Die Würmer schießen wieder

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Sie kreischen, fliegen, ballern, graben: Die Würmer der bekannten Worms-Reihe. Nun erschien mit „Worms Reloaded" ein neuer Teil für den PC.

Ein abgedrehtes Waffenarsenal, eine Welt aus Käse oder Schrott, alberne Kopfbedeckungen und viele, viele Explosionen: Sie sind wieder da: die Worms! Mit „Worms Reloaded" erschien nun ein aufgebessertes 2D-Remake der kultigen Würmerballerei, die schon 1994 ihren Anfang fand. Von Jan Schmitt

In der 35-Missionen umfassenden Kampagne kämpft der Spieler sich mit einer kleinen Gruppe an Würmern durch ganze feindliche Heere.

Die Würmer von Entwickler Team 17 waren schon immer Kult. Trotz des einfachen Spielprinzips, dass nur die Elimination des gegnerischen Teams vorhersah, machten sich die Wirbellosen auf allerlei Rechnern breit. Zu irre waren die Waffen, zu groß die Schadenfreude, wenn man seinen Gegner mit einer gewieften Taktik erledigte und ihm dies noch Tage danach unter die Nase reiben konnte. Wer wird auch schon gerne damit aufgezogen, ein Spiel zu verlieren, weil man sein explodierendes Schaf zu früh zündet oder der Gegner einen mit dem Baseballschläger auf die nächste Mine drischt? Grausame Schubser mit Lötlampen, gezielte Schüsse auf Benzinfässer oder die singende, heilige Handgranate machten das Spiel zu weit mehr als simplem Deathmatch. Mit dem neuesten Serienableger ändert sich daran kaum etwas. Die 3D-Zeiten sind vorbei, „back to the roots“ lautet das Motto.

In den zufällig verstreuten Kisten lassen sich besonders starke Waffen finden. Egal ob die mächtige Bananenbombe oder die beliebte heilige Granate.

Noch immer ziehen abwechselnd alle Spieler mit ihren Würmern unter Zeitdruck über das Gelände, schießen um sich, graben sich ein oder schwingen sich mit dem Ninja-Seil kunstvoll durch die Gegend, um die seltenen Waffenkisten zu bergen. Noch immer kommt dabei das innovative Waffenarsenal (vom Betonesel bis zur Bananenbombe) zum Vorschein und noch immer siegt derjenige, dessen Würmer bis zum Ende überleben. Wie das ganze dann wirklich abläuft, unterscheidet sich von Partie zu Partie. Mal werden in der ersten Minute alle Würmer aufgrund eines talentierten Schützen eliminiert, mal läuft die Gesamtzeit ab und es kommt zum klassischen „Sudden Death“ bei dem alle Würmer nur noch einen Lebenspunkt besitzen und mit jeder Runde das tödliche Wasser steigt. Die Sonderwaffen, gefunden in den Waffenkisten, sorgen zudem immer für tückische Überraschungen und verändern eine heile, unberührte Baustellenwelt schnell in einen durchlöcherten Haufen Schrott.

Im verbesserten Editor kann der Spieler eigene Level für seine Schlachten bauen. Samt dem Positionieren von explosiven Fässern oder Minen.

Abseits der Gefechte gegen andere Spieler vor dem eigenen PC, im Internet oder gegen einen computergesteuerten Gegner gibt es nun jedoch noch eine Kampagne, einen Laden, Trainingsmissionen und spezielle Spielmodi, die beispielsweise verlangen, so viele Gegner wie möglich zu erledigen. Der wohl wichtigste Teil bleibt dabei die Kampagne. Es sind drei verschiedene Varianten an Kampagnenmissionen im Angebot: In der ersten, den Rätseln, müssen die Spieler ein eng begrenztes Waffenarsenal einsetzen, um entweder ans andere Ende der Karte zu kommen oder einen feindlichen Wurm zu erledigen. Dies geschieht in der Regel per Kettenreaktion und simplem „try and error“. Die zweite Missionsgattung sind die Hindernisparcours. Hier muss in einer bestimmten Zeit das Ende des Levels erreicht werden - und das nicht nur durch Hüpfen und Kriechen, sondern auch mit Jetpack und Ninjaseil. Als letzte Gattung stehen zudem die klassischen Gefechte gegen den Computer auf dem Plan, die im Laufe des Spiels immer schwieriger werden und den Spieler gegen eine Übermacht antreten lassen. Gewonnene Missionen bringen Münzen, die sich im Laden gegen neue Kopfbedeckungen, Geländetypen oder Waffen einsetzen lassen.

Worms Reloaded

Nur über Steam und für den PC erhältlich

Womit wir beim letzten wichtigen Punkt wären: den Editoren. Schon zu Beginn der ersten Partie wird der Spieler gezwungen, ein eigenes Team zu erstellen. Dies geschieht durch Wahl des Teamnamens, der Würmernamen, der Hautfarbe, der Kopfbedeckung (vom Ritterhelm bis zum Zementmischer), der Siegerpose, des Grabsteins und weiterer Optionen. Ist das Team gebildet, so lassen sich im Editor zudem eigene Karten für die Gefechte erstellen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, egal ob unter freiem Himmel oder in einer Höhle, egal ob viel Platz oder alle Würmer dicht auf einem Haufen gedrängt: Alles ist möglich.

Durch die Vielzahl an Optionen kommt so über längere Zeit kaum Langeweile auf. Generell lässt sich sagen, dass „Worms Reloaded“ ein Titel ist, der hauptsächlich auf Gefechte gegen andere Spieler ausgelegt ist. Kein Computergegner kämpft sich so hart und verbissen durch die Comicwelten, wie es ein Mensch tun würde - Freunde bei sich daheim oder ein Internetzugang sind somit Pflicht.

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