Mit Spiderman durch die Dimensionen

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Seit Jahren kämpft er für Recht und Ordnung, schwingt sich durch Straßenschluchten und führt ein Doppelleben: Spiderman. Nun verschlägt es ihn in unterschiedliche Dimensionen.

Superhelden-Spiele haben in der Regel eines gemeinsam: Hinter den starken Lizenzen steckt oft ein schlechtes Spiel. Mit „Batman: Arkham Asylum“ brach Entwickler Eidos jedoch den Bann und entwarf einen Toptitel. Nun will Activision mit „Spiderman: Dimensions“ nachziehen. Von Jan Schmitt

„Spiderman: Dimensions“ merkt man seine Ziele an. Die Zeiten, in denen man sich frei zwischen Wolkenkratzern bewegte und Gesetzlose fasste sind vorbei, nun regiert der Sammel-, Schleich- und Prügelwahn. Ganz wie in „Arkham Asylum“ lassen sich in jeder Ecke kleine Geheimnisse finden. Egal ob das Aufsammeln von Spinnen, die Zerstörung von Gegenständen oder die insgesamt 180 Miniaufgaben: Alles gibt Spinnenessenz, die sich in den eigenen Spidey stecken lässt um ihn aufzuwerten. So sind beispielsweise eine größere Gesundheitsleiste oder neue Kombos und Angriffe möglich. Wer mehr Wert auf einen optisch schönen Superhelden legt, der kann zudem verschiedene ausgefallene Kostüme erwerben.

Viel Spielraum für Abwechslung

Der klassische Spiderman krabbelt durch eine Cel-Shading-Welt, die stark an die Comicvorlage erinnert.

Doch die Kostüme sind für eine grafische Vielfalt gar nicht notwendig, denn die Geschichte rund um ein zerbrochenes Artefakt, dass die Welt in vier verschiedenen Dimensionen ins Chaos stürzt, lässt viel Spielraum für Abwechslung. So besucht der Spieler nach und nach alle vier Dimensionen, schlüpft dabei jeweils in ein anderes Kostüm und erlebt sowohl ein leicht verändertes Spielgeschehen, als auch einen komplett anderen Grafikstil. So bewegt sich der Noir-Spiderman meistens schleichend durch eine Welt, die in Grau- und Sepiatönen gehalten ist, während sich der Spiderman des Jahres 2099 durch futuristische, metallische Neonumgebungen prügelt. Im Ultimate-Universum regieren dagegen intensive Farben und der herkömmliche Spiderman kommt mit einem leichten Cel-Shading-Stil daher, was stark an die klassischen Comics erinnert.

Ego-Perspektive gibt zusätzliche Würze

In der Haut des Spidermans von 2099 kämpft sich der Spieler hauptsächlich durch die futuristischen Areale - Schleichpassagen, wie in den Noir-Leveln bleiben aus.

Dennoch spielen sich viele Levels in den Grundzügen gleich. Der Spieler erkundet die linearen Areale, sammelt Spinnenessenz, prügelt sich immer wieder mit den selben Gegnertypen und steht am Ende jedes Areals einem der Superbösewichte gegenüber. Sandman, Carnage, Hammerhead und die weibliche Version von Doctor Octopus rücken die Splitter des Artefakts natürlich nicht freiwillig heraus und so geht es in die durchaus interessanten Bosskämpfe. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Wechsel in die Ego-Perspektive zu richten, die den Begegnungen zusätzliche Würze verleihen. Doch auch sonst spielen sich die Kämpfe interessant und machen einen Großteil des Spielspaßes aus, was nicht zuletzt an den zahlreichen Combos liegt.

Ungünstige Kamerawinkel

Doch es gibt auch etwas zu meckern: Zum einen werden viele, eigentlich „besondere“, Spielelemente so oft wiederholt, dass sie nur noch anöden. Warum hat man sich hier nicht darauf beschränkt, die guten Ideen minimalistisch einzusetzen und den Spieler nicht in einem Level ewig das Gleiche tun zu lassen? Weiterhin ist die Intelligenz der Widersacher oftmals nicht aufzufinden. Wachen laufen an ihren eingesponnenen Kollegen vorbei und reagieren nicht, die Kämpfe sind oftmals viel zu leicht und die selten ungenaue Kollisionsabfrage wird, insbesondere mit gelegentlich ungünstigen Kamerawinkeln, zur Tortur.

Spiderman: Dimensions Erhältlich für: PS3, Xbox360, Wii

Ab 12 Jahren Homepage

Trotz all den kleinen Makeln und Fehlern lässt sich das rund neun Stunden lange Abenteuer genießen. Profis am Gamepad werden unterfordert sein, Einsteiger - und insbesondere Fans der Comics - haben jedoch ihren Spaß und können bedenkenlos zugreifen - alleine schon, weil Spiderman-Schöpfer Stan Lee als Sprecher eingespannt wurde.

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