Die Woche des Feintunings

Seligenstädter Wagenbauer mit mehr als 17.000 Arbeitsstunden

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Seligenstadt Wagenbau: sitzt, passt und hat Luft...

Seligenstadt – Eine Hürde haben die Wagenbauer bereits genommen: Ihre Zugwagen erhielten vom TÜV den Segen. „Jetzt sind wir auf der Zielgeraden. Die Figuren auf den 14 neugestalteten Motivwagen werden in den nächsten Tagen literweise mit allen möglichen Farben geschmückt. Es ist die Woche des Feintunings“, erklärt Wagbauerchef Uwe Edler. Von Armin Wronski

Für jeden Zugwagen gibt’s eine eigene Box.

In der Endphase vor dem Rosenmontag werkeln in der Heimatbundhalle rund 180 Wagenbauer und Wagenbauerinnen. Manche wendeten bis zu 20 Stunden dafür in der Woche auf. Zur Fertigstellung der Wagen wurden unter anderem 3 000 Meter Kanthölzer, Bretter und Dachlatten, 1 000 Meter Vierkantrohr, 6 500 Meter Rundeisen, zwei Tonnen Zeitungen, 800 Quadratmeter Span- und Hartfaserplatten und 250 Meter Sackleinen und Stoffe verarbeitet. Dazu kommen 1 500 Kilo Farben, 120 Kilo Schrauben, 75 Kilo Kleister, 200 Rollen Klebeband und 50 Kilo Schweißelektroden.

Farbeinsatz zum Abschluss der Arbeiten.

Seit Anfang des Jahres haben die durchschnittlich 170 Freiwilligen etwa 1800 Stunden pro Woche geleistet, damit stehen in Summe mehr als 17.000 Arbeitsstunden zu Buche. Mit großem Interesse verfolgen die Medienvertreter das wuselige Treiben in der Halle, das trotz des teilweise chaotisch anmutenden Durcheinanders nach einem strengen Reglement abläuft. Jede der 20 Gruppen hat für ihren Zugwagen eine Box, in der der Abstand zum Nachbarn teilweise nur etwas mehr als einen Meter beträgt. „Der Sängerchor der Seligenstädter Turngemeinde beispielsweise ist seit dem Jahr 1949 unterbrochen mit einem Zugwagen dabei. Vor diesem Hintergrund sind wir sehr stolz, dass sich vor allem junge Menschen für unsere Fastnacht begeistern, diese Tradition im Schlumberland mit Leben erfüllen und weiterführen“, lobte Heimbundvorsitzender Richard Biegel. „Die Themen der Motivwagen wurde mit den Gruppen und Vereinen bereits im Oktober des vergangenen Jahres abgestimmte damit es keine Dubletten gibt“, fügt Biegel hinzu. Traditionell nehmen die Seligenstädter Wagenbauer eher lokale Ereignisse aufs Korn.

Am Aschermittwoch ist das aber alles Geschichte, und die Plattformen der Zugwagen sind wieder abgeräumt. Dabei werden Materialien stofflich getrennt in großen Müllcontainern entsorgt.

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