„Lasst die Ranze tanze“

Bei der „Nacht der strammen Waden“ bestreiten Männer das Programm

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Frauen hatten am Donnerstagabend viel Spaß in der ausverkauften Stadthalle. Die CVB-Prinzengarde lud zur „Nacht der strammen Waden“. Erst nach dem offiziellen Teil durften auch die Männer mitfeiern. -   Fotos: pg

Babenhausen -  Draußen war es eisig, aber in der Stadthalle brodelte es bei der Weiberfastnacht, zu der die Prinzengarde des Babenhäuser Carneval- vereins eingeladen hatte. Mit neun Männer-Tanzgruppen und einem Stripper war ein pralles, zweistündiges Bühnenprogramm geboten. Von Petra Grimm

„Wir sind ausverkauft“, freuten sich die Elferratsmitglieder des CVB an der Kasse. Organisiert von der Prinzengarde feierten närrische Frauen aller Generationen gemeinsam „Die Nacht der strammen Waden“. Und der Titel war wieder Programm. Neun ganz unterschiedliche, mitreißende Männer-Tanzgruppen rockten den Saal, in dem die tollsten Kostüme zu bewundern waren. Ganze Gruppen Meerjungfrauen, Teufelinnen, Polizistinnen und Superheldinnen schunkelten gut gelaunt gemeinsam. Ins Auge fielen drei Frauen, die als Regenwolken unterwegs waren, und eine Gruppe als Medusen. Männer waren während der Frauensitzung nur als Bühnenakteure oder Helfer hinter der Theke, als Techniker und für andere „niedere Dienste“ erlaubt. Erst nach dem offiziellen Teil durfte die andere Hälfte der Menschheit in den Saal, um mitzufeiern.

Der von den beiden Moderatorinnen Laura Berg und Meike Gläser ausgegebene Schlachtruf „Männer lasst die Ranze tanze!“ ertönte immer wieder gut gelaunt aus dem Zuschauerraum, ebenso wie der inoffizielle Schlachtruf: „Ausziehen!“ Rasante Kostümwechsel der Tänzer und das mehr oder weniger elegante Ausziehen von Kleidungsstücken zog sich, ebenso wie das Bilden von menschlichen Pyramiden, durch die Tanznummern.

Bei den Tänzern war wie im echten Leben das ganz Spektrum männlicher Pracht abgebildet. Alte und junge, dicke und dünne Männer legten sich auf der Bühne ins Zeug. Den Startschuss auf der Bühne lieferten die „Grannys in Action“ des Langstädter Männerballetts, die mit Dutt und Kittelschürzen über die Bühne tobten, dass es eine wahre Freude war. „Flower Power“ boten die Tänzer aus Bessungen, die als Nonnen durch den Saal einliefen und als Rocker und Hippiefrauen ihren Tanz beendeten. Die Truppe hatte sogar ein echtes Motorrad auf die Bühne geschafft.

Eine Premiere und ein Knaller bei der Weiberfastnacht waren die Tänzer aus Ueberau, die als Rotkäppchen im Saal zunächst Blumen aus ihren Körbchen verteilten, ehe es dann auf der Bühne mit Wölfen, Großmutter und Jäger so richtig rund ging. Eine Wahnsinnsnummer, bei der der Saal kreischte, vor allem als bei den tanzenden Rotkäppchen unfreiwillig so nach und nach die Hüllen verrutschten. Die weißen Korsagen hingen bei einigen schließlich unter der Brust, eher am Bauchnabel, und die über den Schultern drapierten roten Capes und die Zopfperücken entwickelten auch ein Eigenleben. Aber die Truppe tanzte strahlend und japsend weiter. Als sich am Ende auch noch die Großmutter entblätterte und im schwarzen Tütü vor den Frauen stand, gab es kein Halten mehr.

Als coole Blues Brothers eroberten die Harmonie Dream Dancer aus Griesheim den Saal. Die „Hot Wings“ aus Niedernhausen begannen ihre Show als tanzende Skifahrer. Sie zeigten eine athletische Nummer und warfen ihre Beine in einer Reihe so hoch wie manche weibliche Tanzgarde.

Bilder: Weiberfastnacht in Babenhausen

Sehr männlich als Footballspieler und auch weiblich als dazu gehörende Cheerleader begeisterten die „Sunglasses“ aus Mosbach das Publikum. Und bei keiner „Nacht der strammen Waden“ fehlte bisher die Gruppe „Zuschee“ aus Darmstadt. Deren Mitglieder waren drollige Popeyes, die um eine angebetete Olivia herumtanzten. Am Ende zogen sie ohne T-Shirts vor den gezückten Handykameras der Frauen durch den Saal aus. Die „Smoking Flamingos“ aus Harreshausen lieferten eine mitreißende, musikalische Zeitreise ab. Von fliegenden Untertassen bis zu tanzenden Michael Jacksons und Barbie-Girls war alles geboten. Das in Babenhausen neu gegründete Männerballett „Bembelbuuwe“ ließ als Rettungsschwimmer Baywatch-Zeiten wieder aufleben.

Den Abschluss der Show machte ein Stripper, der als Postbote in der Bütt begann, aber schnell zur Sache kam. Das kleine, tätowierte Muskelpaket mit dem Künstlernamen „Diesel“ holte eine der Frauen auf die Bühne, die ihn mit allerlei beschmieren „durfte“ und auf der er sich dann zunehmend nackt rekelte. Dieser Programmpunkt war Geschmackssache, wie an den Gesichtern einiger Frauen abzulesen war.

Nach dem Bühnenprogramm starteten die Fastnachterinnen so richtig durch: Es wurde gebabbelt, getanzt und gesungen.

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