Vollblut-Karnevalisten auf dem Thron

Prinzenpaar Astrid I. und Björn I. geleiten Narren in Dreieich durch die Kampagne

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Kleine und große Tollitäten: das Prinzenpaar der SGG-Karnevalisten Astrid I. und Prinz Björn I. mit Hofmarschall Michael Hartel an seiner Seite sowie dem Kinderprinzenpaar Christian I. (13) und Prinzessin Mia I. (12).

Der Kampf gegen den feuerspeienden Drachen ist gewonnen, die Dreieicher Tollitäten sitzen auf dem Thron: Es geht ein großer Jubel durch die Halle der SG Götzenhain, als Prinzessin Astrid I. und Prinz Björn I. die Bühne betreten. 

Dreieich – Die Narren von der SG, den Bremsern, dem Sprendlinger Karnevalverein und den Bimmbären feiern das Paar für die Saison 2019/20 mit großer Begeisterung.

Bis Aschermittwoch haben Prinz und Prinzessin die Stadt fest in der Hand. „Das wird eine Hammerkampagne“, tuschelt das Publikum schon nach dem ersten Blick auf das Paar in Rot und Gold. Dabei machen es die Aktiven der Abteilung Karneval mit einer Show wie aus einer Fantasiewelt mit Drachen, Schwertern und den Tänzen ihrer Garden durchaus spannend, bevor sie das am besten gehüteten Geheimnis der vergangenen Monate preisgeben.

Mit Astrid Schönbach (41) und Björn Engel (39) sind Karneval-Vollprofis auf der Bühne. Astrid, im echten Leben Hausfrau, tanzte stolze 20 Jahre lang bei den Götzenhainer Dancing Sisters. Sie ist aus dem Damen-Elferrat nicht wegzudenken, trainiert das Dreieichenhainer Männerballett und ist der kreative Kopf beim Bühnen- und Wagenbau. Schönbach ist Karnevalistin durch und durch, die gerne auch hinter den Kulissen die Strippen zieht. „Ich freue mich jetzt riesig darauf, die Kampagne einmal aus einer komplett neuen Perspektive zu erleben, das wird großartig!“, sagt sie erwartungsvoll.

Prinz Björn hat schon Erfahrung mit dem hoheitlichen Leben auf dem Thron. Ihm ist der Fasching in die Wiege gelegt: Schon immer steht er auf der Götzenhainer Bühne, er war 1993/94 Kinderprinz und hielt die Insignien der Macht bereits in den Händen. Seit 2012 ist der studierte Informatiker und Vater von zwei Kindern Abteilungsvorsitzender der Narren. War es schwer, mit diesem Geheimnis hinter dem Berg zu halten? „Nein, gar kein Problem. Ich mache das seit 30 Jahren, ich wusste, was auf mich zukommt“, sagt der Prinz grinsend.

Die Tänzerinnen der Prinzengarde, die von Johanna Finke trainiert werden, zeigten beim Rahmenprogramm der feierlichen Inthronisation ihr Können.

Jetzt gilt es alle Kräfte zu sammeln. Bis zum Aschermittwoch ist der Terminkalender voll, rund 110 Veranstaltungen werden Prinz Björn und Prinzessin Astrid abarbeiten. Immer an ihrer Seite: Hofmarschall Michael Hartel und der Fahrer der Truppe Harald Leppig. Wie sehr sie es in den nächsten Monaten krachen lassen wollen, können die närrischen Untertanen schon bei der Inthronisation erahnen: bester Laune und völlig ohne Anlaufschwierigkeiten rocken sie das Haus. Der Ohrwurm der Kampagne ist auch schon ausgemacht: Es wird „Paris, Paris, Paris“ von Klubbb3 sein, das das Prinzenpaar auf Dreieich umgedichtet hat. Der besiegte Drache wird über die Kampagne auch immer eine Rolle spielen – er ist das zahme Haustier der Tollitäten und wird den Schatz – die Kamelle für die Umzüge – bewachen.

Mindestens genauso lautstark wie die Großen feiern die Narren ihr Dreieicher Kinderprinzenpaar. Mit Prinz Christian I. und Prinzessin Mia I. haben die Götzenhainer zwei motivierte und bereits erfahrene Nachwuchskarnevalisten auf den Thron gehoben. Bei dem 13-jährigen Christian Lichtinghagen scheint der Prinzenanzug eine logische Folge, moderiert er als Sitzungspräsident doch schon sehr souverän die Jugendsitzung „Jugend in der Bütt“. Die zwölfjährige Mia Lenkner ist schon viele Jahre Gardemädchen. „Meine Eltern haben mir erst gesagt, dass ich Prinzessin sein werde, als es schon entschieden war“, plaudert sie aus. Für Christian war es ein lang gehegter Wunsch: „Ich habe schon immer davon geträumt, hier als Prinz zu stehen. Ich war sehr aufgeregt, aber jetzt hier zu sein, vor all den Leuten, das ist der beste Moment“, genießt der Nachwuchsprinz den Rummel.

Die Prinzenpaare nehmen von Bürgermeister Martin Burlon und Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt die Gratulationen entgegen, lassen sich von den Vertretern der anderen Vereine feiern und kündigen noch ein wichtiges Detail an: Die Spenden aus der Kampagne gehen dieses Jahr an den Wünsche-Wagen des Arbeitersamariterbundes Rhein-Main: Ein medizinisch voll ausgerüsteter Kleinbus, der es rein auf Spendenbasis ermöglicht, todkranken Menschen letzte Wünsche und Ausflüge zu erfüllen.

VON NICOLE JOST

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