40. Kampagne

1. Dietzenbacher Tanzgarde: Endlich wieder ein Prinzenpaar

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Dietzenbacher Narren ziehen fröhlich durch die Straßen: beim vergangenen Fastnachtsumzug...

Dietzenbach - Pünktlich zum Auftakt in das 40. Vereinsjahr mit großer Jubiläumssitzung am 20. Januar präsentiert die 1. Dietzenbacher Tanzgarde wieder ein Prinzenpaar. Wer sich die Kronen aufsetzt, gibt der Verein bei der Kampagneneröffnung am 11. November bekannt. Von Sascha Dreger

Fest der Meinung, dass in Sachen Karneval in Dietzenbach einmal mehr passieren müsse, hatten Irene Endl, Jutta Haseneder und Heidi Knecht vom Neu-Isenburger Verein „Schwarze Elf“ am 10. Oktober 1978 die 1. Dietzenbacher Tanzgarde aus der Taufe gehoben. Wie in alten Kampagnen-Heften zu lesen ist, hat sich der Verein seither stetig verändert und einiges auf die Beine gestellt. Zu allererst natürlich die Gardemädchen selbst, die bereits bei der ersten Kampagneneröffnung im Gründungsjahr auf dem Wingertsberg die Tanzbeine schwangen. Im April 1979 wurde der erste Vorstand ins Amt berufen und die Tanzgarde erhielt ihren Eintrag als „e.V.“ in das Vereinsregister. In den Vorsitz wurden Irene Endl und ihr Stellvertreter Wolfgang Dreßen gewählt. Da hatte sich der Verein bereits über Dietzenbach hinaus einen Namen gemacht, genoss die Einladung der Neu-Isenburger „Narrengilde“ und sorgte beim Lumpenmontagsumzug für Stimmung. Steigende Mitgliederzahlen machten außerdem bald schon die Aufgliederung der Tanzgarde in Mini-, Midi- und Maxigarde möglich.

...und im Jahr 1984

Mit Ulrike I. und Peter I. konnte bereits in der Kampagne 1980/81 das erste Prinzenpaar präsentiert werden. Ein Jahr später fand, initiiert von der Tanzgarde und mit Unterstützung vom damaligen Bürgermeister Dr. Friedrich Keller, die „gelungenste Senioren-Faschingsfeier Dietzenbachs“, wie die Presse damals titelte, im Rathaus statt. 1984 schlängelte sich dann der erste Umzug der Tanzgarde durch die Straßen. Dem „Zügelche“ folgten neben dem Prinzenpaar Lilli I. und Manfred I. samt Hofstaat auch Clowns, Hexen und andere Fantasiegestalten, die die lautstark närrische Sympathie aus den geöffneten Fenstern entlang der Route mit Böllerschüssen beantworteten. Dem ersten Sturm auf das Rathaus hatte Bürgermeister Keller nicht viel entgegenzusetzen, er wurde schließlich von den anstürmenden Narren entmachtet.

In der Kampagne 1984/85 konnte die Tanzgarde dann mit dem ersten Kinderprinzenpaar Silvia I. und Christian I. aufwarten, die in einer geschmückten Ponykutsche am Umzug teilnahmen. An ihre Anfangszeit in der Tanzgarde kann sich Monika Körtge noch gut erinnern. „Unsere Tochter Elke war von den Kostümen fasziniert und wollte unbedingt tanzen. Wir sind dann Anfang der 80er Jahre als ganze Familie eingetreten.“ Damals traten die Kleinsten bei ihren Showtänzen als Schlümpfe auf und zu sämtlichen Auftritten seien immer alle mitgefahren, erinnert sich Körtge, die selbst lange Jahre für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand saß. Tochter Elke blieb ebenfalls bei der Tanzgarde, später sogar als Tanztrainerin für die Kleinen. „Zu unserer Silberhochzeit hat sie die Midigarde für einen Auftritt mitgebracht, das war eine tolle Überraschung“, sagt Körtge.

Bilder: Empfang der Prinzenpaare im Kreishaus

Von Sonnenschein über Regen bis zu Schnee sei bei den Umzügen im Laufe der Jahre jedes Wetter mal dabei gewesen, erzählt sie weiter. Ein Umzug in Neu-Isenburg aber ist ihr besonders in Erinnerung geblieben. „Es war ein richtig starker Sturm damals, da musste alles gut festgehalten werden.“ Auch im Elferrat hat sie gesessen. „Da sieht man aber alles nur von hinten, unten zu sitzen macht mehr Spaß.“ Das Vereinsleben habe ihr auch gut gefallen. „Der Sommerausflug in die Lochmühle war immer sehr schön und am Aschermittwoch ging es Schlittschuhlaufen.“ Auf die große Sitzung geht sie immer noch, freut sich mittlerweile aber auch darauf, mit den Enkeln den Kinderfasching zu besuchen.

Seit rund zwanzig Jahren ist Holger Arnold im Verein, die vergangenen zehn davon als Vorsitzender. Schon als Kind hat sich der gebürtige Frankfurter immer gerne Faschingsumzüge angeschaut, sein Vater war damals aktiver Büttenredner. Derartig geprägt vom närrischen Brauchtum war für ihn der Eintritt in einen Karnevalsverein kein großer Schritt, sondern eher Bestimmung. Das Vereinsprogramm habe sich mit den Jahren gewandelt. „Alleine unsere Gardetänzer haben viel mehr Fremdauftritte als früher und auch Gardeturniere gehören heute fest zum Jahreskalender“, sagt Arnold. Auch der Kinderfasching ist nach wie vor beliebt. „Das wurde immer mehr, und in der Linde war damals nicht mehr genug Platz.“ Seitdem feiern die Kleinen im Bürgerhaus.

Bilder: Fastnachtsumzug in Dietzenbach

Die Vorstandsarbeit machte ihm von Anfang an Spaß, große Höhen oder Tiefen habe es eigentlich nicht gegeben, erzählt er. Ein paar Vereinsaustritte hier, Neuzugänge da und die ein oder andere Diskussion unter den Mitgliedern: „Eigentlich alles wie in jedem Verein und nichts, was sich nicht lösen ließe.“ Mit den momentan rund 140 Mitgliedern sei die Tanzgarde gut aufgestellt, Nachwuchsprobleme gebe es keine. „Neue Mitglieder sind aber natürlich immer willkommen“, wirbt der Vorsitzende. An eine kleine Panne 2015 kann er sich noch gut erinnern. Beim Umzug in Urberach sollten einige Dietzenbacher Ex-Prinzessinnen auf dem extra dafür geschmückten Lkw mitfahren, die Hebebühne ließ sich aber nicht mehr öffnen. „Da mussten die Damen eben mit Leitern über die Bordwand klettern. Aber auch das hat funktioniert.“ Im vergangenen Jahr spielte dann das Wetter nicht ganz mit. Viele Umzüge wurden wegen Unwetter abgesagt, in Heusenstamm fand er statt. Es hatte aber begonnen heftig zu regnen und die plüschigen Bärenkostüme der Tanzgarde haben sich mehr und mehr mit Wasser vollgesaugt, erzählt Arnold. „Das wurde ganz schön schwer zum Schluss, aber es haben alle tapfer durchgehalten.“

Ein Wermutstropfen in den vergangenen Jahren waren die fehlenden Prinzenpaare. „Gesucht haben wir schon, aber wir können eben niemanden zwingen.“ Umso größer sei die Freude, dass es bei der diesjährigen Kampagneneröffnung am Samstag, 11. November, um 19.11 Uhr im Europahaus (Offenthaler Straße 75) wieder eine Inthronisation geben wird. „Wer Prinz und Prinzessin sind, verraten wir natürlich erst dann“, sagt Arnold. Pünktlich zum 40. Vereinsjubiläum hat das Sitzungskomitee mit Bäppi La Belle, Tom Jet und anderen hochkarätigen Bühnengästen einige Höhepunkte im Programm der großen Sitzung am 20. Januar um 19.33 Uhr im Bürgerhaus geplant. Karten gibt es dafür ab Montag, 13. November, im Vorverkauf im Thesa 2.0 (Schäfergasse 4), Tel.: 06074/7283663.

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