„Die Fähre gehört zu Seligenstadt“

Galasitzung der TGS im Riesensaal

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Die Gardemädchen der TGS durften beim närrischen Jubiläum im Riesen nicht fehlen. Der Seligenstädter Verein feierte 11 mal 11 Sitzungen.

Seligenstadt - Tanzende Indianer und Cowboys, grantige Schankwirte, flotte Cheerleader, schießwütige Gangster, Zeitreisende, Clowns und Fährmänner, wild gewordene Löwen und verzweifelte Hausmänner versammelten sich am Wochenende im Seligenstädter Riesensaal und entfachten ein furioses Karnevalspektakel. Von Karol Majewski 

Den Wilden Westen brachte die Tanzgruppe „Showtime“ auf die Bühne.

Vereint mit unzähligen phantastischen Tierwesen, verrückten Wissenschaftlern, 122 Tänzerinnen und Tänzern sowie sechs Büttenrednern feierten die Vollblut–Fastnachter 11 mal 11 Jahre Karneval in den Reihen der Turngesellschaft Seligenstadt. Zur Eröffnung der Galasitzung der TGS-Karnevalabteilung begrüßten Maria D’Alessio und Florian Lebherz das närrische Publikum. In einer anschließenden feierlichen Zeremonie wurde das Kinderprinzenpaar vorgestellt: Prinzessin Patricia (Mittler) und Prinz Stefano (Mele) verzauberten ihre närrischen Untertanen im Nu und und bewiesen mit Reim und Gesang, dass ihre Herzen für die Fastnacht schlagen. In der kurzen Kampagne wird das Kinderprinzenpaar von der Pagin Kimberly Moser und dem Pagen Moritz Unkelbach unterstützt. Kimberly tanzt gemeinsam mit Prinzessin Patricia bei den Fastnachtsfreunden in der dritten Garde. Moritz, Sprössling der TGS-Urgesteine Eli und Markus Unkelbach, tanzt seit 2011 im Miniballett der Turngesellschaft. Gemeinsam wurde das Kinderprinzenpaar Patricia und Stefano sowie die Pagen Kimberly und Moritz mit einem minutenlangen herzlichen Applaus in die karnevalistische Adelsfamilie der Turngesellschaft Seligenstadt aufgenommen.

Das Protokoll des zurückliegenden Jahres lieferte Peter Zelder als grantiger Schankwirt und sprach deutliche Worte für die Erhaltung der Seligenstädter Fähre: „Die Fähre gehört zu Seligenstadt, das ist doch klar, wie der Bembel und die Basilika!“ Anschließend präsentierte die Tanzgruppe „Blue Generation“ - gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar - einen beeindruckenden Showtanz unter dem Titel „Fly High“, der die Stimmung im Saal abheben ließ.

Das Männerballett der TGS präsentierte sich den Narren im voll besetzten Riesensaal als die letzten Mohikaner und überzeugte mit einer tollen Choreographie und einem souveränen Auftritt.

Doch der Höhepunkt der ersten Programmhälfte war der grandiose Vortrag von Wolfgang Braun, der als verzweifelter Hausmann von seinen Geschichten und Problemen aus dem Alltag reimte: „Mit dem Kochen ist’s so eine Sache, egal was ich mache, es ist manchem ein Graus, es kommt immer Gulasch ‘raus!“ Im Haushalt sei der Mann anscheinend doch nicht immer so richtig aufgehoben, und dass es bei der Wäsche, beim Putzen, beim Kochen sowie beim Hausmeistern mehr unüberwindbare Herausforderungen gäbe, als so manch einer denkt. Die Gemüsepfanne mit eigenständig gesammelten Pilzen musste die Hauskatze vorkosten, damit die Garantie gewährleistet war, dass kein Giftpilz untergekommen sei. Nach wenigen Minuten des Abendessens eilte die gesamte Familie mit Magenkrämpfen in die Notaufnahme. Doch bei der Hauskatze haben die Giftpilze eine andere Wirkung gezeigt: „Als wir heimgekommen sind, ich mach keine Mätzcher, hat unsere Katze geworfen – sechs kleine Kätzcher!“ Wolfgang Braun feierte in diesem Jahr das 49. Bühnenjubiläum und spielte in seinem Vortrag all seine Erfahrung aus und glänzte mit Mimik, Gestik, Witz und Situationskomik.

TGS Seligenstadt feiert Fastnacht: Bilder (Teil 1)

Bevor es in die Pause ging, wagte die Tanzgruppe„Let’s Dance“ mit ihrer Musik einen Ausflug in die 1970er Jahre und brachte die Seligenstädter Närrinnen und Narrhalesen zum Klatschen, Mitsingen und Tanzen: So feierte der ganze Saal unter anderem zu einem stimmungsvollen Medley der legendären, schwedischen Pop-Gruppe „ABBA“. Die zweite Programmhälfte eröffneten die „Pausensingers“ mit rockiger Stimmungsmusik wie „Es gibt nur Wasser“ von Santiano sowie „Saint Tropez am Baggersee“ von den Rodgau Monotones. Kaum war der letzte Ton verklungen, so vernahm man laute „Zugabe!“-Rufe.

Gezeichnet von einem „Horrorurlaub“ war Sebastian Reeg.

Nach einigen weiteren akrobatischen Garde- und Showtänzen der „Elfergarde“, der Tanzgruppe „Showtime“ sowie der „Dancing Sisters“ brachte „Fräulein Kokolores“, dargestellt von Florian Lebherz, etwas Ruhe und eine zusätzliche Schippe Humor auf die Bühne. Lebherz reimte von Fräulein Kololores’ alltäglichen Abenteuern mit ihren Freundinnen Gundula und Irmgard und sorgte beim Publikum für Lachkrämpfen: „Könnt ihr noch, oder sollen wir schon hier Schluss machen?“

Eine weitere grandiose Büttenrede präsentierte Sebastian Reeg, der von einem Billigurlaub für 13 Euro mit seiner Ehefrau berichtete: Doch am Zielort Antalya erlebte der Billigurlauber nichts außer einer defekten Klimaanlage in einem zwei Quadratmeter großen Zimmer mit absturzgefährdetem Balkon, fehlendem Wasser im Pool, einem eher fragwürdigen Animationsprogramm und 14-tägigen Brechdurchfall.

TGS Seligenstadt feiert Fastnacht: Bilder (Teil 2)

Florian Lebherz begeisterte als Fräulein Kokolores.

Dem lauten Gelächter zufolge erinnerte sich wohl der eine oder andere Zuschauer an einen eigenen „Horrorurlaub“. Zum Abschluss der Galasitzung wirbelte das TGS-Männerballett über die Bühne und grub das Kriegsbeil gegen die Bleichgesichter aus: Der letzte Mohikaner wurde von Cowboys gefangen genommen und sollte befreit werden. Dabei begeisterten die Männer mit gut choreographierten Tänzen und ansteckend guter Laune. „Größter Dank gilt allerdings unseren Trainerinnen Sabine und Saskia Ehmig! Aus uns nur ansatzweise so etwas wie Tänzer zu machen, ist eine großartige Leistung!“, so ein Sprecher des Männerballetts.

Nach den Schlussworten der Sitzungspräsidentin Suse Sommer sangen alle aktiven Akteure der Galasitzung in einer feierlichen Verabschiedung die Seligenstädter Fastnachtshymne und versammelten sich anschließend mit zahlreichen Gästen und Karnevalfreunden an der Bar zur After–Show–Party.

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