Elfersitzung des MGV Mozart

Bühne gehörte den Garden

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Die Stadtgarde bot mächtiges Gebläse auf (links), die Tanzmäuse der Mozart-Husaren hatten ein Heimspiel.

Offenbach - Der traditionsreiche MGV Mozart 1861 hatte zu seiner Elfersitzung geladen. Statt Büttenreden gab’s im Bürgerhaus Rumpenheim Gardetanz bis dem Publikum der Atem stockte. Von Stefan Mangold

Als sich die Mitglieder des „Beaux & Belles Square Dance Clubs“ aus Frankfurt minutiös auf der Bühne bewegen, spricht Sitzungspräsident Roco Longerich aus, was sich der eine oder andere beim Anblick des Volkstanzes aus den USA wohl ebenfalls denkt: „Ich würde mich ständig verlaufen.“ Der älteste Square Dance Club Europas befand sich am Samstag bei der Elfersitzung des MGV Mozart in bester Gesellschaft. Traditionell folgte bis zum Finale mit der Playback-Band um Brigitte und Heinz Pülm, Gregor Maus, Gabi Bohlig und dem Mozart-Vorsitzenden Rico Longerich eine Tanznummer der anderen. Selbstverständlich schaut auch das Prinzenpaar Simone Andrea I. und Michael I. nebst Entourage vorbei, um nach ihrer Rede noch recht lange zu bleiben.

Die drei Mädchen im Vorschulalter von den Eisprinzessinnen der Bürgergarde zeigen auch schauspielerische Momente. Ihre Nummer wiederholen sie noch am gleichen Abend auf der Rosenhöhe. Die „Tanzmäuse“ haben ebenso ein Heimspiel wie später die Schautanzgruppe mit ihrem Cheerleader-Programm. Beide Formationen gehören zu den Blau-Weiß-Roten (BWR) Mozart-Husaren, dem Gardekorps des MGV Mozart. Wohl auch wegen dessen langer Tradition ist Longerich voll des Lobes über die Zusammenarbeit und über die Helfer des Konzert-Orchesters: „Ohne Euch könnten wir unsere Sitzung nicht machen“. Und ohne die Konzert-Orchester-Tanzgruppe Kleeblatt fehlten die verwirrend zirkulierenden Leuchtreifen, Bänder und Pferdeschwänze. In der Finsternis sind die Tänzerinnen nur zu erahnen. Deren Kindergruppe zeigte da bereits einen Tanz in schwarzen Kleidern zu einer Melodie, die an Filmmusik der Nachkriegszeit erinnert.

Zweimal innerhalb von drei Stunden mischen die Schwestern Sandra und Tanja Gottscheck mit. Zum einen bei ihrem Auftritt als Musikerinnen der Icebreakers der Stadtgarde Offenbach. Die Combo leitet unter dem Dirigenten Stefan Wolf mit „Über den Wolken“ im typischen Sound der Guggemusik ihre Zugabe ein. Später treten die BamGirls der Stadtgarde im Zeichen des Union Jacks auf, der Nationalflagge der Briten. Sie präsentieren einen dynamisch, präzise synchronisierten Tanz mit fließenden Bewegungsabläufen. Sandra trainiert die Gruppe, Schwester Tanja tanzt mit.

Bilder: Sitzung der Stadtgarde in Bieber

Egal in welcher Besetzung die United-Dancer auftreten, die Choreographie wirkt ausgereift und variabel. Die jungen Frauen sind eindeutig Mannschaftsspielerinnen. Eindrucksvoll tanzen auch die Mainfunken aus Aschaffenburg, die sich als Wölfe im Rudel ausgeben und so eine Geschichte erzählen. Das Tanztrio der SG Haitz kann wegen Krankheit nur als Duo auftreten. Die beiden jungen Frauen bewegen sich auf Leistungssportniveau. Im Laufe des Abends gibt sich auch das Kinderprinzenpaar Annika I., Prinz Niklas I. samt Mohr Keanu die Ehre. Sie und ihr Gefolge bedenken neben Rico auch Organisatorin und Ehefrau Angelika Longerich mit einem Orden. Ein Chronist des Abends bekommt mit Hilfe der Wangen des Mohren das Gesicht braun gerieben. Mohren-Orden nennt sich die Gunst.

Mit ihrer Guggemusik und einem NDW-Hit wie „Völlig losgelöst von der Erde“ unterhalten auch die „Altlossema Rhoigeischda“ aus Altflußheim. Blitzschnell wie amerikanische Cheerleader tanzen die drei jungen Frauen des Town-Express um ihre Stühle. Die Gardetanzgruppe von St. Wendelinus Hainstadt zeigt sich ebenso sportlich und akrobatisch wie die Taunussteiner Funny Dance Sisters. Deren Spezialität liegt darin, mit den eigenen Körpern Figuren zu bauen, dass einem der Atem stockt.

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