Geklonter Jedi auf großem Abenteuer

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Er ist wieder da, Starkiller. Der nun geklonte Jedi erlebt in „Star Wars: The Force Unleashed 2" ein eher mittelmäßiges Abenteuer.

Was macht man mit einem Hauptcharakter, wenn er am Ende des Spieles stirbt und das Spiel ein Erfolg wird? In „Star Wars: The Force Unleashed 2“ entschied man sich fürs Klonen. Doch kann ein geklonter Jedi genauso gut mit dem Lichtschwert umgehen wie das Original? Von Jan Schmitt

Darth Vader ist Kult. Man findet ihn überall. In Filmen, Büchern, Videos auf Youtube, T-Shirts, Kappen, Tassen, als Stimme fürs Navigationsgerät, Halloweenmaske oder in Spielen. In „Star Wars: The Force Unleashed 2“ bekommt der alte Herr nun wieder einmal eine elementare Rolle zugedacht. Anstatt mal wieder selbst gegen die gute Seite der Macht anzutreten, klonte der Mann in der schwarzen Rüstung nämlich einfach seinen ehemaligen Jedikiller Galen Marek.

Der wird allerdings nur noch Starkiller genannt, hat sich im Vorgänger des Spiels im Kampf gegen den Imperator geopfert und sieht ein wenig seltsam aus. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines dieser Starkiller-Klone und ist somit Handlanger der dunklen Seite der Macht. Starkiller wird jedoch von zahlreichen Visionen heimgesucht und so beginnt das Abenteuer ein wenig... unerwartet.

So schön die Lichtschwertkämpfe zu Beginn auch sein mögen: Dank dem niedrigen Schwierigkeitsgrad und viel zu wenig Animationen langweilen die Schnetzelein schnell.

Machen wir es kurz: Starkiller attackiert seinen Herrn, schnetzelt sich durch die ersten Gegner und springt einfach mal spontan aus dem Fenster. Betrachtet man das Potential und die Umsetzung des Titels, so möchte man den Entwicklern das gleiche raten: In den kommenden Stunden kämpft man sich durch Raumstationen und über Planeten. Das sieht dank zweier Lichtschwerter ziemlich gut aus und macht zu Beginn auch noch Spaß, langweilt aber schnell, da über die ganze etwa vierstündige Spielzeit nur imperiale Truppen auf den Spieler zu stürmen. Mal ein paar Sturmtruppen hier, mal ein paar AT-Kolosse da, mal ein paar Mechs und Tie-Fighter (die sich lustigerweise vom Himmel pflücken lassen) und noch ein paar Machtheinis und das Repertoire ist auch schon erschöpft. Für jede Gegnerart gibt es dabei eine Tötungsanimation, an der man sich schon nach einer halben Stunde sattgesehen haben dürfte.

Alternativ zum Lichtschwert kann der Spieler auch die Macht benutzen - und damit beispielsweise Gegner wegschleudern, anheben oder in den Suizid treiben.

Nun gut, Kämpfe mit den immer gleichen Gegnern wären noch zu verschmerzen, würden sie nicht fast ohne Unterbrechung auftauchen und sich immer mit den selben, einfachen Tricks besiegen lassen. Ein wenig Gespringe, ein wenig mit dem Lichtschwert fuchteln oder ein paar Machtblitze und Stöße. Mehr braucht man nicht. Spielereien wie die Machtkorrumpierung, die Feinde gegen ihre Verbündeten kämpfen lässt oder zum Suizid treiben, fallen im normalen Spieldurchlauf gerne einmal unter den Tisch. Sie dienen zur Unterhaltung. Selbst die Handlung, die in einem Star Wars-Spiel eigentlich ein riesiger Pluspunkt sein sollte, ist nicht das Gelbe vom Ei. Sie wirkt belanglos, verwirrt, enttäuscht. Charaktere wie der Grünling Yoda treten zwar auf, spielen jedoch keine größere Rolle. Insbesondere dank der grandiosen Animationsfilmchen im Vorfeld hatte man da mehr erwartet.

Was wirklich motiviert sind die Bosskämpfe. Hier ist Taktik gefragt, denn oft besteht der Kampf aus mehreren Phasen mit unterschiedlichen Angriffen und Schwachpunkten. Quick-Time-Events sorgen zwar für Filmatmosphäre, stören jedoch dadurch, dass sie zu häufig eingesetzt werden. Wer seine Schwerter aufrüstet und ihnen damit besondere Effekte verleiht, schnetzelt sich aber so effektiv durch jegliche Gegner, dass selbst verspielte Quick-Time-Events nicht weiter ins Gewicht fallen. Programmfehler stören da schon viel mehr, denn des Öfteren blieben wir beim Test irgendwo hängen, fielen in unsichtbare Löcher oder hatten sonstige Probleme.

Star Wars: The Force Unleashed 2

Ab 16 Jahren Erhältlich für: PC, PS3, 360

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Während die Audioeffekte und der Soundtrack von gewohnt gelungener Qualität sind, hat sich die Steuerung im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert und kränkelt somit an den gleichen Kinderkrankheiten. Sicher, es gibt Spiele, die sich schlechter steuern lassen aber vor allem nach der gelungenen, hochpräzisen Steuerung des Shooters „Vanquish“ enttäuscht „The Force Unleashed 2“. Grafisch macht der Titel, abgesehen von kleinen Ungereimtheiten wie gelegentlichem Ruckeln oder unscharfen Texturen, einen guten Eindruck. Wer also bedingungsloser Fan des Star Wars-Universums ist, der greift zu. Alle anderen probieren sich an der kostenlosen Demo und entscheiden dann.

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