Einmal in die Steinzeit und zurück

CCSW Steinheim feiert gelungene Sitzungspremiere

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Beste Stimmung herrschte bei der ersten Sitzung des Carnevalclubs Schwarz-Weiß in der Kulturhalle...

Steinheim - Auf eine gelungene Zeitreise durch verschiedene Epochen der menschlichen und technischen Entwicklung gingen die Aktiven des Steinheimer Carnevalclubs Schwarz-Weiß (CCSW) am Samstagabend mit ihren vielen bunt kostümierten Gästen in der Steinheimer Kulturhalle. Von Dieter Kögel 

Büttenreden, Tanz, Gesang und Schunkelstimmung sorgten für ein rund fünfstündiges durchweg närrisches Vergnügen. Und das Feiern, es will ausgekostet sein. Alleine deshalb, weil heute morgen schon gestern ist, wie Sitzungspräsident Andreas Sticher in seiner Begrüßung feststellte. Dem Fazit, heute einen draufzumachen und es morgen erst bereuen, wenn es denn nötig sein sollte, folgte die Narrenschar ohne Widerrede. Auch der frisch gebackene Rentner Raimund Möser hält es damit, Unangenehmes aufzuschieben. „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen“ ist sein Motto. Die Energie allerdings, mit der er seine Ausreden konstruiert, um seine Ehefrau vom Verschieben der aufgetragenen Tätigkeit zu überzeugen, würde ausreichen, um die anstehende Arbeit gleich zu erledigen. Das allerdings wäre nicht so spaßig für die Zuhörer.

Christa Grünbecken und Hannelore Sticher haderten als Schutzpatrone der beiden katholischen Kirchengemeinden Sankt Johann und Sankt Nikolaus mit der Gegenwart. Alles scheint irgendwie nicht mehr zu sein wie früher, und über die Sorge um die in Steinheim momentan noch unbesetzte Pfarrerstelle geben sie sich recht irdisch: „Glücklich ist, wer verfrisst, was nicht zu versaufen ist.“ Immerhin bekamen die Schutzheiligen Beistand in der Bütt von Pfarrer Olaf Schneider aus Klein-Auheim, der als „tapferes Schneiderlein“ auch Steinheim seelsorgerisch betreut. Tapfer auch Anja und Petra Mondorf. Die in ihrer Büttenpremiere zur Palastrevolution bliesen. Sie hatten es auf das Amt des Sitzungspräsidenten abgesehen. Der amtierende Präsident Andreas Sticher, er könne ja Prinzessin werden, meinten die streitbaren Damen, die letztendlich zu dem Schluss kamen, doch alles so zu lassen, wie es ist.

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Und das ist gut so. Denn Sticher führte in gewohnt lockerer Manier durch das Programm, kommentierte das Geschehen mit der Sicht durch die Narrenbrille, und zusammen mit dem Quartett „Yellow Snow“ sang er auch glühende Liebeserklärungen für seine Heimatstadt Steinheim, für den Stammtisch im „Deutschen Michel,“ für Handkäs mit Musik, Pellkartoffel, Altstadtfest. Gutes eben, was sich bislang jedem Trend der Zeit und jeder Mode widersetzt hat.

Dass aber auch seit Jahrzehnten Vergangenes bis in die Gegenwart Bestand haben kann, das zeigten Frank Diwisch und Wolfgang Müller mit ihrem Ausflug in die Welt der Werbesprüche. Sie kommunizierten ausschließlich mit alten und aktuellen Slogans, und selbst die ältesten Werbetexte sind noch beim Publikum präsent, wie die Antworten im Chor aus dem Saal bewiesen. „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert.“ Und dem sprachen Diwisch und Müller denn auch kräftig zu, bis die Flasche leer war.

Bilder: CCSW-Sitzung in Steinheim

Apropos „Flasche Leer,“ die Männertanzgruppe hatte weder Kosten noch Mühen gescheut und enterte die Bühne mit einer riesigen Zeitmaschine, die die Akteure in Supermänner verwandelte. Futuristisch die „Stick Men“ der Gruppe „Staanemer Blut.“ Von ihnen war nichts weiter zu sehen als die Leuchtstreifen an der dunklen Kleidung. Wie fluoreszierende Strichmännchen bewegten sie sich zur Musik. Das Männerballett „Die Blauen“ legte einen flotten Charleston auf das Parkett, „Scrabble“ ließ die Zeit der Barbies und Kens aufleben. Lebensgroß. Natürlich kam auch die Gegenwart nicht zu kurz. Dafür sorgte Protokoller Thomas Franz. Ein schöner Zug war die Reminiszenz an Josef Petermann, der im vergangenen Jahr seinen „Etzebemmel“ mit einem letzten „Ei“ aus der Bütt in den Ruhestand schickte.

Am Samstag, 29. Januar, kommen all diese närrischen Attraktionen und viele weitere bei der zweiten CCSW-Sitzung noch einmal auf die Bühne der Kulturhalle.

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