Gesellschaftliche Runde im vietnamesischen Dschungel

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Diesige Tropenatmosphäre, knatternde Helis und Songs aus den 60ern und 70ern aus dem Bordradio: Mit dem kleinen Zusatzpaket liefert EA durchaus unterhaltsamen Nachschub.

„Battlefield Bad Company 2" wurde der Erfolg, den man sich erwünscht hatte. Überall auf der Welt schlüpften Spieler in die Haut eines virtuellen Soldaten und schossen sich mit Panzern, Helikoptern, Booten oder schlichtweg Waffen über den Haufen. Nun geht es nach Vietnam. Von Jan Schmitt

Sechs Jahre ist es her, dass der schwedische Entwickler DICE seine Mehrspielershooterreihe ins fernöstliche Vietnam verlegte. Die Dschungelatmosphäre mitsamt Equipment der 60er und 70er Jahre sorgte für Freunde unter den Liebhabern der „Battlefield“-Serie, kämpfte jedoch schnell mit Monotonie. Zu wenig Karten waren vorhanden, zu unausgereift der Fuhrpark, zu gering die Motivation sich wieder und wieder in die Schlachten zu stürzen. Mit dem „Bad Company 2“-Addon geht es nun jedoch zurück - und es scheint, als hätte man aus den Fehlern gelernt und etwas mehr Würze mit in den Krieg genommen - auch wenn der diesmal kleiner ausfällt.

Der neue Flammenwerfer ist nur auf kurze Distanz und in beengten Gebieten von Vorteil - zusätzlich macht er auf die eigene Position aufmerksam.

Man merkt „Vietnam“ an, dass es nur ein Zusatzpaket ist. Mit 15 neuen Wummen, die von beiden Fraktionen getragen werden können, einer Handvoll Fahrzeuge, ganzen fünf neuen Karten und keiner neuen Klasse/keinem neuen Spielmodus fällt die Erweiterung recht spärlich aus. Noch immer kämpfen 24 (auf den Konsolen) bis 32 (auf dem PC) Spieler, aufgeteilt in USA und Nordvietnam, gegeneinander. Alle fünf Karten sind eher länglich als weitläufig und für den „Rush“-Modus ausgelegt. Hier muss eine Fraktion zwei Stellungen verteidigen, während die andere diese in die Luft jagen muss. Sind beide Punkte gefallen, so fallen die Verteidiger zurück und verteidigen zwei neue Punkte, während die Angreifer vorrücken. Die Angreifer verlieren jedoch durch jeden Toten Tickets, die, sind sie einmal auf null, den Verlust der Runde bedeuten.

Die Karten sind so abwechslungsreich wie es das Szenario zulässt. Hier bekämpfen sich beide Fraktionen um eine alte Ruine

Vom Design her sind die Karten ähnlich wie im Ursprungs „Battlefield-Vietnam". Dichte Dschungel wechseln sich mit Trümmergegenden ab und Tunnel und Flüsse ziehen sich über die Maps. Für reichlich Fallen, Hinterhalte und den intelligenten Einsatz des neuen Flammenwerfers ist also gesorgt. Auch atmosphärisch fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Zwar treffen die Waffen für ihr Alter erstaunlich gut und unterscheiden sich somit nicht sonderlich von den modernen Waffen des Hauptspiels, allerdings sorgt das Spiel mit dem Licht, mit tropischen Klängen, mit Partikeleffekten und gut aussehender Vegetation fast schon für Urlaubs-Flair - zumindest zu Beginn einer Partie. Wie im Hauptspiel, so lassen sich auch hier allerlei Hütten, Bäume und Gegenstände weg sprengen und durchlöchern. Eine perfekte Deckung gibt es somit oftmals nicht - einzig wer sich geschickt zwischen Pflanzen stellt und sich tarnt hat erhöhte Lebensaussichten.

Battlefield: BC 2 Vietnam Ab 18 Jahren

Erhältlich für: PC, PS3, 360 Homepage

Freunde gemeinsamer Mehrspielerpartien könnten mit „Battlefield: Bad Company - Vietnam“ durchaus ihren Spaß haben, Solisten stehen jedoch meist alleine da und müssen sich irgendwie in bestehende Gruppen integrieren. Immerhin gibt es wieder einige Sachen freizuspielen, wodurch die Motivation über mehrere Wochen und Monate erhalten bleibt. Fans des Hauptspiels greifen zu.

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