LKG eröffnet Saison am Altstadtmarkt

Fassblockade hält Narren nicht auf

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Leicht sind die Fragen, aber nicht jedes Bierfass. Der Einzug ins Garde-Hauptquartier wollte diesmal hart verdient sein.

Langen - War voriges Jahr beim Aufgalopp der Langener Narren auf dem Altstadtmarkt der Regenschirm das wichtigste Utensil, so demonstrierte Gott Jokus am Samstag, dass es auch anders geht. Von Leo F. Postl 

Der Kampagnenstart 2018 der LKG war ein von der Sonne bestrahltes Spektakel in mehreren Akten, schließlich sollten und wollten die Leute zwischendurch noch einkaufen. „Ein Sonnenschirm und Creme sind heute angebracht, damit es keinen Sonnenbrand gibt“, ruft LKG-Sitzungspräsident Fred Laloi der Narrenschar zu, die sich um kurz nach 11 Uhr vor der Bühne auf dem Altstadtmarkt versammelt hat. Um punkt 11.11 startet das Unterhaltungsprogramm mit „Tänzen in Traditionsuniform“, so zumindest steht es auf Lalois Programmablauf. Alle Garden sowie Damen- und Herren-Elferrat sind zur Stelle, der Narrhallamarsch erklingt und der von Laloi angeführte Gaudiwurm schlängelt sich entlang der Buden Richtung Bühne. Unterwegs werden mit kräftigem „Langen helau!“ die Marktbeschicker eingesammelt – auch sie müssen auf die Bühne.

„Voriges Jahr war wirklich Sauwetter. Aber wir haben gesehen, dass es nicht nur viele treue Karnevalisten gibt, sondern auch Marktbeschicker, die begeistert mitmachen“, lobt Laloi.

Es folgt ein dreifach donnerndes „Langen helau!“, an das Laloi einen fein gereimten Marktrundgang anschließt, bei dem jeder Stand mit seinen Vorzügen gewürdigt wird. Zum verbalen Werbeblock gibt’s für alle Benannten den Saison-Pin der LKG. Marktkunden können diesen kaufen, der Erlös fließt in die Jugendarbeit der LKG.

Gardetänze, Büttenreden und Gesangsdarbietungen setzen in Intervallen den Bühnenreigen fort. Die Minigarde eröffnet und bekommt viel Applaus, Thomas Bärtl erzählt in der Bütt von einer Schlagerreise. „Da hatten wir eine ganz tolle Damen dabei, hört mal ...“: Es erklingt das Lied der Biene Maja.

Bilder: LKG feiert Start in närrische Saison

Die Sterzbachbuben Thomas Bärtl, Tommy Scharf, Alexander Lorke, Reiner Dietz und Ralf Frank heben mit ihren Liedern die Stimmung. Stefan Pussel aus Frankfurt bewährt sich wieder mal als Schlagerbarde – das Wiederhören folgt bei der großen Sitzung im Februar.

Und dann kommt es, das Geburtstagsgeschenk: die erste Deutsche Marching Band The Sound of Frankfurt. Bekanntlich feiert die 1948 gegründete Langener Karneval Gesellschaft heuer 70-jähriges Bestehen. „Deshalb haben wir ein bissi gespart, um uns und euch ein besonderes Präsent zu machen“, ruft Laloi dem Publikum zu. The Sound of Frankfurt begeistert mit einer choreografisch-musikalischen Show der Sonderklasse – und kommt selbstverständlich nicht um eine Zugabe umhin: Die Frankfurter geleiten den Gardezug zum amtlichen Hauptquartier, dem Gasthaus „Zum Treppchen“. Dessen Tür ist freilich von vier großen Bierfässern versperrt.

Die haben ihren Sinn, denn Hausherr Frank Gruber stellt die Narrenschar auf die Probe: „Ich geb’ euch eine faire Chance. Wenn ihr vier Fragen löst, könnte es für euch klappen“, meint Gruber und stellt für jede richtige Antwort das Wegräumen eines Fasses in Aussicht. Die erste Frage ist leicht – das Bierfass ebenso, weil leer. Doch bei der dritten Frage tut sich der starke Gardemann schwer. Die Frage ist abermals einfach, das Bierfass nun allerdings voll – ganz zur Freude von Gruber. Letztlich sind alle Fässer aus dem Weg verschwunden und Laloi & Co. nehmen den Hausschlüssel in Empfang. Gruber erklärt zudem, die elf Gebote zur Narrensaison zu beherzigen. Kostprobe: „Wer Gardisten nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Gardisten in Umlauf oder zum Verkehr bringt, wird mit Stiefeln unter einem Paar bestraft.“

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