„Die Stadtkasse ist ja eh leer“

In diesem Jahr kein Rathaussturm in Babenhausen: Fahrplan durch die närrischen Tage

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Schlüsselübergabe: Das Prinzenpaar Meike I. und Fabian I. (von rechts) mit CVB-Präsident Klaus Fengel (links) und Bürgermeister Joachim Knoke.

Die Kostüme und Perücken sind gelüftet, das Konfetti gerupft und die Aspirinvorräte aufgefüllt: Die Narren stehen in den Startlöchern, um sich bis Aschermittwoch, der bereits am 26. Februar ist, ins Getümmel der fünften Jahreszeit zu stürzen. 

Babenhausen – Beim Prinzenempfang im Langstädter Ochsenstadl, wo Prinzessin Meike I. (Gläser) und Prinz Fabian I. (Schildbach) Hof hielten, ging auch der von CVB-Präsident Klaus Fengel moderierte Machtwechsel über die Bühne. Bürgermeister Joachim Knoke, an seiner Seite Stadtrat Wulf Heintzenberg, übergab ohne großen Widerstand den Rathausschlüssel an die Tollitäten, die bei der friedlichen Revolution von ihren Garden und dem Kinderprinzenpaar Danielle I. (Schroth) und Niko I. (Bosic) unterstützt wurden.

Unter anderem aus Termingründen, so der CVB, wurden der traditionelle Rathaussturm und der Prinzenempfang in diesem Jahr sozusagen „zusammengelegt“. Die große Geldschatulle, die beim närrischen Umsturz üblicherweise auf dem Marktplatz ihren Besitzer wechselt, hatte Knoke allerdings gar nicht erst mitgebracht. „Die Stadtkasse ist ja eh leer“ sagte er.

Nicht nur für die Tollitäten beginnt jetzt der närrische Terminmarathon. Der Startschuss für Schunkelrunden, Büttenreden und Gardetänze fällt am Samstag, 25. Januar, in der Sickenhöfer Friedel-Wiesinger-Halle um 19.11 Uhr mit der Kostümsitzung des SKV.

Am Samstag, 1. Februar, geht es um 19.11 Uhr in der Langstädter Markwaldhalle mit der ersten TSV-Sitzung unter dem Motto „Karneval in der Steinzeit“ ausgelassen weiter. Am Samstag, 8. Februar, folgt beim TSV der zweite Streich und auch die erste Fastnachtssitzung des CVB um 19.11 Uhr in der Stadthalle.

Am Sonntag, 9. Februar, kommen die kleinen Jecken auf ihre Kosten, denn ab 14.11 Uhr steigt die TSV-Kindersitzung in der Langstädter Markwaldhalle und um 14.33 Uhr lädt der CVB zu seiner Kinderfastnacht in die Stadthalle ein.

Am Samstag, 15. Februar, feiert der CVB seine zweite Sitzung (Kartenvorverkauf für beide Sitzungen online unter cv-babenhausen.de) und das Harpertshäuser DRK lädt um 19.11 Uhr zur Sitzung ins DRK-Heim ein (Kartenvorverkauf am 31. Januar um 20 Uhr im DRK-Heim).

Beim Prinzenempfang waren die Kinderprinzen Danielle I. und Niko I. zum ersten Mal in ihren neuen Kostümen zu bewundern. 

In Hergershausen veranstaltet der Gesangverein Liederkranz ab 20.11 Uhr (Einlass 19.11 Uhr) seine Kokolores-Danceparty im Bürgerhaus mit Livemusik und Vorführungen (Kartenvorverkauf bei allen Sängern der „Jungen Töne“ und am 25. Januar, 1. und 8. Februar ab 11 Uhr im Foyer des Bürgerhauses). Am Sonntag, 16. Februar, beginnt um 14.33 Uhr in Harpertshausen die Kinderfastnacht des DRK.

Närrische Frauen sind bei der „Nacht der strammen Waden“, der Weiberfastnacht des CVB, am Donnerstag, 20. Februar, um 20.11 Uhr in der Stadthalle wieder am richtigen Ort. Ausgelassen gefeiert zu DJ-Musik wird am Freitag, 21. Februar, beim traditionellen Kappenabend der Handballer der SG Rot-Weiß ab 20.11 Uhr in der Harreshäuser Mehrzweckhalle. Am Fastnachtsamstag, 22. Februar, geht nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr ab 17 Uhr die zweite Gassefastnacht des CVB über das Pflaster der Bummelgass. An der Freiluftparty werden sich die Gaststätten Hanauer Tor, Roter Hahn, das Bistro Garfield und Frau Antjes Pfannkuchenhaus beteiligen. Am Fastnachtsonntag, 23. Februar, herrscht im Hergershäuser Bürgerhaus ab 14.11 Uhr Konfettialarm bei der Kinderfastnacht des SV Kickers.

Zum krönenden Abschluss der Kampagne wird am Dienstag, 25. Februar, ab 13.11 Uhr der traditionelle Fastnachtszug des Babenhäuser Vereinsgremiums durch die Straßen rollen. „Der Umzug findet auf jeden Fall statt“, sagte Gremiumsvorsitzender und Zugmarschall Helmut Fendt. Auch wenn die vorläufige Haushaltsführung der Stadt und die deshalb gestrichene Unterstützung für die Vereine die Veranstalter vor finanzielle Probleme stellt. Denn die Stadt wird – nach derzeitigem Informationsstand von Fendt – die Straßenreinigung nicht übernehmen. Das Vereinsgremium wird dafür in die Tasche greifen und eine Privatfirma bezahlen müssen. „Das sind Kosten von etwa 3 500 Euro. Wir finanzieren den Umzug allein über den Plakettenverkauf, Sponsoren und unsere Rücklagen. Aber die sind irgendwann aufgebraucht, wenn das so weitergeht. Bei den Fastnachtszügen in der Umgebung beteiligen sich ja auch die Kommunen“, sagte Fendt und betonte, dass die Zukunft des Fastnachtszuges ohne die Unterstützung der Stadt in den Sternen steht.

Der für die Veranstalter wichtige Verkauf der Zugplaketten startet Ende der Woche in verschiedenen Geschäften, darunter der Ranishof, die Volksbank, Zettel und Stift, die Gärtnerei Pilger und der Kiosk an der Ziegelhüttenstraße. Im Anschluss an den närrischen Lindwurm laden wieder viele Vereine im ganzen Stadtgebiet zum Kehraus.

VON PETRA GRIMM

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