katastrophe in die nächste. Als er beim Sondereinsatzkommando S.T.A.R.S anfängt und entdeckt, dass der Pharmakonzern „Umbrella Corperation" weltweit Stützpunkte zur illegalen Biowaffenherstellung besitzt, wird ihm jede Hilfe von Seiten der Regierung untersagt. Jahre darauf bricht ein, von Umbrella hergestellter Virus aus einem unterirdischem Labor aus und infiziert die komplette fiktive Stadt Racoon City. Als Folge verwandelten sich die Infizierten in willenlose, aggressive Zombies.

BSAA-Agent Chris Redfield verschlägt es diesmal nach Afrika in das fiktive Dorf Kijuju, um dort einen Biowaffenhändler zu schnappen.

Überall auf der Welt werden ähnliche Vorfälle bekannt und so kommt es, dass der Spieler in der „Resident Evil"-Reihe an verschiedenen Orten gegen die Untoten zu Felde zieht. In Teil 5 wird Chris Redfield im Auftrag der „Bio-Terrorism Security Assessment Alliance" (BSAA) ins fiktive afrikanische Dorf Kijuju geschickt um dort den Biowaffenhändler Irving zu schnappen. Das dieser sich nicht so schnell fassen lässt und lieber seine Viren, Parasiten und Mutanten auf die Bevölkerung los lässt ist klar und so versucht der erfahrene Held zusammen mit der afrikanischen BSAA-Agentin Sheva Alomar die Seuche einzudämmen und Irving zu verfolgen.

Anfangs sind die Gegner meist unbewaffnet und attackieren Sie im Nahkampf

Erstmals in einem „Resident-Evil"-Teil verzichtet Capcom auf subtile Horroreffekte und komplizierte Rätsel. Vielmehr entsteht das ständige Gefühl der Bedrohung nun durch zahlreiche Fluchtsequenzen, Gegnerhorden und dem generell sehr hohem Spieltempo. Zeit zum verschnaufen finden Sie selten. Zusammen mit Partnerin Sheva reisen Sie durch afrikanische Dörfer, Sümpfe, Forschungszentren und sogar unterirdische Tempelanlagen und besiegen Horden von Gegnern. Diese reichen von untoten Hunden, über zahlreiche Mutantenarten bis hin zu regulären Zombies. Während letztere in der Regel als langsam und dumm gelten, sind die untoten Kijujus um einiges gewiefter. Sie rennen, benutzen Waffen, greifen im Team an, klettern, schießen, gehen in Deckung oder fahren sogar Trucks und Motorräder. Das sorgt für Abwechslung, denn während Sie zu Beginn nur mit einem Messer und einer Pistole durch das kleine Dorf laufen und ihre Gegner versuchen Sie im Nahkampf zu beißen, so besiegen Sie im späteren Spielverlauf schwer gerüstete Zombie-Soldaten per Scharfschützengewehr, Colt oder Granatwerfer.

Dabei geht das Spiel nicht immer jugendfrei vor, denn Kopftreffer sind zwar effizient, lassen den Schädel des Opfers jedoch des Öfteren explodieren und eine Mutation zum Vorschein kommen. Einen taktischen Anspruch bekommt „Resident-Evil" bei den Endgegnern. Da müssen dann bestimmte Körperteile anvisiert, abgeschossen und schnell verbrannt oder ein Gegner in eine Falle gelockt werden.

In einer Mission sitzen wir hinten auf einem Geländewagen und müssen Verfolger abschütteln.

In filmreif geschnittenen, schön animierten Zwischensequenzen wird nach und nach die Handlung fortgeführt. Das Besondere dabei sind die plötzlich auftretenden Quick-Time-Events. So stehen Chris und Sheva gerade auf einem großen Platz, als ein Motorradfahrer angerast kommt und eine Kette in der Hand schwingt. In der unteren Bildschirmmitte taucht nun eine Taste beziehungsweise Tastenkombination auf, die Sie möglichst schnell drücken müssen um sich zu retten. Schaffen Sie es nicht rechtzeitig, so sterben Sie, werden zum letzten automatischem Speicherpunkt gesetzt und müssen die Szene erneut spielen.

Das Leveldesign lässt kaum Wünsche offen: Auf einer kleinen Karte sehen Sie stets, an welchen Ort Sie als nächstes kommen müssen, um mit der Handlung fortzufahren. Im Laufe des Abschnitts erwarten Sie jedoch neben zahlreichen Gegnern auch viele interaktive Objekte. Papierzettel erläutern die Hintergrundhandlung, in Kisten finden Sie Munition, neue Waffen und Heilkräuter und überall sind kleine Schmuckstücke verteilt. Letztere verkaufen Sie nach einem Levelabschnitt an einen Händler, der Ihnen zudem Heilsprays, Schutzwesten oder Waffenverbesserungen anbietet. So lässt sich eine Pistole zum Beispiel im Schaden, der Nachladezeit, der Magazingröße und der Chance auf kritische Treffer verbessern. Haben Sie eine Waffe komplett ausgebaut, so lässt sich zudem ein "Unbegrenzte Munition"-Upgrade erwerben.

Waffen lassen sich beim Händler gegen Geld ausbauen.

Generell geizt das Spiel nicht mit Freischaltbarem. Haben Sie das Abenteuer einmal durchgespielt, so stehen Ihnen unzählige Akten mit Hintergrundinformationen, neue Outfits für die beiden Helden, Figuren zum Sammeln und der neue Söldnermodus offen. In diesem gilt es in kürzester Zeit so viele Feinde wie möglich zu besiegen. Besonders harte Brocken wie einen axtschwingenden Henker mit inbegriffen. Haben Sie bestimmte Waffen komplett ausgerüstet, so stehen ebenfalls neue Exemplare im Regal der Händler. Während Chris dann die schwerfällige Minigun auspacken darf, zieht Sheva mit einem Langbogen in den Kampf. Für die Langzeitmotivation ist also gesorgt.

Wem das Zusammenspiel mit Computer-Sheva zu langweilig ist, der lädt sich einfach einen Freund zum gemeinsamen Spielen ein. Die komplette Kampagne ist online spielbar, wobei der Spielstartende Chris verkörpert, während der Beitretende in die Haut von Sheva schlüpft. An zahlreichen Punkten lässt sich somit zusammen agieren, um der gegnerischen Meute noch besser entgegenrücken zu können. Während Sheva beispielsweise von einem Dach aus mit dem Scharfschützengewehr Rückendeckung gibt, stürmt Chris mit der Schrotflinte vor.

Resident Evil 5

Ab 18 Jahren

Erhältlich für: PC, PS3, Xbox360

Homepage

Grafik und Sound sind gewohnt gut, insbesondere die (englischen) Sprecher sorgen für Atmosphäre. Selbst die Steuerung mit Tastatur und Maus lässt kaum Wünsche offen, wirkt sie doch anfangs nur ein wenig schwammig. Einziger wirklicher Haken: Beim nachladen und zielen lassen sich die Charaktere nicht bewegen, wer also mitten in einer Gegnerhorde keine Munition mehr im Magazin hat, muss sich erst einmal freikämpfen, um dann in Ruhe nachladen zu können. Somit ist „Resident Evil 5" wohl eines der besten Actionspiele des Jahres, auch wenn es seine ganze Faszination nur im kooperativen Modus entfaltet und nicht für Kinder geeignet ist.

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